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Alan Greenspan, Goldman Sachs und die korrupte US-Elite

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31. Juli 2010 16:13


Das sind die Verursacher der globalen Finanzkrise, sagt Ravi Batra, prominenter Wirtschaftsprofessor an der Southern Methodist University in Dallas. Er sagt das nicht erst, seit die Krise allgegenwärtig ist, sondern schon viel länger. 2004 widmete er dem ehemaligen Chef der FED das Buch „Greenspans Betrug “. Aktuell erläutert Batra seine Kritik in einem Interview mit der Branchenzeitschrift „Fonds exklusiv“ (auszugsweise hier).

Kurz zusammengefasst die Kritik an der Greenspan-Politik: Ziel war eine Steigerung der Produktivität. Parallel kämpfte Greenspan jedoch gegen steigende Löhne an. Die Unternehmensgewinne stiegen ins Unermessliche, die Kaufkraft der Menschen hingegen brach ein. Um das Loch zwischen Angebot und Nachfrage zu schließen, verfolgte die FED eine Schuldenpolitik und bekämpfte jede Krise gleich falsch: mit billigem Geld und noch mehr Schulden, so auch im Jahr 2000, als die High-Tech-Blase platzte, wie Batra (Bild) erläutert:

Greenspan geriet in Panik und senkte die Zinsen auf das Niveau der Depression in den 30er-Jahren. Es war ihm lieber, dass die Bevölkerung Schulden aufnahm, um Geld ausgeben zu können, anstatt die Löhne und Gehälter anzuheben. Leute haben Darlehen auf ihre Häuser und Apartments aufgenommen, während Banken ihre Standard zur Kreditvergabe runterschraubten und viel Geld damit verdienten.

Goldman Sachs "keinen Deut besser als Enron"

Batra ist überzeugt, dass Greenspans Politik nicht nur ein Fehler war, sondern Korruption dahinter steckt: „Die Machthaber sind unter Greenspan reich geworden und er selbst ebenfalls.“ Für die Armen wurden die Steuern erhöht, für die Reichen gesenkt, weil große Unternehmen und deren Vorstände die Wahlkämpfe der Politiker finanzieren. Das sei offizielle Korruption. Die jüngst von der Börsenaufsicht bestrafte Investmentbank Goldman Sachs ist für ihn „der Anführer unter den Unternehmen, die die Politik korrumpiert haben. Dieses Unternehmen ist keinen Deut besser als Enron“.

Goldman Sachs sei auch führend unter den Ölspekulanten, die den Preis in schwindelnde Höhen getrieben haben, obwohl es, so Batra, weit und breit keinen Engpass gebe. Auch hier sei Korruption die Basis: Die amerikanischen Kartellgesetze seien nicht exekutiert worden, was der amerikanischen Öl-Industrie Fusionen zu riesigen Konzernen ermöglicht habe. Ber regionale Monopole wird so der Preis kontrolliert. Der faire Preis liege zwischen 10 und 15 Dollar pro Fass, schätzt Batra. Verlangt werden derzeit knapp 80, und in der Spitze waren es 147.

Ökonomische Demokratie statt Turbokapitalismus 

Die Rettung der Banken durch den Staat hält Batra für einen Fehler: „Ölspekulanten wie Goldman Sachs werden die nächste Krise hervorrufen – und die Kontrolle der Regierung kann nur eine kurzfristige Lösung sein.“

Trotz aller negativer Diagnosen sieht Batra in seinem neuesten Buch „The New Golden Age – A Revolution against Corruption an Economic Chaos“ eine positive Zukunft. Voraussetzung dafür ist, dass die US-Bürger das herrschende Zweiparteiensystem abwählen, was der Wirtschaftsprofessor 2016 nach einer verschärften Wirtschaftskrise für möglich hält. Der Schlüssel zu einer vernünftigen wirtschaftlichen Entwicklung ist der endgültige Abschied vom System Greenspan. Die Löhne müssen im gleichen Ausmaß steigen wie die Produktivität. Das kann am besten sichergestellt werden, wenn die Aktienmehrheit in Besitz der Mitarbeiter ist. Ökonomische Demokratie nennt der Professor das. Es wäre das Ende des Turbokapitalismus und klingt utopisch, doch Ravi Batra sah auch schon 1980 das Ende des Kommunismus kommen.

Foto: www.ravibatra.com






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