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Was darf ich bei einem Bewerbungsgespräch verschweigen?

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13. Mai 2010 11:53

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Was muss man bei einem Bewerbungsgespräch alles verraten? Und wann darf man den potenziellen Chef sogar anlügen?

„Die Rechtssprechung unterscheidet zwischen zulässigen und unzulässigen Fragen“, weiß die Rechtsanwältin und Arbeitsrechtsexpertin Ruth Hütthaler- Brandauer. Zulässige Fragen – zum Beispiel nach der Ausbildung und den Qualifikationen des Bewerbers sowie nach dessen beruflichen Werdegang – müssen wahrheitsgemäß beantwortet werden. Bei unzulässigen Fragen ist der Bewerber hingegen nicht zur Wahrheit verpflichtet.

Unzulässig ist etwa die Frage nach einer Schwangerschaft. Wenn sie der Arbeitgeber trotzdem stellt, darf die Bewerberin lügen, ohne dass das für sie nachteilige Folgen hätte. Das kann für den Dienstgeber möglicherweise nachteilig sein, doch der Schutz der Mutter und des ungeborenen Kindes werden höher bewertet. Immerhin kann eine Mutter Wochenhilfe nur bei einem aufrechten Dienstverhältnis beziehen, und eine wahrheitsgemäße Auskunft könnte zum Nicht Abschluss des Dienstverhältnisses führen, sagt Hütthaler-Brandauer.

Die Frage nach einer Behinderung ist nur zulässig, wenn diese die vorgesehene Tätigkeit beinträchtigen würde. Gleiches gilt auch für Krankheiten. „Arbeitgeber dürfen nur arbeitsplatzbezogene Fragen stellen“, erklärt die Rechtsanwältin. Berechtigt ist aber die Frage nach ansteckenden Krankheiten, die Kollegen und Dritte gefährden könnten. Nicht zulässig ist die Frage nach einer HIV-Infektion, wenn dadurch die Leistungsfähigkeit des Arbeitnehmers nicht gemindert ist.

Vorstrafen, die vor Abschluss des Dienstverhältnisses begangene Straftaten betreffen, müssen dem Arbeitgeber nicht mitgeteilt werden, außer sie sind für die spätere Tätigkeit im Unternehmen relevant. Allerdings kann das Verschweigen einer Vorstrafe ein späterer Entlassungsgrund sein, wenn dies eine Vertrauensunwürdigkeit des Arbeitnehmers bewirkt.






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  • 2010-05-13 14:31:33
    scherf.com

    Solche Regeln sind eine frechheit und realitätsfremd ....

    Klar, wenn ein Land solche Regeln bzw. Vorschriften hat, dann ist nichts Gutes zu erwarten und deshalb halten sich so viele Unternehmen von Österreich fern.

    Erstens muss gefragt werden, ob eine Bewerberin schwanger ist oder nicht, da dies sicherlich auf jeden Job eine Auswirkung hat, sowie wenn eine Dame schwanger ist und dies verschweigt nur um eine Sozialleistung zu erhalten, so ist dies klarerweise ein eindeutiger Betrug. Ein System das dies nicht anerkennt und sogar das Lügen diesbezüglich unterstützt, ist ziemlich sicher zum Scheitern verurteilt. Auch hat solches Lügen bzw. das Nicht-Dürfen solche Fragen des Arbeitgeber an den potentiellen Arbeitnehmer zu stellen, nichts mit dem Schutz der Mutter und des ungeborenen Kindes zu tun, sondern vielmehr mit einem kompett perversen und zusammengebrochenen Sozialsystem was sogar in der Folge asozial ist.

    Wenn wir Leute in der Vergangenheit aufgenommen haben, bzw. dies heute tun würden, gibt es einen ausführlichen Fragebogen indem wortwörtlich alles über die Person erfragt wird, nämlich auch welche Religion jener hat bzw. ob er Alkohol zu sich nimmt, ein Raucher ist, und welche sexuelle Orientierung er nachstrebt, ob und welche Krankheiten die Person in den letzten ca. 10 Jahren hatte, sowie seine familiäre Verhältnisse genauestens im Detail, und auch jegliche Vorstrafen, usw. Und im Bewerbungsgespräch wird auch auf die einzelnen Punkte genaustens eingegangen. Eine einzige Lüge reicht damit die Person nicht aufgenommen wird bzw. wenn die Lüge später herausgefunden wird, ist schon im Vorhinein im Arbeitsvertrag festgelegt, dass falsche Angaben jeglicher Art zur sofortigen Kündigung führen.
    Zusätzlich wird die Geschichte und die Genauigkeit seiner/ihrer Angaben bis ins letzte Detail via Credit Report (was in den USA Gang und Gebe ist und der Credit Score ist Bestandteil fast jeder Aufnahme) Private Reports, usw. geprüft, sowie alle Referenzen (drei müssen meist mindestens angegeben werden) werden befragt.

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