Japan: Anpassung der Währungsprognosen
07. Mai 2010 16:26
In Zeiten, in denen die Sorge um die Verschuldungssituation der öffentlichen Hand das Geschehen an den Finanzmärkten prägt, wirkt es geradezu ironisch, dass der japanische Yen als sicherer Hafen angesehen wird. Ausschlaggebend für die in der Spitze bis zu 11 %-igen Aufwertung des Yen gegenüber dem Euro war sicherlich nicht die Rekordverschuldung des japanischen Staates (um die 200 % des BIP), sondern, dass japanische Investoren ihr im Ausland höher verzinstes Kapital aus Angst ins Trockene bringen. Da ein starker Yen aber die exportorientierte japanische Industrie schwer belastet, weitete die Bank of Japan (BoJ) einmal mehr die Geldmenge aus. Geschäftsbanken wurde Notfallliquidität im Umfang von EUR 17,1 Mrd. zur Verfügung gestellt. Wir glauben, dass die BoJ bei einer möglichen weiteren Eskalation auf den Finanzmärkten abermals eingreifen würde und rechnen darum bis Juni mit einem minimal schwächeren Yen um EUR/JPY 120 (USD/JPY 94).
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