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ATX: Das ist heute zu beachten - Je länger, desto besser

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16. März 2010 03:43

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Das wichtigste Ereignis des Tages kommt aus den USA – der Zinsentscheid der Fed. Den gibt’s aber erst nach ATX-Schluss – zum Aufwärmen warten um 13.30 Uhr Zahlen vom Immobilienmarkt: Die Baugenehmigungen sollen im Februar auf Monatsbasis um 3,4% rückläufig gewesen sein; 601.000 sollen es sein (nach 622.000, nach 653.000), während die Baubeginne 3,6% rückläufig gewesen sein dürften, 570.00 sind erwartet (nach 591.000, nach 575.000). Nur zur Erinnerung: Anfang des Jahrtausends sahen wir Werte von je rund 1,5 Millionen, 2,2 Millionen am Höhepunkt 2005/06.
Ab 19.15 Uhr kommt dann Fed-Chef Bernanke: An sich gibt es keinen Zweifel, dass dieser bei seiner Politik eines Leitzinssatzes von knapp über null Prozent bleibt. Ein wenig Unklarheit herrscht jedoch dabei, was mögliche Signale für eine Exit-Strategie angeht - sowohl was die Werkzeuge betrifft, als auch den Zeitplan für ein Ende der Phase des billigen Geldes. Je länger, desto börsenfreundlicher.

Immerhin hat die Fed seit ihrer letzten Sitzung den Grossteil ihrer kurzfristigen 'Kreditlaufzeiten' auslaufen lassen, auch wurde der Diskontsatz angehoben. Vielleicht kommt es hier zu einer weiteren Straffung, zumindest eine in Aussicht gestellte (aber wohl jedenfalls noch im ersten Halbjahr). Spannender wird, ob das Sätzchen „für einen längeren Zeitraum“ im Zusammenhang mit der Erwartung an die Dauer des aktuellen Leitzinsniveaus fällt. Wenn ja, befinden wir uns praktisch im Jahr 2011 – allein deshalb behalte ich meinen ATX WAVE CALL.

Um 08.00 Uhr kommen aber bereits die Pkw-Neuzulassungen in Europa für Februar, die zuletzt ein Plus von 12,9% aufwiesen. Die Verbraucherpreise um 11.00 Uhr werden steigend erwartet, verblasen aber neben dem gleichzeitig anstehenden ZEW-Konjunkturausblick für die Euro-Zone im März, wo ein Rückgang von 40,2 auf 38,5 Punkte eingepreist ist. Streiten könnten wir vielleicht darüber, ob der ebenfalls um 11.00 Uhr kommende Deutsche ZEW nicht noch wichtiger ist. Aber auch hier ist beim Ausblick ein Rückgang von 45,1 auf 43,5 Punkte eingepreist. Während sich die aktuelle Lage von minus 54,2 auf minus 52,0 Punkte verbessern soll.

Österreichs ATX-Vertreter werfen Zumtobel mit seinen Zahlen zum Q3 ins Rennen, die Post liefert das Jahresergebnis. Beim Leuchtenhersteller wird laut APA-Konsens ein Umsatzrückgang von 9,4 Prozent auf 816,3 Mio. Euro erwartet, der Nettogewinn wird mit minus 39 Prozent auf 23,4 Mio. Euro gesehen. Bei der Post erwarten Analysten einen Rückgang beim Umsatz von drei Prozent auf knapp 2,4 Mrd. Euro, beim EBIT von 12 Prozent auf 150 Mio. Euro.

Erste Group und Raiffeisen Int. werden auf die Jahreszahlen der UniCredit schauen, und als Randaspekt auf Alpha Bank und Banca Populare.
Die Opec tagt zwar erst morgen in Wien, mit Äusserungen, dass die Fördermenge nicht verändert wird, werden der Ölpreise aber bereits im Vorfeld bewegt. Wie dann auch die OMV-Aktie. Diese lugt heute auch zu Royal Dutch – Europas Branchenprimus macht sein Strategy Update 2010 (09.00 Uhr). Zulieferer wie SBO und CAT oil hören aber zu. (Kurzer Einschub in eigener Sache: CAT oil ist Teil der Roadshow-Veranstaltung von Aktienforum und Börse-Express am Donnerstag in der OeKB - Infos und Anmeldung unter http://www.boerse-express.com/roadshow -mit dabei etwa noch ein Wettanbieter, eine grosse Bank, ein erfolgreicher Fondsmanager und ein wenig bekannter Holzgigant )

Schönen Tag!


Wie alles begann:
Auch ich habe das ‚verlorene Jahrzehnt’ zu spüren bekommen. Kostolany ist meinem Typus dabei sicher näher als Robert Schittler, der für mich bekannteste ‚Chartist’ Österreichs, Chef der Chartanalyse von Raiffeisen.
Leider. Denn sieht man sich den Markt rückblickend an, erkennt jeder Chart-Laie wann der richtige Zeitpunkt zum Handeln gekommen ist. Rückblickend funktioniert es also, im Konjunktiv. Aber auch vorwärts gerichtet?

Die Idee eines Selbstversuchs war geboren: Ziel ist, mittels minimalem Zeitaufwand – einmal pro Tag muss in einem ersten Schritt reichen (Zeit wird heutzutage immer kostbarer) – besser zu sein, als der Wiener Markt. Ich verwende die gebräuchlichsten Indikatoren wie MACD (leicht und schnell bei den meisten Charttools diverser (Online-)Banken abrufbar. Liefert ein Kaufsignal, wenn die kürzere Durchschnittslinie die längere von unten schneidet, und umgekehrt) und RSI (klingt ebenfalls relativ einfach und schnell einfach einsetzbar: Werte über 70 Punkte deuten eine überkaufte Situation an, Werte von unter 30 eine überverkaufte Lage).

Was bisher geschah:
25. Jänner
Kauf ATX XXL WAVE Put mit 24,2/24,4; Stopp-Loss 4800 Punkte (ISIN DE000DB91DA0) - verkauft - Gewinn 5,1%
28. Jänner
Kauf ATX XXL WAVE Call mit 5,52/5,72; Stopp-Loss 2070 Punkte (ISIN DE000B2QA21) – verkauft – Verlust 5,15%
2. Februar
Kauf ATX XXL WAVE Call mit 1,51/1,71; Stopp-Loss 2480 Punkte (ISIN DE000DB6G389) – ausgestoppt am 4.2. – Verlust 29,8%
2. Februar
Kauf ATX XXL WAVE Put mit 2,32/2,52; Stopp-Loss 2680 Punkte (ISIN DE000DB6A234) - verkauft - Gewinn 23,4%
7. Februar: Kauf ATX XXL Wave Call mit 12,14/12,26, Stopp-Loss 1230 Punkte (ISIN DE000DB4JAF5) verkauft - Gewinn: 1,5%
16. Februar: Kauf ATX XXL Wave Call mit 3,05/3,25; Stopp-Loss 2280 Punkte (ISIN DE000DB4QW56) - verkauft - Verlust 7,2%
4. März: Kauf ATX XXL Wave Call mit 2,29/2,49; Stopp-Loss 2280 Punkte (ISIN DE000DB4QW56)
10. März: Verkauf Hälfteposition Call DE000DB4QW56 - Gewinn 10,2%

Was wurde bisher gelernt?
Der "Bauch" gehört ausgeschaltet
Der ATX macht bei einem RSI von etwa 40 regelmässig halt und strebt wieder nach oben.
Divergenzen zwischen der Entwicklung von RSI und ATX sind ernst zu nehmen.
Bei Produkten mit eingebautem Stopp-Loss-Kurs darf es keinen Zeitmangel geben.

Rein um nicht mit einem heimischen Anbieter in den ‚Clinch’ zu kommen, bediene ich mich zumindest in einem ersten Schritt einzig im Produktsortiment der Deutsche Bank, mit dem Nachteil, dass es im Vergleich klein ist.
Auf den ATX gibt es von der Deutsche Bank sogenannte WAVEs, XXL steht dann zumeist für endlose Laufzeit (siehe http://www.xmarkets.at). Als kleine Besonderheit weisen diese Papiere einen Hebel sowie eine Knock-out-Schwelle auf.
Im „Handbuch“ ( Technical Analysis of the Futures Markets) steht, dass primäre Aufgabe ist, den langfristigen Trend des Marktes zu eruieren.
Bloomberg liefert Daten bis 1986 – also bitte – siehe Chart.

Zweiter Schritt (laut Handbuch): Stimmt dieser langfristige mit dem mittelfristigen Trend überein? Und empfiehlt fünf Jahre (siehe Chart).

Lang- und Mittelfrist-Trend stimmen somit NICHT überein.

Der Mittelfristtrend ist dann noch im kurzfristigeren Neun-Monat-Bereich abzutesten (siehe Chart).
Und warum das Ganze? Der Sinn eines Trendfolgers ist es, neue Trends schnellstmöglich zu identifizieren, das deckt der MACD ab. Im Gegensatz dazu ist der RSI ein Oszillator (misst Kursausschläge rund um ein statistisches Mittel), dessen Hauteinsatzgebiet der trendlose Markt ist. Während Trendphasen warnt ein Oszillator aber vor kurzfristigen Marktextrempunkten. Das muss noch keine Trendumkehr bedeuten, aber vielleicht etwas wie kurzfristige Gewinnmitnahmen.




Quelle: Bloomberg
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Quelle: Bloomberg
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ATX: RSI
Quelle: Bloomberg
ATX: RSI Quelle: Bloomberg

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ATX-Entwicklung 9 Monate

Quelle: Bloomberg
ATX-Entwicklung 9 Monate Quelle: Bloomberg

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ATX: MACD
Quelle: Bloomberg
ATX: MACD Quelle: Bloomberg

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ATX-Entwicklung seit 1986
Quelle: Bloomberg
ATX-Entwicklung seit 1986 Quelle: Bloomberg

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ATX: 5 Jahresentwicklung
Quelle: Bloomberg
ATX: 5 Jahresentwicklung Quelle: Bloomberg

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