Alle Einträge dieses Autors nach
» Datum    » letztem Posting    » # Postings    » Abrufen    sortieren
130
views

Gemeinsam mit Griechenland aus dem Euro?

Facebook

12. März 2010 16:12

postings[2]
Griechenland braucht innerhalb kurzer Zeit 20 Milliarden Euro, um nicht in weitere Turbulenzen zu geraten und ein Einschreiten des Internationalen Währungsfonds zu verhindern. Insbesondere Frankreichs Präsident Sarkozy hat sein Interesse daran bekundet, diese außereuropäische Einmischung zu verhindern. Die Bundeskanzlerin der größten Volkswirtschaft des Euroraumes steht deshalb vor einem Dilemma.

Verweigert die Melkkuh Europas Hilfszahlungen an Griechenland, werden die vielgepriesenen Partner sehr empfindlich darauf reagieren. Kommt sie deren Wünschen bzw. Forderungen nach, könnte dies Hand in Hand mit drastischen staatspolitischen Konsequenzen gehen.

Sollten Finanzhilfen an Griechenland bezahlt werden, wäre dies eine Verfassungsübertretung – der Vertrag von Maastricht schließt derartige Zahlungen nämlich aus. Sollten dennoch Zahlungen erfolgen, würde dies der Bundesrepublik aus verfassungsrechtlichen Gründen den Austritt aus der Eurozone ermöglichen bzw. diesen erzwingen. Die Währungsunion, ursprünglich für die Ewigkeit gedacht, zeigt erstmals massive Zerfallstendenzen. Die volkswirtschaftlichen Indikatoren der Euro-Staaten sind zu unterschiedlich. In Krisenzeiten treten ohnehin vorhandene Interessenkonflikte besonders intensiv zutage. Die Europäische Zentralbank ist nicht in der Lage und kann es auch in Zukunft nicht sein, diese Divergenzen unter den Hut einer gemeinsamen Währungspolitik zum Vorteil aller zu bringen.
Die Konsequenz könnte eine durch wirtschaftliche Notwendigkeiten erzwungene Auflösung der Währungsunion sein. Diese Variante würde aber von weiteren, schwer vorauszusehenden Krisenerscheinungen begleitet werden und ist deshalb für alle Betroffenen wenig wünschenswert. Es scheint viel mehr endlich an der Zeit, die Eurozone gesundzuschrumpfen. Die wirtschaftlichen Gegebenheiten in der Bundesrepublik Deutschland, den Benelux-Staaten und Österreich sind weitgehend vergleichbar. Vor der Einführung des Euro gehörten die nationalen Währungen dieser Staaten zu den stabilsten der Welt. Sollten sich diese Wirtschaftsräume für eine gemeinsame Währung und damit weitgehend identische Wirtschaftspolitik entscheiden, würden die Ähnlichkeiten dieser zentraleuropäischen Volkswirtschaften gemeinsame Währungspolitik erst mit Sinn erfüllen bzw. diese ermöglichen und nicht wie momentan zu einer Geißel für die betroffenen Staaten machen.

Weitere aktuelle Kommentare von mir zu politischen Themen finden Sie auf www.unzensuriert.at



Tags




  • 2010-03-12 21:37:38
    Andreas Wölfl

    Der Titel ist irreführend ...

    Es sollte nicht "mit Griechenland aus dem Euro?" sondern mit Deutschland, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Finnland, Slovenien, der Slowakei (und eventuell Frankreich) aus dem Euro? --- dann könnten wir den Euro den Südstaaten lassen und reduzieren durch die Abwertung des Euro gegen den zentraleuropäischen Thaler (unter Federführung der Bundesbank) auch gleich den eigenen auf Euro lautenden Schuldenstand.

    antworten

  • 2010-03-13 16:35:32
    scherf.com

    Re(1): Der Titel ist ...

    Sehr gute Idee!
    Jeder EU Staat braucht wieder seine eigene Identität und damit seine eigene Währung. Das Geschwaffel von EU Gemeinschaft usw. ist für Europa nicht anwendbar, da es immer wieder ein "Griechenland", "Protugal" usw. geben wird, die einfach mit den EU Richtlinien nicht mithalten können, was allerdings kein Nachteil ist, denn jedes europäische Land hat nunmal seine eigene Mentalität, seinen eigenen Lifestyle, seine eigene Landessprache, sowie seine eigene kulturelle Tradition und Umgangsformen. Man braucht keine Vereinigten Staaten von Europa, denn dieser Melting Pot existiert bereits in den Vereinigten Staaten von Amerika.

    So, die Europabefreiung bzw. Eurobefreiung sollte überall befürwortet werden um so auch das derzeit sinkende Schiff "Europa" zu retten bzw. insbesondere die stärkeren Länder darin.
    Übrigens England's Warning Lights are turning "Code Red" was demnächst für ganz Europa wesentlich stärkere Auswirkungen haben wird als die "Griechenland Episode." Get ready for some rough seas, wie oft im Ärmelkanal der Fall (nur einmal von 2x in meinem Leben wo ich wirklich Seekrank wurde, ... aber so wird es Europäern sehr bald wegen der England-krise gehen, ... und bei Seekrankheit kommt wirklich alles raus ... if you know what I mean and if you don't mind this illustration, ... it's ugly and very painful).

    antworten


  • English News

    Vienna Airport: 13.0% increase in passengers during August 2010
    Next Step Down: From the European Union To The Transfer Union
    Moody's downgrades EVN's rating to A3
    Zumtobel: Bottom-line beat of cons. not enough to trigger re-rating
    Lenzing hired RZB and UniCredit to sell bonds

    >> more: english.boerse-express.com

    Disclaimer: Der Börse Express kann für die Richtigkeit der Inhalte keine Haftung übernehmen. Die gemachten Angaben dienen einzig zu Informationszwecken und keinesfalls als Aufforderung zum Kauf/Verkauf von Aktien. Zudem muss konkret darauf hingewiesen werden, dass es sich bei den Beiträgen um die Privatmeinung des jeweiligen Autors handelt. Diese muss nicht mit der Börse Express-Meinung übereinstimmen, kann dieser sogar entgegengerichtet sein.

    Copyright-Hinweis: Das vollständige oder teilweise Übernehmen von Beiträgen auf www.be24.at ist nur mit ausdrücklicher schriftlicher Zustimmung seitens www.boerse-express.com möglich, lediglich die Linksetzung mit Quellenangabe ist authorisiert, aus den Texten darf nichts kopiert werden. Die Rechte liegen bei www.boerse-express.com bzw. bei den Autoren.

    Unsere AGB finden Sie hier.

    Sie wollen ebenfalls BElogger werden?
    Mail to: office@boerse-express.at
    © Styria Börse Express GmbH Impressum

    powered by
    catalyst catalyst



    Weitere Online-Angebote der Styria Media Group AG:
    Börse Express | foonds.com | Die Presse | ichkoche.at | Kleine Zeitung | typischich.at | willhaben | WirtschaftsBlatt
    Schliessen
    Als Email versenden