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12. März 2010 03:45
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Heute gibt es eigentlich nur Makrodaten zu beachten, die wichtigsten aus den USA, den Beginn macht ab rein zeitlich natürlich Europa.
Als da wäre die Industrieproduktion der Euro-Zone im Jänner (11.00 Uhr). Da wir die grossen Länder wie Deutschland bereits kennen, dürfte es eigentlich keine gröbere Überraschung geben: Auf Monatsbasis wird ein Dreh von minus 0,5 (plus 1,4 im November) auf plus 0,7 Prozent erwartet (im Gegensatz etwa zu den deutschen Daten wird bei den Euro-Zahlen der Bausektor ausgeklammert – das verringert in diesem Fall das Risiko witterungsbedingter Einbussen).
Um 14.30 Uhr liefern die USA dann ihre Einzelhandelsumsätze für Februar. Auch das Auslaufen des „Cash-for-Clunkers“-Programms wird die Zahlen belastet haben. Auf Monatsbasis wird ein Rückgang von plus 0,5 auf minus 0,2 Prozent gesehen. Ex Auto sollen die Zahlen bei plus 0,1 nach plus 0,6 Prozent liegen. Das ist insofern wichtig, da der US-Konsument für etwa 60 Prozent des US-BIPs verantwortlich zeichnet.
Dann gibt es um 15.55 das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan für März. Hier wird ein leichter Anstieg von 73,6 auf 74,0 Punkte erwartet (bei der Sorge Arbeitslosigkeit werden wir Werte von über 100 wohl nicht so schnell wieder sehen).
16.00 Uhr folgen noch die Lagerbestände für Jänner, die sich nach einem Rückgang von 0,2 Prozent diesmal um 0,2 Prozent wieder gefüllt haben sollen.
Unter den ATX-Unternehmen gibt’s nur für die OMV News. Um 10.00 Uhr der IEA-Monatsbericht zum Ölmarkt, und ENI gibt seinen Strategieplan 2010 bis 2013 bekannt.
Bei A-Tec sind in den kommenden Tagen teilweise Rückstufungen zu befürchten - die RCB hat es bereits angekündigt (auch wenn das dem ATX mittlerweile egal ist).
Mit einem Auge sollten wir nach Portugal schielen. Nicht nur, da es dort jetzt wesentlich schöner ist (plus 16 Grad heute, sonnig!), sondern da das Parlament den Sparhaushaltsplan absegnen muss. Je ruhiger das von statten geht, desto ruhiger wird der Euro durch den Tag segeln.
Ich sehe heute das grösste Risiko in den Einzelhandelszahlen. Minus 0,2 Prozent könnte ich mir auch angesichts zuletzt doch immer wieder enttäuschender Daten vom Arbeitsmarkt als zu optimistisch vorstellen.
Apropos Arbeitsmarkt
Schönen Tag!
Wie alles begann:
Auch ich habe das ‚verlorene Jahrzehnt’ zu spüren bekommen. Kostolany ist meinem Typus dabei sicher näher als Robert Schittler, der für mich bekannteste ‚Chartist’ Österreichs, Chef der Chartanalyse von Raiffeisen.
Leider. Denn sieht man sich den Markt rückblickend an, erkennt jeder Chart-Laie wann der richtige Zeitpunkt zum Handeln gekommen ist. Rückblickend funktioniert es also, im Konjunktiv. Aber auch vorwärts gerichtet?
Die Idee eines Selbstversuchs war geboren: Ziel ist, mittels minimalem Zeitaufwand – einmal pro Tag muss in einem ersten Schritt reichen (Zeit wird heutzutage immer kostbarer) – besser zu sein, als der Wiener Markt. Ich verwende die gebräuchlichsten Indikatoren wie MACD (leicht und schnell bei den meisten Charttools diverser (Online-)Banken abrufbar. Liefert ein Kaufsignal, wenn die kürzere Durchschnittslinie die längere von unten schneidet, und umgekehrt) und RSI (klingt ebenfalls relativ einfach und schnell einfach einsetzbar: Werte über 70 Punkte deuten eine überkaufte Situation an, Werte von unter 30 eine überverkaufte Lage).
Was bisher geschah:
25. Jänner
Kauf ATX XXL WAVE Put mit 24,2/24,4; Stopp-Loss 4800 Punkte (ISIN DE000DB91DA0) - verkauft - Gewinn 5,1%
28. Jänner
Kauf ATX XXL WAVE Call mit 5,52/5,72; Stopp-Loss 2070 Punkte (ISIN DE000B2QA21) – verkauft – Verlust 5,15%
2. Februar
Kauf ATX XXL WAVE Call mit 1,51/1,71; Stopp-Loss 2480 Punkte (ISIN DE000DB6G389) – ausgestoppt am 4.2. – Verlust 29,8%
2. Februar
Kauf ATX XXL WAVE Put mit 2,32/2,52; Stopp-Loss 2680 Punkte (ISIN DE000DB6A234) - verkauft - Gewinn 23,4%
7. Februar: Kauf ATX XXL Wave Call mit 12,14/12,26, Stopp-Loss 1230 Punkte (ISIN DE000DB4JAF5) verkauft - Gewinn: 1,5%
16. Februar: Kauf ATX XXL Wave Call mit 3,05/3,25; Stopp-Loss 2280 Punkte (ISIN DE000DB4QW56) - verkauft - Verlust 7,2%
4. März: Kauf ATX XXL Wave Call mit 2,29/2,49; Stopp-Loss 2280 Punkte (ISIN DE000DB4QW56)
10. März: Verkauf Hälfteposition Call DE000DB4QW56 - Gewinn 10,2%
Was wurde bisher gelernt?
Der "Bauch" gehört ausgeschaltet
Der ATX macht bei einem RSI von etwa 40 regelmässig halt und strebt wieder nach oben.
Divergenzen zwischen der Entwicklung von RSI und ATX sind ernst zu nehmen.
Bei Produkten mit eingebautem Stopp-Loss-Kurs darf es keinen Zeitmangel geben.
Rein um nicht mit einem heimischen Anbieter in den ‚Clinch’ zu kommen, bediene ich mich zumindest in einem ersten Schritt einzig im Produktsortiment der Deutsche Bank, mit dem Nachteil, dass es im Vergleich klein ist.
Auf den ATX gibt es von der Deutsche Bank sogenannte WAVEs, XXL steht dann zumeist für endlose Laufzeit (siehe http://www.xmarkets.at). Als kleine Besonderheit weisen diese Papiere einen Hebel sowie eine Knock-out-Schwelle auf.
Im „Handbuch“ ( Technical Analysis of the Futures Markets) steht, dass primäre Aufgabe ist, den langfristigen Trend des Marktes zu eruieren.
Bloomberg liefert Daten bis 1986 – also bitte – siehe Chart.
Zweiter Schritt (laut Handbuch): Stimmt dieser langfristige mit dem mittelfristigen Trend überein? Und empfiehlt fünf Jahre (siehe Chart).
Lang- und Mittelfrist-Trend stimmen somit NICHT überein.
Der Mittelfristtrend ist dann noch im kurzfristigeren Neun-Monat-Bereich abzutesten (siehe Chart).
Und warum das Ganze? Der Sinn eines Trendfolgers ist es, neue Trends schnellstmöglich zu identifizieren, das deckt der MACD ab. Im Gegensatz dazu ist der RSI ein Oszillator (misst Kursausschläge rund um ein statistisches Mittel), dessen Hauteinsatzgebiet der trendlose Markt ist. Während Trendphasen warnt ein Oszillator aber vor kurzfristigen Marktextrempunkten. Das muss noch keine Trendumkehr bedeuten, aber vielleicht etwas wie kurzfristige Gewinnmitnahmen.

ATX-Entwicklung 9 Monate
Quelle: Bloomberg

ATX-Entwicklung seit 1986
Quelle: Bloomberg

ATX: 5 Jahresentwicklung
Quelle: Bloomberg
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