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09. März 2010 16:10
auch heute melde ich mich wieder aus Toronto von der PDAC. Neben dem Investment-Trend Seltene Erden möchte ich auch schon ein kleines persönliches Fazit ziehen.
Beginnen möchte ich aber mit dem Thema Seltene Erden. Ohne Frage liegt dieses Thema im Trend. Auch wenn kaum einer mit den Namen Tantal oder Lithium etwas anfangen kann, so sind wir doch überall von diesen Stoffen umgeben.
Ein gutes Beispiel dafür ist Tantal. Dieses Spezialmetall kann elektrische Energie besonders gut speichern. Auf Basis dieser Eigenschaft gibt es zahlreiche Anwendungen im High-Tech Bereich. Man kann es auf die einfache Formel bringen: Ohne Tantal können keine Handys oder Computer mehr hergestellt werden.
Allerdings sind auf dem weltweiten Tantal-Markt grosse Verschiebungen zu beobachten. So konnte das Anqebot auf dem Weltmarkt mit der gestiegenen Nachfrage in den vergangenen Jahren kaum Schritt halten. Bis jetzt war es jedoch noch möglich, diese Lücke durch Lagerbestände aufzufüllen. Aber das wird bald nicht mehr gehen.
Ein Hauptgrund für den Engpass liegt in der Schliessung der wichtigsten Tantal Mine in Australien. Allein von dort hat Talison einen Weltmarktanteil von 30% liefern können. Doch diese Mine ist seit 2008 geschlossen, weil sie nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden kann.
Laut Angaben von Chris Grove von Commerce Resources, einem Tantal-Explorer aus Kanada, benötigt Talison einen Preisanstieg von rund 80% um wieder profitabel arbeiten zu können. Laut aktueller Marktprognosen ist es aber sehr wahrscheinlich, dass das Tantal-Angebot schon in diesem Jahr nicht mehr ausreicht. In diesem Umfeld ist ein deutlicher Preisanstieg zu erwarten.
Und nun kommt Commerce Resources ins Spiel. Das Unternehmen hat auf dem Upper Fir Projekt seit 2005 insgesasmt 153 Löcher gebohrt und in den nächsten drei Monaten ist gleich mit zwei neuen Ressourcenschätzungen zu rechnen. Zudem steht im weiteren Jahresverlauf noch eine Scoping Studie an. In dieserm Bericht wird evaluiert, ob dieses Vorkommen wirtschaftlich abbaubar ist.
Patrick Stratton, Spezial-Analyst bei Roskill Consulting sagte mit zu den Aussichten für Commerce Resources: "Auf dem engen Weltmarkt ist genug Potenzial für Commerce Resources und auch das zweite neue Tantal-Vorkommen in Kanada." Nach dem aktuellen Stand plant Commerce Resources den Start der Produktion frühestens im Jahr 2012.
An diesem Zeitrahmen erkennen Sie eins: In diesem Segment muss man als Investor Zeit mitbringen. Von der Entdeckung einer neuen Lagerstätte bis zum Start der Produktion ist es sehr gut möglich, dass bis zu zehn Jahre vergehen. Der Erfolg von Rohstoffprojekten hängt eben von so vielen externen Faktoren ab. Bei dieser Ausgangslage ergibt sich ein hohes Risiko, aber auch enorme Chancen.
In Deutschland gibt es von Seite der Investoren jedoch einen grossen Unterschied zu Kanada: Während in Deutschland kleine Rohstoffwerte vor allem als kurzfristiges Tradinginstrument angesehen werden, ist in Kanada diese Anlageklasse viel tiefer verankert und viele Investoren gehen strategische Investments ein, denen sie dann für einige Jahre treu bleiben.
Sicherlich sehen die Kanadier auch die Risiken in diesem Business. Da das Land jedoch selbst über viele Rohstoffe verfügt, gibt es aber auch genügend Erfolgsgeschichten quasi vor der eigenen Haustür. Und das macht es den hier angesiedelten Firmen viel leichter, Investoren mit ins Boot zu holen.
Zuversicht zu spüren
Insgesamt fällt das erste Fazit zur PDAC sehr positiv aus. Die wachsende Zuversicht ist überall zu spüren. In vielen Gesprächen mit den Vorständen der Unternehmen ist sehr viel von erfolgreichen Finanzierungen zu hören. Das ist ein gutes Zeichen. Im vergangenen Jahr gab es bei sehr vielen Firmen finanzielle Engpässen und so sind viele Firmen in den vergangenen 12 Monaten verschwunden.
Wie in anderen Sektoren auch ist das richtige Timing auch im Rohstoffsektor entscheidend. Ein interessantes Beispiel dafür ist der Silberkauf von Warren Buffett 1999. Damals kaufte der bekannte Investor knapp 130 Mio. Unzen auf dem niedrigsten Preisniveau seit Jahrzehnten. Dieser Einstieg war optimal bei knapp 6 Dollar.
Beim Verkauf war Buffett im Rückblick jedoch zu ungeduldig: er verkaufte die gesamte Position schon knapp zwei Jahre später. Damals stand der Silberpreis bei 7,50 Dollar. Aktuell notiert Silber wieder bei mehr als 17 Dollar pro Feinunze. Was lernen wir daraus? Wenn man im Rohstoff-Segment von einem Investment überzeugt ist, sollte man einen sehr langen Atem haben.
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