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US-Hypothekenmarkt: Interventionismus ausser Kontrolle

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04. März 2010 16:04

aus dem BE
Ein grosser Teil der in den USA vergebenen Hypotheken wird gebündelt, verbrieft und via staatlich geförderter Hypothekenbanken (Freddie Mac & Fannie Mae) als MBS-Anleihen (Mortgage Backed Securities) am Kapitalmarkt verkauft. Dies ermöglichte es in der Vergangenheit, die Zinsen für Hypotheken (zu) niedrig zu halten und mehr und mehr US-amerikanische Bürger konnten sich so den Traum vom Eigenheim erfüllen.

Bill Clinton drückte dieses Bestreben damals in einer Rede vor der National Association of Realtors zum Thema „The National Homeownership Strategy: Partners in the American Dream“ mit folgenden pathetischen Worten aus:

„[...] more Americans should own their own homes, for reasons that are economic and tangible, and reasons that are emotional and intangible, but go to the heart of what it means to harbor, to nourish, to expand the American Dream."

Diese Verwirklichung des amerikanischen Traums ist aber unfinanzierbar geworden, da sich seit dem Ausbruch der Finanzkrise kaum noch Käufer für derartige Anleihen finden und so muss nun der Staat bzw. die „unabhängige“ Notenbank muss als „Buyer of Last Resort“ auftreten. Welches gigantische Ausmass diese Stützungsaktionen bereits erreicht haben, wird aber geschickt vor der Öffentlichkeit verheimlicht. So ist es wohl auch kein Zufall, dass folgende Meldung am 25. Dezember 2009 - und von den meisten Marktteilnehmern daher wohl unbemerkt - über Bloomberg kam:

„The Treasury said yesterday it is ending its mortgage-backed security purchase program as of Dec. 31, after about $220 billion in purchases.” Quelle: http://www.bloomberg.com/apps/news? pid=20601087&sid=abTVUSp9zbAY&pos=1

Bis zu dieser Meldung war nicht bekannt, dass auch das US-Finanzministerium neben der FED am Markt für Hypotheken intervenierte. Fassen wir zusammen:

Die US-Notenbank hat aktuell bereits 1.033 Mrd. an MBS Anleihen und Agency Bonds monetarisiert (= Aufkauf der Anleihen durch die Zentralbank mittels frisch gedruckten Geldes). Zusätzlich wurden noch 300 Mrd. an US-Staatsanleihen gekauft. Die Meldung, dass auch das Finanzministerium mit 220 Mrd. interveniert hat, bringt diese Zahl auf astronomische 1.553 Mrd. USD. Damit man ein Gefühl dafür bekommt, was dies heisst, hier ein paar Vergleichszahlen, um diese astronomischen Grössen in Relation setzen zu können: Pro Jahr werden in den USA ca. 5,05 Mio. „existing homes“ zu einem Durchschnittspreis von 212.000 USD und 309.000 „new homes“ zu einem Durchschnittpreis von 254.500 USD verkauft. Kostenpunkt zusammen ca. 1,15 Billionen USD. Unterstellt man nun, dass diese Häuser alle mit einer Anzahlung von 10% Eigenkapital und der Rest via Hypothekenkredit finanziert wurde, dann ergibt dies eine Summe von ca. 1.034 Mrd. Dies entspricht ziemlich exakt der oben angeführten Zahl zum Stand des aktuellen MBS-Monetarisierungsprogramms der FED.

Ob Notenbankchef Bernanke wirklich Ende März das mittels Druckpresse finanzierte Kaufprogramm beenden kann, scheint daher höchst fragwürdig, denn ohne diese Massnahmen würde der gesamte Markt nicht mehr existieren (zumindest nicht zu diesem „Gleichgewichtspreis“), da die FED im Prinzip 100% aller Neuemissionen an verbrieften Hypotheken aufkaufen muss.

Nur so gelingt es noch, das Zinsniveau künstlich tief zu halten und einen totalen Nachfragekollaps bei den MBS-Anleihen (zumindest temporär) zu vermeiden. Der Spruch „Die Zeit heilt alle Wunden“, trifft auf diese Situation wohl nicht zu, denn das Dilemma ist, dass - so lange die FED die Preise für diese Anleihen künstlich oben hält - kein rational denkender Käufer an diesem Markt teilnehmen wird.





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