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04. März 2010 15:58
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Für europäische Banken werde es nach einer Regulierung in der derzeitigen Form schwierig werden, neues Kapital aufzustellen - "Nicht alle heimischen Banken werden die höheren Anforderungen der Zukunft erfüllen können"
Österreichs Banken wird in den nächsten Jahren nicht langweilig werden. Bankenkrise, Bankensteuer, Basel III: Ex-OeNBDirektoriumsmitglied Josef Christl sah am Mittwoch bei der Erste Bank Journalistenakademie so einiges auf die Kreditinstitute zukommen. Vor allem Basel III werde etliche Herausforderungen bringen.
13 Milliarden Euro zusätzlich nötig
Das Problem für die Banken bei Basel III werden die höheren Anforderungen an die Eigenmittelkapitalausstattung und die Liquidität sein. Von 13 Milliarden Euro zusätzlich für die heimischen Banken sprach der angesehene Ökonom. Laut Christl werden Österreichs Banken mittelfristig ein Viertel mehr Kapital brauchen. Ein „first guess“, wie er meinte. Das könne sich noch ändern. Es würden im Zuge von Basel III noch wichtige Parameter fehlen, die jetzt noch nicht bekannt sind. Auch hänge es von der künftigen Wirtschaftssituation ab. Die Berechnungen sind pi mal Daumen zu sehen. So kommt der jetzige Nationalbankdirektor Andreas Ittner auch auf nur rund 10 Milliarden Euro, Ittner sprach in dieser Woche im Klub der Wirtschaftspublizisten von einem „einstelligen bis niedrigen zweistelligen Milliardenbetrag“.
RoE würde tief fallen
Interessant in diesem Zusammenhang auch eine Studie von JP Morgan, auf die Christl verwies. Sollten die regulatorischen Massnahmen im Rahmen von Basel III so kommen, würde laut Studie der RoE bei 17 internationalen Grossbanken (wie Citi, Goldman, UBS ...) von 13,3 auf 5,4% sinken. Am meisten betroffen wären britische Banken, auch die europäischen allgemein würde Basel III hart treffen. Für die BA-Mutter UniCredit wurde z. B. ein Verfall des RoE von 13,0 auf 4,8% ausgemacht. Die US-Banken können indes entspannter gen Basel blicken. „Das neue Regulatorium wird Europäern stärker auf den Kopf fallen als Amerikanern“, so Christl. Denn die US-Banken erfüllten schon jetzt mehrere Voraussetzungen: Eine bessere Eigenkapitalausstattung, die Strukturen wurden schon angepasst, die Staatsgelder stärker zurückgezahlt.
„Kommt nicht so dramatisch“
Für europäische Banken werde es nach der Regulierung schwierig werden, neues Kapital aufzustellen. Eine Kostenüberwälzung auf Preise und damit den Kunden sei wahrscheinlich. Um die 13,3% aufrecht erhalten zu können, sei eine Preiserhöhung von 33% erforderlich. Christl glaubt persönlich aber nicht, dass Basel III „so dramatisch kommt“. Derzeit laufen Studien, um das „Kind nicht mit dem Bade auszuschütten“, die Sorge grassiert, dass es zu volkswirtschaftlichen Verschiebungen kommen könnte. Wenn die Banken mehr Geld brauchen, wird eine Kreditklemme wahrscheinlicher - vor allem in bankenfinanzierten Marktsystemen wie Österreich eines darstellt, wo sich die Unternehmen die Kredite in der Regel von den Banken und nicht vom Kapitalmarkt holen.
Strukturwandel in der Bankenlandschaft
Wenn man als Bank künftig erfolgreich sein will, dann muss man laut Christl insbesondere eine sichere Fundingstruktur haben: Überleben in ihrer jetzigen Form werden die, die es schaffen, sich eine breite Einlagenbasis aufzustellen. Nicht alle werden die höheren Anforderungen der Zukunft erfüllen können, glaubt Christl. „Die eine oder andere heimische Bank wird Probleme haben, die Forderungen zu erfüllen.“ Die Folge? Ein Strukturwandel in der heimischen Bankenlandschaft!
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