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08. Februar 2010 15:25
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Nun soll keiner sagen, man hätte den Einbruch nicht vorher sehen können. Ich und der ein oder andere Kollege hatten vor der Blase, die sich da ganz offensichtlich in den letzten Monaten und Jahren bildete gewarnt.
Und wie schon zu Zeiten als ich gegenüber dem hohen Rohölpreis in Stellung ging, bekam ich wieder recht kritische, ja mitunter verunglimpfende Rückmeldungen. Wobei mich das wenig tangiert. Das ist eben der Preis für eine unabhängige Meinung, den man bezahlen muss, wenn man nicht der Horde hinterher rennt.
Und dabei frage ich mich immer wieder, warum die grossen Häuser einen solchen Schwachsinn mitmachen. Wir erinnern uns, dass es vor noch gar nicht so langer Zeit eine Studie aus dem Hause Goldman Sachs gab, die den Rohölpreis bei über 200 Dollar je Barrel sah. Da kann man heute eigentlich nur noch drüber schmunzeln. Jedenfalls dann, wenn man nicht darauf hereingefallen ist. Soviel also zum Thema Experten und grosse Namen!
Wobei ich zugebe, dass es momentan nicht ganz einfach ist, beim Gold die Nerven zu bewahren. Angesichts der Probleme, die mittlerweile nicht nur einzelne Staaten haben mit ihrer Verschuldung haben, scheint es durchaus sinnvoll zu sein in Gold zu gehen. Und wenn diejenigen - zu denen auch ich mich zähle - Recht haben, die glauben, dass die Geldmenge die Inflation treiben wird, dann müsste das Gold eigentlich wieder steigen, oder?
Und so gebe ich zu, dass ich momentan schwanke. Weil ich auf der einen Seite den derzeitigen Politikern nicht zutraue, dass Sie die Schulden zurückführen ohne die Wirtschaftsleistung abzuwürgen. Da braucht es schon herausragende Persönlichkeiten mit Rückgrat und wirtschaftspolitischem Sachverstand. Was leider absolute Mangelware ist.
Andererseits sind da die Konjunkturlokomotive China und der ungeheure Nachholbedarf der Schwellenländer, der das ganze etwas erleichtern dürfte. Und schliesslich traue ich dem amerikanischen Notenbankpräsidenten Bernanke zu, dass er bereits in diesem Jahr beginnen wird, die Liquidität langsam aus dem Markt zu nehmen ohne die Konjunktur abzuwürgen. Was übrigens dem Dollar auch wieder Aufwind geben dürfte.
Eines ist gewiss. Unsere nahe Zukunft wird alles anderer als goldig sein.
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