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08. Februar 2010 12:13
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Aus den USA kommen um 14.30 Daten zum Arbeitsmarkt: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe per 6. Februar soll von 480.000 auf 465.000 fallen. Das kann ich mir insofern verstellen, da die US-Regierung mitten in der Akquise von Mitarbeitern zur alle zehn Jahre stattfindenden Bevölkerungszählung ist - hier werden mindestens 30.000 Leute gebraucht. Die registrierten Arbeitslosen per 30. Jänner sollen von 4,602 auf 4,60 Millionen gefallen sein, vor dem Hintergrund Volkszählung ...
Europa: Spanien meldet um 09.00 Uhr sein BIP für das vierte Quartal 2009. Auf Quartalsbasis soll sich der Rückgang von -0,3 auf -0,1 Prozent abschwächen, die Jahreswerte damit von -4,0 auf -3,0 Prozent.
Von den Unternehmen her sind heute auch nicht allzu viele Querschüsse zu erwarten: Philip Morris (13.00 Uhr) wie auch PepsiCo sind von der Konjunkturflaute sicher nicht so stark betroffen wie typische Zykliker, und ohnehin keine Indexschwergewichte. Und die bereits bekannten Ergebniss waren ja auch nicht so schlecht: Alcatel lag zwar unter den Erwartungen (schockiert bei Alcatel aber nicht mehr, und immerhin wurde im vierten Quartal die Gewinnzone erreicht); TeliaSonera traf den Konsens fast genau, total lag leicht darüber, was die OMV freuen könnte. Ob A-Tec auf das leicht unter den Erwartungen liegende Ergebnis bei Rio Tinto reagiert, wir werden sehen. Die Wienerberger-Zahlen liegen ohnehin in etwa in den Erwartungen.
Wie alles begann:
Auch ich habe das ‚verlorene Jahrzehnt’ zu spüren bekommen. Kostolany ist meinem Typus dabei sicher näher als Robert Schittler, der für mich bekannteste ‚Chartist’ Österreichs, Chef der Chartanalyse von Raiffeisen.
Leider. Denn sieht man sich den Markt rückblickend an, erkennt jeder Chart-Laie wann der richtige Zeitpunkt zum Handeln gekommen ist. Rückblickend funktioniert es also, im Konjunktiv. Aber auch vorwärts gerichtet?
Die Idee eines Selbstversuchs war geboren: Ziel ist, mittels minimalem Zeitaufwand – einmal pro Tag muss in einem ersten Schritt reichen (Zeit wird heutzutage immer kostbarer) – besser zu sein, als der Wiener Markt. Ich verwende die gebräuchlichsten Indikatoren wie MACD (leicht und schnell bei den meisten Charttools diverser (Online-)Banken abrufbar. Liefert ein Kaufsignal, wenn die kürzere Durchschnittslinie die längere von unten schneidet, und umgekehrt) und RSI (klingt ebenfalls relativ einfach und schnell einfach einsetzbar: Werte über 70 Punkte deuten eine überkaufte Situation an, Werte von unter 30 eine überverkaufte Lage).
Was bisher geschah:
25. Jänner
Kauf ATX XXL WAVE Put mit 24,2/24,4; Stopp-Loss 4800 Punkte (ISIN DE000DB91DA0)
28. Jänner
Kauf ATX XXL WAVE Call mit 5,52/5,72; Stopp-Loss 2070 Punkte (ISIN DE000B2QA21) – verkauft – Verlust 5,15%
2. Februar
Kauf ATX XXL WAVE Call mit 1,51/1,71; Stopp-Loss 2480 Punkte (ISIN DE000DB6G389) – ausgestoppt am 4. Februar – Verlust wird nachgereicht
2. Februar
Kauf ATX XXL WAVE Put mit 2,32/2,52; Stopp-Loss 2680 Punkte (ISIN DE000DB6A234) - verkauft - Gewinn 23,4%
7. Februar: Kauf ATX XXL Wave Call mit 12,14/12,26, Stopp-Loss 1230 Punkte (ISIN DE000DB4JAF5) verkauft - Gewinn/Verlust: 1,5 Prozent
Was wurde bisher gelernt?
Der ATX macht bei einem RSI von etwa 40 regelmässig halt und strebt wieder nach oben.
Divergenzen zwischen der Entwicklung von RSI und ATX sind ernst zu nehmen.
Bei Produkten mit eingebautem Stopp-Loss-Kurs darf es keinen Zeitmangel geben.
Rein um nicht mit einem heimischen Anbieter in den ‚Clinch’ zu kommen, bediene ich mich zumindest in einem ersten Schritt einzig im Produktsortiment der Deutsche Bank, mit dem Nachteil, dass es im Vergleich klein ist.
Auf den ATX gibt es von der Deutsche Bank sogenannte WAVEs, XXL steht dann zumeist für endlose Laufzeit. Als kleine Besonderheit weisen sie einen Hebel sowie eine Knock-out-Schwelle auf.
Im „Handbuch“ ( Technical Analysis of the Futures Markets) steht, dass primäre Aufgabe ist, den langfristigen Trend des Marktes zu eruieren.
Bloomberg liefert Daten bis 1986 – also bitte – siehe Chart.
Zweiter Schritt (laut Handbuch): Stimmt dieser langfristige mit dem mittelfristigen Trend überein? Und empfiehlt fünf Jahre (siehe Chart).
Lang- und Mittelfrist-Trend stimmen somit NICHT überein.
Der Mittelfristtrend ist dann noch im kurzfristigeren Neun-Monat-Bereich abzutesten (siehe Chart).
Und warum das Ganze? Der Sinn eines Trendfolgers ist es, neue Trends schnellstmöglich zu identifizieren, das deckt der MACD ab. Im Gegensatz dazu ist der RSI ein Oszillator (misst Kursausschläge rund um ein statistisches Mittel), dessen Hauteinsatzgebiet der trendlose Markt ist. Während Trendphasen warnt ein Oszillator aber vor kurzfristigen Marktextrempunkten. Das muss noch keine Trendumkehr bedeuten, aber vielleicht etwas wie kurzfristige Gewinnmitnahmen.

ATX-Entwicklung 9 Monate
Quelle: Bloomberg

ATX: 5 Jahresentwicklung
Quelle: Bloomberg

ATX-Entwicklung seit 1986
Quelle: Bloomberg
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