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04. Februar 2010 15:16
"Wann kommt die Krise beim Verbraucher an?" Das ist das Motto unter dem die Pressekonferenz der Gesellschaft für Konsumforschung zum Thema "Ausblick auf das Verbraucherverhalten im Jahr 2010" stand. Das Verbraucherverhalten soll im Gegensatz zum Vorjahr wo der private Konsum die Wirtschaftsentwicklung mit +0,4 % Wachstum gestützt hat, in 2010 stagnieren. Soviel schon einmal vorab. Weil die Angst vor Arbeitslosigkeit und steigenden Energiepreisen das Konsumklima in Deutschland nun doch dämpft. Dennoch wird sich der Erholungsprozesses der deutschen Wirtschaft fortsetzen, wenngleich mit abgeschwächter Dynamik.
Auch durchschauen die Verbraucher offenbar die "linke Tasche, rechte Tasche"-Mentalität auch dieser Regierung. Während auf der einen Seite Kindergelderhöhung und die verbesserte Abzugsfähigkeit von Krankenversicherungsbeiträgen positiv zu Buche schlagen, wird die vermeintliche Wohltat auf der anderen Seite über eine etwas höhere Inflation, die Erhebung von Zusatzbeiträgen durch die Krankenkassen und höheren Abgaben und Gebühren der Kommunen sofort wieder einkassiert.
Wie reagieren nun die Verbraucher darauf? Diese Frage ist deshalb auch für uns Börsianer wichtig, weil wir dadurch eine Ahnung bekommen, welche Branchen voraussichtlich Gewinner bzw. Verlierer sein werden und wo Kurszuwächse winken.
Die Güter des täglichen Konsums reduzieren die Bürger um -10 %. Da geht ein Teil ab für das sog. Vorsichtssparen. Das ist nachvollziehbar, wenn man liest, dass 23 % der deutschen Haushalte direkt von Arbeitslosigkeit betroffen sind. 46 % der Haushalte sind als krisenresistent einzustufen, d.h. dass denen die Krise gar nichts ausmacht. Im Gegenteil. Wobei bei diesen Nachhaltigkeit, fairer Handel und soziale Verantwortung immer stärker in den Vordergrund treten. Dies sollten sich diejenigen, die wieder und wieder hierzulande die Neiddebatte anfeuern zu Herzen nehmen. Leistungsträger zeigen Verantwortung. Hierzulande und auch anderswo. Das zeigen auch Staaten wie die USA, wo der Stiftungs- bzw. Charitygedanke weiter verbreitet als bei uns ist. Weil der Staat sich nicht so stark in den Vordergrund schiebt.
Der grosse Verlierer der Krise ist wohl die Gastronomie. Hier spart der deutsche Konsument am Meisten. Was verständlich ist. Getrunken wird dann doch eher zu Hause, was die Getränkehersteller positiv spüren. So nimmt das Cocooning bzw. Homing zu. Also der Rückzug in die eigenen vier Wände. Davon profitieren natürlich Baumärkte über Produkte wie Kamin, Kachelofen, Pflanzen und Gartenmöbel. Auch Elektrokleingeräte wie Espressomaschinen und Bodenstaubsauger werden zunehmen nachgefragt. Und natürlich profitiert die Konsumelektronik mit am stärksten. Flachbildschirme sind z.B. weiterhin stark gefragt.
Interessant ist auch die Feststellung der GfK, dass sich die Wertorientierung der Verbraucher durch die Krise geändert hat. Vertrauen wird seltener gewährt. Und das eigene Denken und Handeln wird stärker hinterfragt. Bewusster konsumieren, Qualität statt Quantität und Verzicht auf Überflüssiges sind angesagt. Wie auch das
"Freuen über die kleinen Dinge".
Dann hat wohl die Krise am Ende doch noch was Gutes gehabt, oder?
Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und stets hohe Renditen.
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