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Köpferollen im Flughafen lenkt von politischer Verantwortung ab

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20. Jänner 2010 18:02

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Es verdichten sich die Gerüchte, dass einer der drei Flughafen-Vorstände vorzeitig abgelöst wird. Herbert Kaufmann soll das immer schlimmer werdende Skylink-Debakel den Kopf kosten, haben Wiens Bürgermeister Häupl und Niederösterreichs Landeshauptmann Pröll dem Vernehmen nach beschlossen. Am enormen politischen Einfluss auf das börsennotierte Unternehmen Flughafen Wien ändert sich damit nichts: Mit Ernest Gabmann und Gerhard Schmid bleiben ein Schwarzer und ein Roter am Ruder.
Zum neuen starken Mann beim Flughafen soll jetzt Niederösterreichs ehemaliger Wirtschaftslandesrat und Landeshauptmann-Stellvertreter Ernest Gabmann werden. Schon Gabmanns Antsantritt vor rund einem Jahr war höchst umstritten, wurde er doch kurzerhand vom allmächtigen Erwin Pröll in einer Pressekonferenz ernannt. Die Aufsichtsräte durften die politische Entscheidung danach nur noch abnicken.

Gabmann: Vom Problemlöser zum Problemverursacher
Gabmann signalisierte sofort, er wolle im Skylink-Chaos hart durchgreifen, verfügte einen Baustopp und stieg aus den Verträgen mit den Subunternehmern aus. Was ihm Experten damals schon prophezeiten, wurde jetzt zur Gewissheit: Einige der ausgebooteten Firmen haben geklagt. Nicht nur, dass dem Flughafen jetzt empfindliche Schadenersatzzahlungen drohen, könnten die juristischen Auseinandersetzungen auch den für Februar avisierten Weiterbau des neuen Terminals verzögern. Pröll-Günstling Gabmann hat also gleich mit seiner ersten Tat kräftig daneben gegriffen.

Wer braucht den Skylink überhaupt noch?
Indessen stellt sich angesichts des dramatischen Passagierrückgangs die Frage, ob der Flughafen den sündteuren neuen Terminal überhaupt braucht. Schwechat leidet massiv unter den Auswirkungen der Wirtschaftskrise, aber auch unter dem Verkauf der AUA. Ganz abgesehen davon, dass das Managementdesaster rund um den Skylink-Bau wohl auch Wiens Position in der Konkurrenzsituation zu Zürich oder München als Ost-West-Drehscheibe im Flugverkehr empfindlich schwächt. Unter diesen Voraussetzungen ist der Terminal ebenso unnötig wie die dritte Piste, die wegen des Endlosstreits mit zahlreichen Bürgerinitiativen ohnehin kaum realisierbar sein wird.

Sichtbar wird jedenfalls, dass schon den Planungen für den Skylink offenbar unrealistische Prognosen für die Zukunft zugrunde lagen - womit sich erneut die Frage der politischen Verantwortung für das Desaster stellt. Die Expansionsphantasien entsprangen ja maßgeblich dem politischen Willen der Verantwortungsträger - Häupl und Pröll. Solange sie sich selbst nicht dieser Verantwortung stellen, sind die Vorstandsrochaden im Flughafen-Vorstand Kosmetik, zumal ohnehin alles schön zweifärbig bleibt.

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  • 2010-08-26 08:12:39

    Flughafen Wien erwartet nun ein Passagierplus von 6% fürs Gesamtjahr

    antworten

  • 2010-08-26 08:23:22
    AktieX

    Anstieg des Periodenergebnisses im 1. Halbjahr 2010 um 11,6 Proze

    - Erhöhung des EBITDA um 6,9 Prozent auf Euro 85,7 Mio.
    - Anstieg des EBIT um 12,7 Prozent auf Euro 52,6 Mio.
    - Anstieg des Periodenergebnisses um 11,6 Prozent auf Euro 38,1 Mio.
    - Anstieg der Passagieranzahl um 5,5 Prozent auf 8.899.368

    Passagiere

    Verbesserte Prognose für 2010: Plus von 6,0 Prozent bei den Passagieren, Plus 7,0 Prozent beim Höchstabfluggewicht (MTOW) und Plus 1,0 Prozent bei den Flugbewegungen.

    Im ersten Halbjahr 2010 konnte die Flughafen-Wien-Gruppe Erlöse in Höhe von Euro 253,2 Mio. erwirtschaften, um 3,5 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Das Periodenergebnis nach Berücksichtigung des Steueraufwands ist um 11,6 Prozent auf Euro 38,1 Mio. (Vorperiode: Euro 34,1 Mio.) und damit stärker als das Verkehrsaufkommen gestiegen. In der Berichtsperiode wurde ein EBITDA von Euro 85,7 Mio. (+6,9 Prozent) und ein EBIT von Euro 52,6 Mio. (+12,7 Prozent) erzielt. Aufgrund der im Vergleich zum Umsatz besseren Entwicklung des Ergebnisses konnte die EBITDA-Margin auf 33,8 Prozent (Vorperiode: 32,8 Prozent) und die EBIT-Margin auf 20,8 Prozent (Vorperiode: 19,1 Prozent) verbessert werden.

    "Die Flughafen Wien AG kann im ersten Halbjahr ein starkes Bilanzergebnis verzeichnen und das ist ein klarer Beleg dafür, dass der Flughafen Wien ein starkes und erfolgsorientiertes Unternehmen ist. Auch das Verkehrsaufkommen entwickelt sich besser als erwartet. Wir verbessern daher unsere Verkehrsprognose für das Jahr 2010 und rechnen mit einem Zuwachs von 6 Prozent bei den Passagieren", erläutert Mag. Herbert Kaufmann, Vorstandssprecher der Flughafen Wien AG.

    Umsatzentwicklung in den Segmenten

    Im ersten Halbjahr 2010 wurden Umsatzerlöse in Höhe von Euro 253,2 Mio. erwirtschaftet, was einem Anstieg von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Die im Vergleich zur Verkehrsentwicklung unterproportionale Steigerung ist auf die Erhöhung der Incentives, inbesondere des Transferincentive, die zur Beschleunigung des Verkehrswachstums gegeben wurden, zurückzuführen. Die externen Umsätze des Segments Airport erhöhten sich im Vergleich zur Vorperiode um 17,2 Prozent auf Euro 124,8 Mio. Dies ist vor allem auf die geänderte Zuordnung der Erlöse aus der Passagier- und Gepäckkontrolle zurückzuführen, die im Vorjahr dem Segment Handling zugerechnet wurden. Aufgrund dieser geänderten Zuordnung sind die externen Umsätze des Segments Handling um Euro 9,6 Mio. auf Euro 76,6 Mio. gesunken. Das Segment Retail & Properties steigerte die Umsatzerlöse um 2,3 Prozent auf Euro 44,7 Mio., während die Umsätze des Berichtssegments "Sonstige Segmente" um Euro 1,1 Mio. auf Euro 6,7 Mio. zurückgingen.

    Plus 5,5 Prozent Verkehrswachstum im ersten Halbjahr 2010 trotz Aschewolke

    Am Flughafen Wien wurden im Zeitraum Jänner bis Juni 2010 8.899.368 Passagiere gezählt. Trotz der Auswirkungen der Aschewolke auf den europäischen Flugverkehr konnte in diesem Zeitraum ein Plus von 5,5 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode erzielt werden. Damit liegt die Passagierentwicklung am Flughafen Wien in diesem Zeitraum mehr als doppelt so hoch über dem Durchschnitt der 30 größten europäischen Flughäfen. Die Anzahl der abfliegenden Passagiere in die Region Osteuropa konnte um 8,0 Prozent gesteigert werden, jene in die Region Westeuropa um 4,5 Prozent. Der Verkehr in den Nahen und Mittleren Osten weist ein Wachstum von 11,5 Prozent auf. Auch die Region Nordamerika entwickelte sich mit einer Steigerung von 5,2 Prozent äußerst positiv; der Verkehr in die USA stieg um 6,8 Prozent. Nach einem Passagierzuwachs von 11,3 Prozent stieg der Anteil der Austrian Airlines Gruppe am Gesamtaufkommen von 48,7 Prozent auf 51,4 Prozent. Die Low Cost Carrier wiesen in Summe einen Anteil von 21,8 Prozent (Vorjahr: 23,9 Prozent) auf, was im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang von 4,0 Prozent entspricht. Das Höchstabfluggewicht (MTOW) war mit 3.744.236 Tonnen um 7,2 Prozent höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das Frachtvolumen (Luftfracht und Trucking) ist um 30,4 Prozent auf 148.353 Tonnen angestiegen. Die Anzahl der Flugbewegungen ist mit 119.167 Bewegungen im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig. Der Sitzladefaktor konnte von 65,9 Prozent in der Vorperiode auf 66,1 Prozent in der Berichtsperiode verbessert werden.

    Investitionen

    Die größten Investitionen im ersten Halbjahr 2010 entfielen mit Euro 22,4 Mio. auf die Terminalerweiterung VIE-Skylink, mit Euro 3,0 Mio. auf den technischen Lärmschutz und den Umweltfonds, mit Euro 1,7 Mio. auf den Infrastrukturausbau für die Westerweiterung, mit Euro 1,3 Mio. auf die Sicherheitskontrollstraßen sowie mit Euro 1,2 Mio. auf die Gepäcksortieranlage.

    Ausblick

    Laut den Verkehrszahlen für Juli entwickelten sich alle Verkehrssegmente positiv. Gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres erhöhte sich die Gesamtzahl der abgefertigten Passagiere um 11,3 Prozent. Mit über zwei Millionen Reisenden im Monat war der Juli 2010 der passagierstärkste Monat in der Geschichte des Flughafen Wien. Die Flugbewegungen stiegen um 0,8 Prozent, die Summe des Höchstabfluggewichts (MOTW) um 10,7 Prozent. Im Zeitraum von Jänner bis Juli 2010 stieg die Passagieranzahl um 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

    Aufgrund der erfreulichen Entwicklung korrigiert die Flughafen Wien AG ihre Verkehrsprognose und erwartet für das Geschäftsjahr 2010 ein Plus von 6,0 Prozent bei den Passagieren, einen Anstieg von 7,0 Prozent beim Höchstabfluggewicht (MTOW) sowie einen Zuwachs von 1,0 Prozent bei den Flugbewegungen.

    Für das Jahr 2010 sind Gesamtinvestitionen in Höhe von Euro 207,0 Mio. geplant. In dieser Summe sind Ersatz- und Instandhaltungsinvestitionen, nicht jedoch Investitionen für die dritte Piste, für Landkauf sowie Bauzeitzinsen enthalten.

    antworten


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