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Investments 2010 – Umfeld, Chancen, Prognosen

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11. Jänner 2010 11:42

Mit dem Jahr 2009 ist an den internationalen Aktien-, Zins-, Währungs- und Rohstoffmärkten ein besonders ereignisreiches, spannendes und volatiles Jahr zu Ende gegangen. Letztendlich eines der besten Börsenjahre der Geschichte, in dem beispielsweise der MSCI-World-Aktienindex über 25 % zugelegt hat und viele lokale Märkte diesen Wert noch deutlich toppen konnten.

Entsprechend interessant und auch vielfältig sind die Erwartungen der Analysten und Volkswirte für das Jahr 2010. Für die Aktienmärkte gehen die Aussagen von „erneut starkes Börsenjahr“ bis „größere Korrektur“. An der Währungsfront erwarten viele, dass der US-Dollar wieder an Stärke gewinnt, andere meinen, dass schon die hohe Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten eine schwächere Währung mit sich bringen wird. Ein ähnliches Bild bei Betrachtung der Zinslandschaft. Die Frage wann und wie deutlich die Notenbanken von ihrer derzeitigen Politik des großen Volumens an billigem Geld für das Bankensystem abweichen werden, bringt ebenso unterschiedliche Ansichten mit sich.

Aus vielen solchen Bausteinen, wie Wirtschaftsdaten, Medienberichten, Analystenkommentaren und technischen Bildern versucht man dann wieder für sich selbst das wahrscheinlichste Szenario für das Börsenjahr 2010 zu finden und nach dieser Annahme zu investieren.

Die Extrempunkte des USD/Euro-Verhältnisses lagen in 2009 etwa bei 1,25 bzw. 1,51. Aus unserer Sicht ist davon auszugehen, dass die kurzfristig stärkere Tendenz der amerikanischen Währung bereits in den kommenden Wochen wieder vorüber sein dürfte, weil die möglichen Stärkefaktoren für den Dollar, wie eine neuerliche Verschärfung der globalen Wirtschaftskrise, oder aber eine wesentlich raschere Erholung der US-Konjunktur einhergehend mit deutlich stärkeren und früheren Zinserhöhungen als in Europa, an Wahrscheinlichkeit verlieren. Bleibt die notwendige Konsolidierung der amerikanischen Staatsfinanzen und die derzeit, und vermutlich auch über weite Strecken des begonnenen Jahres, bestehende Niedrigzinspolitik in den USA. Wir glauben, dass der Euro im Jahresverlauf durchaus an die 10 % gegenüber dem US-Dollar zulegen könnte und sehen einen möglichen Jahresendwert bei knapp 1,60.

Für den Rohstoffbereich sind wir unverändert optimistisch und sehen hier weiteres Aufwärtspotential, vor allem beim Rohölpreis und bei den Agrarrohstoffen, aber auch bei Industriemetallen. Unterstützt werden diese Annahmen von der Erwartung einer langsamen, aber doch merkbaren, weiteren wirtschaftlichen Stabilisierung und durch das ureigenste Argument der begrenzten Verfügbarkeit. Ein dreistelliger Rohölpreis zum Jahresende würde uns keinesfalls überraschen. Gold zählt nicht zu unseren bevorzugten Investments, auch wenn wir höhere Inflationsraten in den kommenden Quartalten für sehr wahrscheinlich halten.

Wenn man den Inflationsschutz in den Vordergrund der eigenen Investments stellen möchte, dann sehen wir den Immobiliensektor als wesentlich attraktivere Variante an. Hier richtet sich unser Augenmerk auf unbebaute Grundstücke, aber auch viele Immobilienaktien, vor allem heimische Gesellschaften, weisen noch immer sehr niedrige Bewertungen auf.

Bleiben wir gleich beim Thema Inflation. Wir gehen davon aus, dass sie steigen wird, und zwar deutlich spürbar. Aber sie wird, auch wenn sie sich phasenweise über dem EZB-Zielkorridor befinden wird, keine wirklich unangenehmen Ausmaße erreichen. Das Deflationsgespenst dürfte vorerst jedenfalls vertrieben sein und das ist wohl eine besonders wichtige Tatsache, wenn man sich zum Beispiel die japanischen Probleme der letzten 20 Jahre vor Augen führt. Wichtig wird sein, dass die Notenbanken zeitgerecht und in großem Volumen Liquidität aus dem Markt nehmen, die sonst zu einer neuerlichen Überhitzung der Märkte führen könnte.

Das Wirtschaftswachstum sollte sich im Gesamtjahr 2010 auf einem Niveau befinden, das noch etwas über den, zuletzt schon stark nach oben korrigierten, Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute liegt.

Für die internationalen Aktienmärkte wären diese, zuvor beschriebenen Erwartungen, wohl ein recht gutes Umfeld und wir sind hier auch recht optimistisch. Eine starke Marktphase, die etwa bis April oder Mai anhalten könnte, sollte uns bereits deutlich über die Jahresanfangsstände der betrachteten Indizes bringen. Über den Sommer sehen wir dann eine höhere Wahrscheinlichkeit einer leichten Korrektur und eine darauf folgende Seitwärtsbewegung. Gegen Jahresende sollte es dann wieder Aufwärtspotential geben. Eigentlich ein klassischer Börsenjahreszyklus. Unsere Prognosen für die Jahresendstände einiger Indizes werden derzeit wohl viele für zu optimistisch halten.

Dem ATX beispielsweise trauen wir, wie schon vor einigen Tagen veröffentlicht, heuer einen Anstieg bis auf etwa 3.290 Punkte zu, was einen Wertzuwachs von etwa 32 % ab Jahresbeginn bedeuten würde. Auch den deutschen Leitindex DAX sehen wir zum Jahresende 2010 deutlich höher. 6.900 Punkte wären hier ein Wert, den wir uns gut vorstellen könnten. Für 2011 halten wir sogar wieder einen Test der Allzeithöchststände für realistisch. Auch an den US-Börsen sollte einiges an Potential vorhanden sein. Über 12.200 Punkte im Jahresverlauf wären wir jedenfalls nicht verwundert. Viele Investmentfonds, Versicherungen und Pensionskassen sind derzeit dem Vernehmen nach mit recht niedrigen Aktienquoten positioniert. Diese Tatsache könnte zusätzliche Unterstützung für die Aktienmärkte in den kommenden Monaten bedeuten. Überhaupt halten wir eine niedrige Aktienquote, im Verhältnis zur möglichen Aktienquote eines Investments, im Jahr 2010 für nicht ideal.

Bleibt zum Abschluss ein Blick auf die Zinstendenzen: Früher als die meisten anderen Marktteilnehmer rechnen wir mit Zinserhöhungen, sowohl der US-FED, als auch der europäischen Zentralbank. Im 3. Quartal könnte es bereits so weit sein, wenn die Inflationszahlen leicht anziehen und die wirtschaftliche Beruhigung voranschreitet. Die amerikanische Notenbank wird wahrscheinlich etwas früher dran sein, als die europäischen Kollegen. Die Zinsanhebungen werden dann in mehreren kleinen Schritten erfolgen und einige Zeit andauern. Für den Bondmarkt würde das eine schwächere Tendenz bedeuten, die wir auch aufgrund des zu erwartenden Abbaus der Überliquidität in den Märkten, näher rücken sehen. Unsere Empfehlung ist derzeit daher eine eher kurze Duration in der Veranlagung, auch um in einigen Quartalen möglichst flexibel bei Wiederveranlagungen zu sein. Schwächer erwarten wir im Jahresverlauf daher auch den Euro-Bund-Future. Ein Wert von nur mehr etwa 114 bis 116 Punkten, Ende des Jahres, würde uns hier nicht überraschen.

Wir wünschen Ihnen auch bei den Investments 2010 wieder eine gute Hand und freuen uns auf ein interessantes und chancenreiches Jahr.

Alle Informationen, die in diesem Text bekannt gegeben werden, sind eigene Einschätzungen der pi5-consulting gmbh, die nach bestem Wissen aus fundamentaler und technischer Sicht getroffen wurden. Sie stellen weder Finanzanalysen im Sinne des Wertpapieraufsichtsgesetzes, noch Anlageempfehlungen dar. Selbstverständlich können sich die Märkte auch ganz anderes entwickeln und die Prognosen sich später als falsch herausstellen. Daher sind alle Angaben, trotz sorgfältigster Erstellung, ohne jede Gewähr.

www.pi5.at     -mf-




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Der Verfasser des Textes legt gemäß § 48f Abs 5 BörseG offen, dass er selbst an einzelnen Finanzinstrumenten, die Gegenstand der verfassten Texte sind, ein nennenswertes finanzielles Interesse hat. Die verfassten Texte sind keinesfalls als Empfehlungen irgendwelcher Art zu sehen.



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