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07. Dezember 2009 11:46
Seit zweieinhalb Jahren stellt die Justiz Alfons Mensdorff-Pouilly wegen mutmaßlicher Schmiergeldzahlungen bei Rüstungsgeschäften nach. Auch er kann sich an seinen Kurzaufenthalt in der Justizanstalt Wien-Josefstadt nur mehr dunkel erinnern (wer weiß eigentlich noch, was Mensdorff überhaupt angelastet wird?). Erinnern Sie sich an André Rettberg? Der ehemalige Libro-Chef soll 2010 vor Gericht kommen – nach achtjährigen Ermittlungen. Wie wäre es mit Werner Böhm? Der Ex-Yline-Macher behelligt die Justiz nun auch schon seit sieben Jahren (oder ist es umgekehrt?) und hatte dabei sogar die Muße für eine weitere Pleite. Und jetzt auch noch das: In die Immofinanz-Ermittlungen (laufen eh erst seit einem Jahr) ist dummerweise ein Finanzminister a. D. am Rande involviert, derlei ist dem Engagement karrierebewusster Justizdiener immer abträglich. Es soll ja auch Richter geben, die gewisse Causen mit Blick auf den Pensionsantritt gar nicht mehr annehmen wollen – auch wenn der noch Jahre in der Zukunft liegt.
Ende Juni wurde in den USA ein gewisser Bernard L. Madoff als „größter Finanzbetrüger ever“ verknackt – nur sechs Monate nach dem Zusammenbruch seines Pyramidenspiels.
Sechs Monate – die braucht es hierzulande in aller Regel, um überhaupt die Postanschrift eines Delinquenten zu eruieren.
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