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Sky Europe und die Gier der Konsumenten

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2. September 2009 14:12

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Die Aufregung der Sky Europe Kunden und erstaunliche Parallelen zur Kritik an den Finanzberatern


Jetzt ist Sky Europe also endgültig pleite... und tausende von Urlaubern sind gestrandet bzw. bleiben auf Ihren Flugtickets sitzen. Die Medien überschlagen sich mit Tipps und Bedauern für die armen Betroffenen.

Bedauern?

Bedauern ist meiner Meinung nach hier nicht angebracht. Die finanziellen Turbulenzen von Sky Europe waren seit vielen Monaten der Öffentlichkeit bekannt.

Jeder, der in den letzten Monaten eines der - extrem günstigen - Flugtickets bei Sky Europe buchte, beging ein klassisches Spekulationsgeschäft: extrem günstige Flugpreise gegen das Risiko der Insolvenz der Fluggesellschaft.

Und wie bei allen Spekulationsgeschäften sind dann schlussendlich einige der Teilnehmer auf der Strecke geblieben. Bedauern?

Der ganze Vorgang, jetzt nach dem Aus der Fluglinie, zeigt wieder einmal deutlich, wie sich die Gier der Konsumenten im täglichen Leben äußert: hohe Risiken eingehen unter dem Motto: „Es wird‘ schon nix passieren!" - und wenn dann doch etwas passiert,: „Jessas, wenn wir das gewusst hätten!"

Kommen Ihnen da nicht einige Dinge sehr bekannt vor?

Auch vor der Finanzkrise war es sehr oft der Kunde, der nach spekulativen Papieren fragte, weil eben der Nachbar, Onkel, Freund, tolle Fonds etc. mit 20% Renditeerwartungen hatte. Finanzberater, die Renditeerwartungen von 6 %- 8% in Ihren Gesprächen erwähnten waren oft chancenlos.

Ich möchte hier nicht die Beraterszene von aller Schuld freisprechen. Es war nun einmal leicht, die Gier der Kunden zu bedienen - und dabei ganz gut zu verdienen.

Aber es kann nicht sein, dass alle Schuld auf den Verkäufer der Produkte abgewälzt wird. Viele Kunden waren gar nicht daran interessiert, welche Konstruktion hinter den Papieren steckte - letztendlich daran, was sie überhaupt kauften - Hauptsache die Renditemöglichkeit war hoch genug.

Bei den gekauften Flugtickets von Sky Europe waren keine aggressiven, unseriösen, schlecht ausgebildeten Berater beteiligt. Diese Käufe haben die Kunden ganz alleine vorgenommen. Ich bin schon gespannt, wem man jetzt die Schuld in die Schuhe schieben wird.






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  • 2009-09-02 14:34:05
    Walter Worresch

    Sky Europe Tickets waren die letzten Wochen tlw. extrem unter dem Preis anderer Billig-Airlines zu bekommen. Wenn ich als Konsument hier buche, dann buche ich das Risiko halt mit... Das hat aber gar nichts mit teuren KLM-Ticktes zu tun...

    antworten

  • 2009-09-02 14:37:05
    Walter Worresch

    Sky Europe Tickets waren die letzten Wochen tlw. extrem unter dem Preis anderer Billig-Airlines zu bekommen. Wenn ich als Konsument hier zugreife, dass kaufe ich das Risiko halt mit... Das hat aber gar nichts mit teuren KLM-Tickets zu tun...

    antworten

  • 2009-09-02 14:20:51
    Otto Normalinvestor

    Gier der Konsumenten? Ich hatte ein teures KLM-Ticket, und die ham mich trotzdem in Amsterdam sitzen lassen, weil sie nicht fähig waren, mein Gepäck umzuladen, und ohne Gepäck dürfe bei denen keiner fliegen, er könnte ja eine Bombe im Gepäck haben, so haben die das echt erklärt. Und nicht einmal irgend eine symbolische Wiedergutmachung, kein Hotel, keine Dusche, Gfraster, die haben all das Image wieder zammghaut, das Rudi Carrell und Heintje mühsam aufgebaut haben!

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  • 2009-09-03 11:41:05
    smiles

    Was sie SKY Tickets betrifft gebe ich dem Autor hier völlig recht. Nicht aber bei den Finanzberatern.

    Jetzt zu sagen, die Kunden wollten risikoreiche Papiere haben, ist echt zynisch.

    Die Finanzberater und Banken sind in der Kritik, weil sie hochriskante Papiere als "Sparbuchsicher" verkauft haben. Der Kunde hat dann "sparbuchsichere" IIA Aktien gekauft. Klar weiss der Profi, dass die nicht sparbuchsicher sein können, der Kunde hat aber keine Schuld wenn er hier falsch beraten wird.

    Oder das Beispiel Meinl Bank. "Fond mit 100% Kapitalgarantie der Meinl Bank" - das in der 200 Seitige englischen Beilage drin stand, dass der Garantiegeber Lehman Brothers ist und nicht die Meinl Bank, das hätte der Kunde ja nachlesen können. Solche Praktiken werden kritisiert, da ist die Aussage "der Kunde wollte das so" wirklich eine Frechheit!

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  • 2009-09-03 14:49:46
    shareholder63

    dass aktien nicht sparbuchsicher sind oder die man die frage nach dem garantiegeber stellt sagt einem schon der gesunde menschenverstand, dazu muss man nun wirklich kein profi sein. sich auf unwissenheit auszureden bedeutet die eigene verantwortung nicht anzuerkennen oder trittbrettfahrer einiger krasser und bedauernswerter fälle zu sein.

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  • 2009-09-03 15:34:08
    Otto Normalinvestor

    Na ja, hab mir von einem seriösen Makler mal eine Wüstenrot-Versicherung mit Investmentfonds drin und mit Kapitalgarantie einreden lassen. Bin über ziemlich alles aufgeklärt worden, lang und breit. Also dass ich im schlechtesten Fall halt keinen Ertrag hab, wahrscheinlich aber 11% p.a. Aber auf die Idee, dass die Kapitalgarantie nicht von Wüstenrot, sondern von der Bank of America ist, wär ich nie gekommen. Steht auch nirgends im Antrag. Erst mit der ersten Rückkaufswertverständigung bin ich davon informiert worden. Aber diese fondsbasierte Versicherung ist sogar in der Hausse so schlecht gelaufen, dass sie das verbliebene Kapital versilbern haben müssen und dafür Nullkuponanleihen gekauft haben, damit das Kapital garantiert werden konnte. Die Anleihen übrigens auch von der Bank of America. Aber laut letzter Rückkaufverständigung ist das Geld immerhin noch da.

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  • 2009-09-03 16:01:48
    shareholder63

    verstehe das problem, ich glaube nur, dass eine differenziertere auseinandersetzung mit der krise und seiner bewältigung angebracht erscheint als die gebetsmühlenartige verdammnis der berater. meiner meinung nach gibt es keine einfache lösung für komplexe probleme.

    was nun das problem des garantiegebers betrifft, so ist die bedeutung ja nur ex post gegeben. bei einer ex ante betrachtung konnte der berater, bei erfolgter prüfung des internationalen ratings, dieser frage nicht den stellenwert beimessen, wie es heute der fall zu sein scheint.

    antworten

  • 2009-09-03 16:29:56
    Leopold Fried

    Vermutlich hat man den Garantiegeber nur deswegen nicht namentlich erwähnt, weil die Kunde eh schon zufrieden war. Hätte die Kunde leichte Zweifel an der Werthaltigkeit der Garantie geäußert, hätte der Berater auf die über alle Zweifel erhabene AAA-BoA als externen Garanten verweisen können. Und wer hätte ihm vor z.B. 3 Jahren darin widersprochen?

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  • 2009-09-03 16:46:44
    Otto Normalinvestor

    Bank of America hätte sich für mich sowieso noch größer und solider angehört als Österreichische Nationalbank :-)

    Ich kann Berater auch nicht verdammen, denn wenn ich in ihrer Haut stecken würde, würde ich jetzt auch ein verdammt schlechtes Gefühl haben, wie ich mich den Kunden präsentieren soll, am liebsten würd ich wahrscheinlich den Beruf wechseln wollen, wenn ich was gelernt hätte, was man im Berufsleben nur irgendwie verwerten kann.

    Also, muss ein echt scheisse Gefühl sein: die Selbsterkenntnis, nicht unfehlbar zu sein. Denn vorher hat man seine Persönlichkeit ja auf seinem Allwissen (jedenfalls verglichen mit dem Wissen des Kunden) aufbauen können.

    Man muss sich in die Lage des Kunden versetzen können: er hat erwartet, dass er bei mir besser aussteigt als mit seinem dummen 4%-Sparbuch. Ist er jetzt zu recht enttäuscht? Habe ich Fehler gemacht? Hatte der Kunde das Recht, darauf zu vertrauen, dass er von der Geschäftsbeziehung mit mir profitiert? Noch dazu, wo wahrscheinlich ich auf ihn zugegangen bin, und nicht umgekehrt? Hätte ich ihn in Frieden lassen sollen, mit seinem Sparbuch?

    antworten

  • 2009-09-03 17:37:03
    shareholder63

    keine sachlichen argumente mehr ;-)

    antworten

  • 2009-09-04 11:53:17
    smiles

    Also das ist jetzt echt ein Schwachsinn, shareholder63. Wenn die Meinl Bank mit "100% Kapitalgarantie der Meinl Bank" wirbt dann muss der Laie nicht mehr nachforschen, wer jetzt die Kapitalgarantie gibt. Das ist einfach eine glatte Lüge der Mainl Bank, weil sie dachten, das wird eh nie jemandem auffallen, das sie die Garantie gar nicht selbst geben.

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  • 2009-09-07 12:03:04
    shareholder63

    Also das Argument, weil die Bank das so sagt, muss der Laie nicht mehr nachforschen ist wirklich lieb. Meine Bank behauptet regelmässig die besten Zinsen zu zahlen und die wenigsten zu verlangen. Als "Laie" glaub ich denen das natürlich, keine Frage.

    Soweit ich mich erinnern kann, haben die einheimischen Banken, welche nicht über ein Top Rating verfügt haben (dazu gehörten alle nicht börsennotierten Banken) gerade mit diesen "Top gerateten Banken" á la Lehman, SG, BoA etc. als Garantiegeber geworben. Ich kenne auch kein fact sheet, wo nicht drauf steht, wer der Garantiegeber ist. Und ich bin jetzt weiss Gott kein Fan der Meinl Bank. Deren Rolle/Verhalten in Sachen "Atrium" wird sicher/hoffentlich noch Gegenstand von gerichtlichen Verfahren sein. Aber jetzt jede "Blödheit" einer Bank zu unterstellen ist doch reichlich geschmacklos. Hier schein mir doch mehr der Wunsch (nach Vergeltung, Rache etc.) Vater des Gedanken zu sein.

    Sollte es wirklich so einen Prospekt geben (was ich nicht glaube) wo die Meinl Bank behauptet es sei deren Kapitalgarantie obwohl Lehman, dann vor Gericht mit dieser Bande äh Bank ;-)(Aber ehrlich gesagt, dass hätte dann wohl auch kein Profi erkannt, oder?)

    antworten

  • 2009-09-07 12:29:14
    smiles

    Ist eh schon bei Greicht und die Constantia hat ja gerade - noch nicht rechtskräftig - einen ähnlichen Fall verloren.

    Aber du hast recht, das hätte auch ein Profi nicht gemerkt. Noch schlimmer. Meinl argumentiert "Das hätte die Kunden nur verwirrt wenn da Lehmann drauf gestanden wär" - und die dachten eben Lehman ist sicher, das ist egal wenn der Kunde das nicht weiss.

    antworten

  • 2009-09-07 22:20:47
    Leopold Fried

    Unter diesen Umständen ist die Meinl Bank gegenüber dem Kunde vermutlich als Garantiegeber zu sehen. Lehmann ist dann so wie ein Rückversicherer. Nice to have, aber im Außenverhältnis nicht relevant. Die Uniqa kann sich gegenüber ihren Schadenskunden auch nicht darauf berufen, daß ihr Rückversicherer nicht zahlen kann.

    antworten


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