Alle Einträge dieses Autors nach
» Datum
» letztem Posting
» # Postings
» Abrufen
sortieren
128
views
views
24. August 2009 09:47
|
|
ich lese heute, dass Politiker empört darauf reagiert haben, dass der Verwaltungsrat von General Motors die Entscheidung über den Verkauf von der Adam Opel GmbH erneut vertagt haben. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich offensichtlich verärgert und Kanzlerkandidat Steinmeier war das gleich ein Telefonat mit Hillary Clinton wert. Schließlich stehen Wahlen vor der Tür. Zunächst in Thüringen, wo in Eisenach ein Opel Werk steht. Und da gibt es noch drei weitere Bundesländer, die nicht minder an einer schnellen Lösung interessiert sind. Auch sind bald Bundestagswahlen. Und so wird – will man das einen möglichen Erfolg noch wahltaktisch auskosten – die Zeit langsam knapp.
Das weiß natürlich auch die Gegenseite. Am Staatsbetrieb General Motors ist nämlich mit 60 % die amerikanische Regierung beteiligt. Und die verfolgt nun einmal ihre eigenen Interessen. Und so will der Verwaltungsrat das Angebot des Finanzinvestors RHJ International noch eingehender prüfen. Während der Vorstandsvorsitzende Fritz Henderson interessanterweise stärker zur Magna Lösung neigen. Und so hat der Verwaltungsrat die Entscheidung erst einmal auf unbestimmte Zeit vertagt.
Und nicht nur das. Man möchte auf alle Fälle von unserer Bundesregierung eine Zusicherung haben, dass der Anteil von GM an Opel niemals unter 20 % fallen soll. Nicht einmal im Fall einer Kapitalerhöhung an der sich GM nicht beteiligt. Berlin will diesem Unsinn sogar zustimmen, wenn GM im Gegenzug auf einen Teil der Gebühren bei Patenten verzichtet.
Der Außenstehende reibt sich angesichts dieses unwürdigen Hin- und Her verwundert die Augen. Man könnte auf den Gedanken kommen, dass es sich beim Objekt der Begierde um ein Filetstück eines Unternehmens handelt. Dabei geht es bei der Adam Opel GmbH um ein marodes, eigenständig nicht lebensfähiges Unternehmen, dass gemäß einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP von 2003 bis 2007 satt 1,861 Mrd. Euro gemacht hat. Einzig in 2001 und 2002 machte das Unternehmen Gewinn. Außerdem ging der Marktanteil in Deutschland von 1999 bis 2008 von 13,7 % auf 8,4 % zurück. Und in Europa auf 7,9 %. 187.000 Fahrzeuge wurden in der ersten Jahreshälfte verkauft, wovon 51.652, also fast jedes dritte Fahrzeug eine Förderung benötigte. Und dabei spreche ich noch gar nicht von der ungerechten Bevorzugung gegenüber den anderen Autobauern und den unsinnigen Wettbewerbsverzerrungen.
D.h. dass die Adam Opel GmbH alles andere als eine Perle ist. Eher ein Fass ohne Boden. Ich jedenfalls würde sie nicht kaufen, selbst wenn ich das Geld hätte.
Aber um Wirtschaftlichkeit, Renditegesichtspunkte und Marktwirtschaft geht es bei Opel und unser Bundesregierung schon lange nicht mehr. Aus der ganzen Angelegenheit ist eine an Jämmerlichkeit und Peinlichkeit nicht mehr zu überbietende Staatsaktion geworden.
Es geht um Wahlen, Stimmen und um Politik. Denn hinter der Magna Lösung steht die russische Regierung, die versucht einen Fuß nach dem anderen nach Europa zu bekommen. Offensichtlich gibt es auch Absprachen zwischen Medwedjew und Frau Merkel. Dass das den Amerikanern nicht gefällt liegt auf der Hand. Und so gut ist das Verhältnis von Merkel mit Obama nun auch wieder nicht.
Aber was hat das alles mit Sozialer Marktwirtschaft zu tun?
Nichts, aber auch gar nichts. Hier ist christlisch demokratische und soziale Staatswirtschaft am Werk, aus der wir uns zurückhalten sollten. Zudem es immerhin um 4,5 Mrd. Euro an Steuergeldern geht, die wir in diese marode Firma stecken sollen. Über die mit dem Spruch „Nur ein Popel fährt nen Opel“ wie über keine andere Automarke gelästert wird. Und ich bezweifle, dass wir das Geld nach den Belastungen der Finanzkrise überhaupt haben bzw. ausgeben sollten. Und, wenn meine ich, dass es genug andere Bereiche geben würde, wo wir das Geld wesentlich dringender benötigen würden.
Und so wundere ich mich, dass unsere Planwirtschafterin und Kanzlerin Angela Merkel einen so hohen Bonus bei der Bevölkerung bekommt. Nicht, dass ich nicht auch jedem Mitarbeiter von Opel einen Job gönne. Aber eine Subvention von 155.172 Euro pro Arbeitsplatz halte ich einfach für reichlich übertrieben. Wobei der geplante Abbau von 8.100 Arbeitern die Subvention sogar auf 215.311 Euro erhöhen würde. Selbst der Steinkohlebergbau hatte in den besten Zeiten eine solche hohe Subvention nicht bekommen. Ich denke, dass man den Mitarbeitern da besser je 40.000 Euro in die Hand drücken sollte und sich aus dem gesamten Engagement verabschieden sollte. Eine Ende mit Schrecken ist bekanntlich besser als ein Schrecken ohne Ende.
Und endlich dieses jämmerliche Staatstheater beenden sollte.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und hohe Renditen.
Ihr Norbert Lohrke
Tags
- | Börse
- | Aktien/intl.
- | Gedanken
- | Unternehmen
- | Politik
- | US
- | Auto
- | Comments





»
catalyst
Diese Funktion steht nur eingeloggten Benutzern zur Verfuegung.
Einen neuen Account erstellen.
Ich habe mein Passwort vergessen!