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Förderpreis der Raiffeisenlandesbank OÖ für bankspezifische Diplomarbeiten und Dissertationen

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27. Mai 2009 11:01

Zukunftsorientierung mit Forschung und Entwicklung sowie Umsetzung in die Praxis und die Ausbildung der Menschen sind dauerhafte Erfolgsfaktoren.
Unsere Universitäten haben den erfolgreichen Weg unseres Landes maßgeblich mitgestaltet. Sie agieren als Impulsgeber, Ideenlieferant und als Problemlöser in technologischen, wirtschaftlichen und sozialen Fragen.
Mit dem Ludwig Scharinger Preis setzt die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Signale, um junge Talente zu fördern.
· Der Ludwig Scharinger Preis, der für exzellente wissenschaftliche Arbeiten zu bank-, geld- oder kreditspezifischen Themen unter Berücksichtigung des Zukunftsaspekts vergeben wird, wird jetzt zum achten Mal verliehen.
· Vorraussetzung für die Einreichung ist die Inskription an einer der drei Fakultäten der Johannes Kepler Universität Linz. Für den Ludwig Scharinger Preis können alle Arbeiten, die mit „Sehr gut“ beurteilt und im aktuellen bzw. im vergangenen Semester approbiert wurden, eingereicht werden.
· Die von einer unabhängigen Jury unter der Leitung von Univ. Prof. Dr.Dr. h.c. mult. Friedrich Schneider ausgewählten Preisträger erhalten für prämierte Diplomarbeiten 2.000 Euro, für Dissertationen 3.000 Euro.
· 2008 wurden 33 hervorragende wissenschaftliche Arbeiten (20 Diplomarbeiten und 13 Dissertationen) eingereicht.

 

Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Ewald Nowotny, Gouverneur der ÖsterreichischenNationalbank „Zur Lage“

 

Mit Univ.-Prof. Dr. Ewald Nowotny konnte auch in diesem Jahr für die Verleihung
des Ludwig Scharinger Preises ein besonderer Festredner gewonnen
werden.
Akademische Tätigkeiten
1968–1973 Assistent am Institut für Volkswirtschaftslehre und Finanzwissenschaft, Universität Linz (Prof. K. W. Rothschild)1973 Habilitation aus Volkswirtschaftslehre und Finanzwissenschaft,
anschließend Forschungsaufenthalte und Professur
an Havard Universität, TH Darmstadt, Universität Linz
1981–2008 ord. Univ.-Professor Wirtschaftsuniversität Wien2003–2004 Vizerektor für Finanzen


Wirtschaftliche Tätigkeiten
1971–1979 Mitglied, zuletzt Präsident, Verwaltungsrat Österreichische
Postsparkasse (P.S.K.), Sachverständiger für Kartellangelegenheiten,
Kartellgericht beim OLG Wien.
1999–2003 Vizepräsident (i. e. Vorstandsmitglied): Europäische Investitionsbank,  Luxemburg
2006–2007 Generaldirektor BAWAG P.S.K. Bank für Arbeit und Wirtschaft und Österreichische Postsparkasse Aktiengesellschaft
seit 1.9.2008 Gouverneur der OeNB


Politische Tätigkeiten
1979–1999 Abgeordneter zum Nationalrat
1985–1999 Vorsitzender des Finanzausschusses

 



Die Preisträger des Ludwig Scharinger Preises 2008


Dr. Lucia Del Chicca, Linz Technisch-Naturwissenschaftliche Fakultät Dissertation: „On the individual expectations of non-average investors“

Ein so genannter durchschnittlicher Investor, charakterisiert von durchschnittlichen Erwartungen und durchschnittlicher Risikobereitschaft, sollte nach H.E. Leland von der Universität Berkeley in ein Market Portfolio investieren. Dem durchschnittlichen Investor wird ein nicht-durchschnittlicher Investor gegenüber gestellt, der in andere Investmentstrategien investiert, beispielsweise in Optionen. Ausgangspunkt der Dissertation ist die Frage: Wer sollte mit Optionen handeln? Es wird angenommen, dass beide Investoren die gleiche durchschnittliche Risikobereitschaft, aber verschiedene Erwartungen an den Markt haben. Der nicht-durchschnittliche Investor hat nicht-durchschnittliche Erwartungen und genau diese sind der Schwerpunkt der Dissertation. Sie können „mean aversion“ oder „mean reversion“ aufweisen, je nachdem wie ein Investor auf einen Anstieg oder auf ein Fallen des Marktes reagiert. In der Arbeit wird nach einer rigorosen Definition von mean averting- und mean reverting-Strategien eine explizite Formel für die nicht-durchschnittlichen Erwartungen eines Investors sowohl im beliebigen N-Schritt Modell als auch im Black-Scholes Modell für den Pfad-unabhängigen und den Pfad-abhängigen Fall hergeleitet. Es werden alle Strategien bestimmt, die mean averting sind. Es werden europäische und amerikanische Optionen analysiert. Die Resultate der Dissertation können für verschiedene Arten von Strategien angewendet werden.

Dr. Eva Wagner, Sandl Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät Dissertation: „Credit Default Swaps und Informationsgehalt“

Kreditderivate zählen zu den erfolgreichsten Finanzinnovationen der letzten Zeit. Sie ermöglichen es, bei geringen Transaktionskosten Kreditrisiken zu isolieren, zu transferieren und handelbar zu machen. Der Credit Default Swap (CDS) ist ein Schlüsselprodukt des Kreditderivate-Marktes. In der Arbeit wird der Informationsgehalt von CDS dem Informationsgehalt anderer etablierter Märkte und dem des externen Ratings gegenüber gestellt. Die Dissertation zeigt die Probleme der asymmetrischen Information am CDSMarkt auf und belegt, dass diese zu einem Aufschlag einer Misstrauensprämie im Spread führen können. Die Ergebnisse der empirischen Analyse des Zusammenhangs von Aktienund CDS-Markt für deutsche und amerikanische Unternehmen zeigen, dass im deutschen Markt zwischen beiden Märkten Informationen fliessen. Die Dissertation diskutiert dies im Kontext des deutschen bankbasierten Finanzsystems und liefert erstmals Hinweise auf das Vorhandensein privater Information am „deutschen CDS-Markt“.

Dr. Christina Hanslauer, Linz Rechtswissenschaftliche Fakultät Dissertation: „Die Maestro Bankomatkarte“

Die Dissertation stellt die erste umfassende juristische Untersuchung des österreichischen Bankomatkartensystems dar. Zunächst werden Grundlagen und Funktionsweise des österreichischen Bankomatkartensystems sowie die Vertragsbeziehungen der beteiligten Parteien erläutert. In der Arbeit wird ausserdem die rechtliche Einordnung der einzelnen Transaktionen näher untersucht. Den Schwerpunkt der Dissertation bildet die Frage, wer bei missbräuchlicher Verwendung der Bankomatkarte die daraus resultierenden Nachteile zu tragen hat. Dabei wird zunächst untersucht, wie die Missbrauchsfälle nach den gesetzlichen Bestimmungen zu beurteilen wären. Anschliessend wird die vertragliche Regelung des Missbrauchsrisikos in den Kartenbedingungen behandelt: Nach Schilderung der einschlägigen Judikatur werden die einzelnen Bestimmungen in den Kartenbedingungen eingehend diskutiert und deren Zulässigkeit beurteilt. Ferner wird die Frage erörtert, unter welchen Voraussetzungen dem Kunden Ersatzansprüche für Schäden aus Funktionsstörungen des Geldausgabeautomaten, der Bankomatkasse oder der Bankomatkarte zustehen. Die Dissertation beschäftigt sich auch mit der von einzelnen Banken angebotenen „Kartenversicherung“. Gegenstand des letzten Teils der Arbeit sind die Kartengeschäfte Minderjähriger.

DI Dr. Wolfgang Putschögl, Wels Technisch-Naturwissenschaftliche Fakultät Dissertation: „Portfolio Optimization under Partial Information“

Die Dissertation beschäftigt sich mit Investitionen, die am Aktienmarkt und am Geldmarkt unter partieller Information getätigt werden. Ziel ist es, den erwarteten Nutzen des Konsums und des Endwerts unter geringem Risiko zu maximieren. Partielle Information ergibt sich daraus, dass nur Kurswerte und nicht die Drift beobachtet werden können. Das optimale Endvermögen und die optimale Konsum- und Handelsstrategie werden mithilfe von Malliavin Calculus abgeleitet. Durch die nichtkonstante Drift variieren die Positionen in den Aktien, was im täglichen Handel riskante Strategien zum Ergebnis hat. Probleme, die dabei auftauchen, sind der Modell- und der Diskretisierungsfehler. Um diese in den Griff zu bekommen, werden dynamische Risikonebenbedingungen, die über einen kurzen Zeithorizont berechnet werden, angewandt. Ein weiterer Zugang zur Reduzierung des Risikos ist eine Erweiterung des Modells um nichtkonstante Volatilität; im Besonderen beschäftigt sich die Arbeit mit dem Hobson-Rogers-Modell und einer Modifikation davon. In der Dissertation werden Strategien erstellt, die auf einem Modell mit nichtkonstanter Drift unter partieller Information basieren und insbesondere in Kombination mit dynamischen Nebenbedingungen und einem nichtkonstanten Volatilitätsmodell vielversprechende Ergebnisse liefern.

Mag. Christoph Freudenthaler, Hildesheim Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät Diplomarbeit: „Statistische Methoden und Modelle für die moderne Zukunftsbank als Kreditfabrik“

Die Schwierigkeiten, die durch den Zusammenbruch von Lehman Brothers ausgelöst wurden, beschäftigen nicht nur die Banken, sondern auch die Realwirtschaft und die Politik. Auslöser der Wirtschaftskrise war eine Fehleinschätzung der Ausfallsrisiken für so genannte Subprime-Kredite. Die Diplomarbeit beschreibt die statistischen Methoden und Modelle, mit denen ein Kreditrisiko bei Subprime-Krediten bestimmt werden kann. Alle Methoden mit dem Ziel der Risikobestimmung basieren auf empirischen Daten, aus denen die Modelle erstellt werden. Die Diplomarbeit beschreibt vier leistungsfähige Methoden: Diskriminanzanalyse, logistische Regression, Entscheidungsbäume und neuronale Netze. Neben den theoretischen Aspekten der Methoden wird deren Anwendung in Statistikprogrammpaketen wie SPSS, SAS und R beschrieben. Abschliessend werden auf einem realen Datensatz basierend für jede der Methoden Modelle berechnet und die Ergebnisse verglichen.






Ludwig Scharinger (RLB OÖ), Ewald Nowotny (ÖNB), Friedrich Schneider, Richard Hagelauer (Johannes Kepler Universität Linz),
Ludwig Scharinger (RLB OÖ), Ewald Nowotny (ÖNB), Friedrich Schneider, Richard Hagelauer (Johannes Kepler Universität Linz),

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Univ. Prof. Dr. Ewald Nowotny (ÖNB)
Univ. Prof. Dr. Ewald Nowotny (ÖNB)

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Preisträger des Ludwig Scharinger Preis 2008.
Preisträger des Ludwig Scharinger Preis 2008.

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