Alle Einträge dieses Autors nach
» Datum    » letztem Posting    » # Postings    » Abrufen    sortieren
318
views

Staatsanleihen: Käufer verzweifelt gesucht

Facebook

18. Mai 2009 11:19

An der Börse ist die Luft raus. Asien und europäische Nebenwerte legten vor der Wochenendpause weiter zu, die europäischen und amerikanischen Blue Chips verloren ein paar Punkte. Ein klarer Trend ist aber an den Aktienmärkten nicht in Sicht.

Daher möchte ich mich heute wieder auf das Thema Zinsen und Anleihen stürzen. Das ist für mich zur Zeit der verrückteste Markt. Wer leiht dem deutschen Finanzminister Peer Steinbrück für eine Rendite von 0,58% - so niedrig verzinst sich aktuell die Tagesanleihe des Bundes - mehrere Milliarden Euro? Wer leiht dem amerikanischen Staat für 30 Jahre Geld und gibt sich dabei mit einer Zins-Rendite von 4% zufrieden? Das sind die wirklich bewegenden Fragen.


Egal ob Crash oder Boom - Staatsanleihen verlieren


Speziell die Mini-Rendite bei den Anleihen mit 10, 30 oder sogar 50 Jahren Restlaufzeit passen in kein Szenario: Wer an den großen Jahrhundert-Crash glaubt, darf sein Geld nicht langfristig in Anleihen parken, das hat schon die Krise 1929 und Folgejahre bewiesen. Der Wert des Papiergeldes und der Staatsanleihen sank in Deutschland auf den reinen Materialwert. Wir sprechen also von einem Totalverlust durch Hyperinflation und Währungsreform.

Wer dagegen optimistisch ist und mit einem Wirtschaftsaufschwung rechnet, muss einkalkulieren, dass die jetzige Deflationsphase schnell überwunden und von steigenden Inflationszahlen abgelöst wird. Ebenfalls sehr ungünstig für niedrig verzinste Staatsanleihen.



Staatsanleihen werden zur Massendrucksache


Es bleibt das Argument: Was knapp und begehrt ist, ist teuer. So richtig knapp sind Staatsanleihen aber nicht. Die kreditfinanzierte Neuverschuldung der Staaten steigt rasant. Für 2010 erwartet Finanzminister Steinbrück eine Nettokreditaufnahme des Bundes in Höhe von 90 Mrd. Euro. Der Minister muss nächstes Jahr Marktschreier spielen und die Staatsanleihen an den Käufer (Investor) bringen. Das Problem: Den gleichen Plan verfolgen auch die Finanzminister von Spanien, Frankreich, England, Italien, Japan, USA..... Der Markt wird mit Staatsanleihen geflutet.

Schon jetzt müssen einige Finanzminister peinlich berührt zugeben, dass Neuemissionen nicht vollständig oder nur zu verbesserten Konditionen platziert werden konnten. Und die Verschuldungsorgie fängt erst an. Die Notenbanken verhindern ein noch größeres Debakel und kaufen Anleihen auf. Aber auch das Pulver der Notenbanken reicht nicht ewig.

Die logische Konsequenz wird sein: Die Finanzminister müssen höhere Renditen bieten. Zins-Kupons von 5 bis 10% für Anleihen mit langer Laufzeit dürften für einen Nachfrageschub sorgen. Das wird aber teuer für die Finanzminister (und für uns Steuerzahler).


Logische Konsequenz: Wenn das Angebot rasant steigt, fällt der Kurs


Es gibt aber noch mehr Verlierer: Die Kurse der Staatsanleihen mit niedriger Verzinsung werden dramatisch einbrechen. Die Kurse werden so lange fallen, bis die Renditen das Niveau der Neuemissionen erreichen. Analysten schätzen, dass US-Staatsanleihen mit 30 Jahren Restlaufzeit bis zu 50% an Wert verlieren können. Das ist Aktien-Crash-Niveau. Dabei glauben viele der Staatsanleihen-Besitzer heute noch, dass sie sichere Papiere im Depot haben.

2003 bis 2007 dachten die Investoren auch, dass "Betongold" (Immobilie) eine bombensichere Investition sei. Die geplatzte Immobilien-Blase beweist in diesen Monaten das Gegenteil. Wenn die breite Investorenmasse in eine vermeintlich sichere Anlageklasse flüchtet, ist das fast immer die Geburtsstunde der nächsten Spekulationsblase.

Die Konsequenz: Konservative Anleger sollten Staatsanleihen mit sehr langen Laufzeiten meiden. Wer es dagegen spekulativer mag, kann auf den Kursverfall der US-Staatsanleihen wetten.





Tags



 

 

English News

bwin.party received licence to operate online sports betting in Schleswig-Hol...
Immofinanz launched its first internal development project in Germany
UBS raised Flughafen Wien price target
Berenberg Bank raised Telekom price target
Berenberg Bank confirmed Raiffeisen Bank at Buy

>> more: english.boerse-express.com

Disclaimer: Der Börse Express kann für die Richtigkeit der Inhalte keine Haftung übernehmen. Die gemachten Angaben dienen einzig zu Informationszwecken und keinesfalls als Aufforderung zum Kauf/Verkauf von Aktien. Zudem muss konkret darauf hingewiesen werden, dass es sich bei den Beiträgen um die Privatmeinung des jeweiligen Autors handelt. Diese muss nicht mit der Börse Express-Meinung übereinstimmen, kann dieser sogar entgegengerichtet sein.

Copyright-Hinweis: Das vollständige oder teilweise Übernehmen von Beiträgen auf www.be24.at ist nur mit ausdrücklicher schriftlicher Zustimmung seitens www.boerse-express.com möglich, lediglich die Linksetzung mit Quellenangabe ist authorisiert, aus den Texten darf nichts kopiert werden. Die Rechte liegen bei www.boerse-express.com bzw. bei den Autoren.

Unsere AGB finden Sie hier.

Sie wollen ebenfalls BElogger werden?
Mail to: office@boerse-express.at
© Styria Börse Express GmbH Impressum

powered by
catalyst catalyst



Weitere Online-Angebote der Styria Media Group AG:
Börse Express | foonds.com | Die Presse | ichkoche.at | Kleine Zeitung | typischich.at | willhaben | WirtschaftsBlatt
Schliessen
Als Email versenden