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Flughafen: 60.000 € für Gabmann-Hunter

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29. April 2009 00:18

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Die Flughafen-Hauptversammlung fand am 23.4.09 um 10 Uhr im Millenium Event Center bei der U6-Schnellbahn-Station Handelskai statt. Die Hauptversammlung inclusive Fragerunde und Abstimmung hat fast 4 Stunden gedauert, da sind viele Aktionäre schon auf Nadeln gesessen, die gewohnt sind, zu Mittag das Mittagessen einzunehmen. Zwischendurch hat es zumindest Saft und Mineralwasser gegeben.

Die Hauptversammlung war informativ. Der Anteil der AUA an den Umsätzen des Flughafens ist im Sinken, damit hat man sich abgefunden. Schon Flyniki und Airberlin gemeinsam machen fast 15% des Umsatzes aus, verglichen mit knapp 55% von AUA und Lufthansa gemeinsam.

Östlich von Wien gäbe es keinen Hub, grad Istanbul könnte dem Flughafen Wien diesen Rang einmal abringen, die würden aber an Kapazitätsgrenzen stossen. Also sei es für jeden, der von Asien kommt und nach  Osteuropa will bzw. umgekehrt,  sehr wirtschaftlich, gerade in Wien umzusteigen.

Über das Langfristprojekt Dritte Piste wurde gesprochen. Man wolle die derzeit überflogenen Gemeinden entlasten. Man brauche langfristig die Dritte Piste, andernfalls würden sich die Hubbetreiber gegen Wien entscheiden, wenn sie hier mit begrenzten Kapazitäten rechnen müßten.

Man habe die Tarife für Transferpassagiere gesenkt und sei damit absolut wettbewerbsfähig, sogar etwas billiger als München. Die Bundesregierung habe auch die Sicherheitsgebühr für Transferpassagiere von 8 auf 4 Euro abgesenkt.

Die Beteiligungen Kosice, Malta und Friedrichshafen hätten schöne Zuwächse bei der Passagierzahl gezeigt, während die Zahl der Passagiere europaweit etwas gefallen sei.

Auf Anfrage einer Aktionärin zum Fluglärm wurde versichert, dass die Nachtflüge reduziert werden.

Auf Anfrage von Global 2000, was der Flughafen gegen die hohen CO2-Emissionen des Flugverkehrs (sie seien 50x so klimaschädlich wie die Bahn) zu tun gedenke, wurden wir informiert, dass der Flughafen grosses Interesse hat und auch daran mitarbeitet, dass die Bahnzubringer ihre Verbindungen mit den Flugplänen abstimmen. Durch leistungsfähige Bahnverbindungen trachte man danach, Kurzstreckenflüge z.B. nach Salzburg, Linz und Graz durch Bahnverbindungen zu substituieren.

Wenn Aktionäre Fragen zum Thema Umwelt und Fluglärm stellten, wurden sie von anderen Aktionären oft vorsorglich unterbrochen, das Thema interessiere keinen, einzig der Gewinn sei interessant.

Zum Thema Skylink versicherte das neue Vorstandsmitglied Herr Gabmann, dass alles besser würde, da man Projektleitung und Koordination zentralisieren wolle, und statt 8 verschiedener Ingenierbüros wolle man nur noch 3 beschäftigen. Er gab zu, dass es "da und dort Planungsfehler" gegeben habe, mit nicht ganz marktfähiger Preisgestaltung.

Herr Dr. Rasinger dankte (wohl nicht ganz ernstgemeint) dem Landeshauptmann Pröll, dass er mitgeholfen habe, so rasch einen Nachfolger für Dr. Domany zu finden. Er habe auch kein Problem mit Herrn Gabmann, einzig der Ablauf der Bestellung desavouiere den Aufsichtsrat, bei 50% Streubesitz sei so eine Vorgangsweise beschämend.

Er hatte dann noch eine auf den ersten Blick besonders dumm scheinende Frage: Ob man bei der Bestellung des Vorstands beraten worden sei, und von wem, und welche Kosten das erzeugt habe, damit genau das rausgekommen ist, was von vornherein erwartet worden sei.

So ein Blödsinn, der Herr Pröll hat seinen Wunschkandidaten geschickt, wer braucht da einen Headhunter? Denkt sich der Otto.

Womit wohl wenige gerechnet haben, da ja der Herr Landeshauptmann den Herrn Gabmann so souverän installiert hat: tatsächlich habe man die üblichen 60.000 Euro fürs Headhunting auch für Herrn Gabmann bezahlt. Um den Schein zu wahren, hat man bei den Diskussionen bei Tisch später gehört, damit es nicht heisse, man habe willkürlich jemanden eingesetzt. Der Begünstigte dieses Headhunting-Auftrags sei Deloitte gewesen. Die haben übrigens auch den Herrn Ötsch gehuntet damals.

Dr. Rasinger beanstandete noch, dem Herrn Gabmann versichernd, dass es nicht persönlich gegen ihn gerichtet sei, dass er sich einen Bauingenieur im Vorstand wünschen würde, da der Flughafen ein grosses Infrastrukturunternehmen sei, das viel baue. Und natürlich im Hinblick auf das Skylink-Projekt. Kaufleute und Juristen habe man genug, ausgebildete Bauingeniere brauche man.

Dr. Rasinger glaubt, dass man in den nächsten Jahren drauf kommen wird, dass man viel "verlorenen Bauaufwand" im Zusammenhang mit dem Skylink-Projekt verbuchen müsse. Er rechnet damit, dass die Dividende in Zukunft weniger üppig ausfallen wird. Er bat den Vorstand, im Zusammenhang mit dem desaströsen Skylink-Projekt auf die Boni zu verzichten und sich auf jeweils das Gehalt eines niederösterreichischen Landeshauptmanns bzw. Wiener Bürgermeisters zu beschränken.

Weiters beanstandete er den erhöhten Beratungsaufwand und das negative Finanzergebnis. Laut Dr. Kaufmann habe man das Geld mit 2 grossen Mischfonds verloren, bei deren Erwerb man von einer Schweizer Firma beraten worden sei.

Dann wurde noch angesprochen, dass man nach der Entlassung eines Bauleiters und dem "aus persönlichen Gründen" erfolgten Rücktritt eines Vorstandsmitglieds die Skylink-Verantwortung unter den Tisch kehren werde. Was vom Vorstand nicht entkräftet werden konnte.

Der Flughafen habe weiters "Brokerage-Verluste" eingefahren, die aus dem Vermitteln von Kleinflugzeugen entstanden sind.

Alles in allem eine nette, etwas lange Veranstaltung, der Flughafen hat´s buffet-, location- und dekorationsmäßig gut mit uns Aktionären gemeint, wenngleich man zwischendurch schon eine Kleinigkeit reichen hätte können, dann hätten sich nicht alle auf einmal ausgehungert in den Speisesaal gestürzt. Rein von der Logistik her ist´s besser, sie in kleinen Grüppchen kommen zu lassen, man kann nicht alle gleichzeitig zur vollen Zufriedenheit aller abfertigen. Jedenfalls waren die Tische gut angeordnet, keiner hat den anderen angepatzt, das Catering war bemüht und freundlich.

Die Grösse des Buffets war (aber vorher weiß man halt nie genau, wie viele Leute kommen, und wieviel Hunger sie mitbringen) auch eine Fehlkalkulation. Ähnlich dem Skylink-Projekt, freilich in kleinerer Dimension. 







Schöner Eingangsbereich zum MEC.
Schöner Eingangsbereich zum MEC.

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Die ellipsenförmigen Tischplatten brauchen vielleicht um 50% mehr Platz pro Tischplatte als bei den runden Tischerln, man bringt aber doppelt soviel drauf, und es können sich doppelt so viele Gäste um den Tisch scharen. Das MEC stand an diesem Tag ganz im Zeichen des Flughafens, überall Poster. Vielleicht nicht notwendig, aber sehr liebevoll dekoriert, man sieht die gute Absicht.
Die ellipsenförmigen Tischplatten brauchen vielleicht um 50% mehr Platz pro Tischplatte als bei den runden Tischerln, man bringt aber doppelt soviel drauf, und es können sich doppelt so viele Gäste um den Tisch scharen. Das MEC stand an diesem Tag ganz im Zeichen des Flughafens, überall Poster. Vielleicht nicht notwendig, aber sehr liebevoll dekoriert, man sieht die gute Absicht.

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Das Buffet, nachdem alle satt waren. Wie man sieht, sind sehr gute Sachen nicht einmal angerührt worden. Die bestimmt sehr schmackhafte Sulz in der Mitte hat gegen die warmen Speisen den kürzeren gezogen.
Das Buffet, nachdem alle satt waren. Wie man sieht, sind sehr gute Sachen nicht einmal angerührt worden. Die bestimmt sehr schmackhafte Sulz in der Mitte hat gegen die warmen Speisen den kürzeren gezogen.

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Aber auch warme Speisen waren sehr großzügig kalkuliert. Ich glaube, es hätte gereicht, um die HV-Gäste eine ganze Woche lang zu ernähren. Wie immer waren ja weit mehr Leute angemeldet als tatsächlich gekommen sind.
Aber auch warme Speisen waren sehr großzügig kalkuliert. Ich glaube, es hätte gereicht, um die HV-Gäste eine ganze Woche lang zu ernähren. Wie immer waren ja weit mehr Leute angemeldet als tatsächlich gekommen sind.

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Sogar der Erdäpfelsalat. Weil alle auf einmal in den Saal gelassen wurden, konnten die Leute oft nur von einer Speise was erwischen. Als sich der Schlachtenstaub gelegt hat, hat man erkennen müssen, dass eh Beilagen auch da waren. Aber da war man schon satt, leider, viel zu früh.
Sogar der Erdäpfelsalat. Weil alle auf einmal in den Saal gelassen wurden, konnten die Leute oft nur von einer Speise was erwischen. Als sich der Schlachtenstaub gelegt hat, hat man erkennen müssen, dass eh Beilagen auch da waren. Aber da war man schon satt, leider, viel zu früh.

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Das Catering, wo die vielen hübschen netten und zuvorkommenden Catering-Mädchen beschäftigt sind, die ich Euch aufgrund zahlreicher Beschwerden (Otto sei sexistisch, weil er immer so schöne Frauen fotografiere) leider vorenthalten muss.
Das Catering, wo die vielen hübschen netten und zuvorkommenden Catering-Mädchen beschäftigt sind, die ich Euch aufgrund zahlreicher Beschwerden (Otto sei "sexistisch", weil er immer so schöne Frauen fotografiere) leider vorenthalten muss.

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Das Veranstaltungsservice. Man hat an alles gedacht. Auch ein Wagen mit Mietblumen war da. Bei den grösseren, teureren Blumentöpfen gab es eh keinen Schwund. Der Flughafen brachte aber auch eigene Mitarbeiter mit, für den Auf- und Abbau der Bühne.
Das Veranstaltungsservice. Man hat an alles gedacht. Auch ein Wagen mit Mietblumen war da. Bei den grösseren, teureren Blumentöpfen gab es eh keinen Schwund. Der Flughafen brachte aber auch eigene Mitarbeiter mit, für den Auf- und Abbau der Bühne.

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"Otto Normalinvestor" ist das Pseudonym eines BE-Lesers (Name der Redaktion bekannt)

  • 2009-04-29 15:41:43
    Zniachterl

    Toller Bericht!

    Danke lieber Otto, für diesen sehr ausführlichen Bericht, inklusive Wiedergabe der wichtigsten Wortmeldungen und Anfragen!
    So können sich auch Leute, die aus Zeitgründen nicht wochentags zu einer HV gehen können (wie ich z.B.) sich abseits von Zeitungsmeldungen und Sitzungsprotokollen weitere Informationen einholen. Ich weiß das sehr zu schätzen.

    antworten

  • 2009-04-29 18:14:42
    tukan

    @Zniachterl

    Tukan war auch dort, und alles war, wie Otto es beschrieb, bis auf EIN WICHTIGES DETAIL:

    Die Flughafen AG hat uns braven Aktionären den Kaffee mit "Meinl-Zucker" (Röllchen) serviert!!!

    Der Kaffee war aber ausgezeichnet - ich trinke ihn sowieso ohne Zucker.

    Euer Tukan

    antworten

  • 2009-04-29 23:32:48
    Otto Normalinvestor

    Und der Kaffee war vom Alvorada? :-)

    @Zniachterl, bedank Dich beim Dr.Rasinger, denn der Otto wär nie auf die verwegene Idee gekommen, so eine augenscheinlich dumme Frage zu stellen. Ich hab echt angenommen, dass das beherzte Eingreifen des Landeshauptmanns uns den Headhunter erspart hat. Aber der Dr. Rasinger hat da ein feineres Naserl dafür, was unter dem Hochglanzprospekt noch stinken könnte. Macht die Lebenserfahrung. Bin ja noch jung :-)

    Und bedank Dich beim Flughafen: Wenns das Buffet eher eröffnet hätten, dann hätte der Otto längst gevöllert und hätt gar nix mehr von der Frage- und Antwortrunde mitbekommen. Und er hätt auch nicht zfleiss - wegen des langen Wartens - gegen die Entlastung gestimmt :-)

    antworten


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