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09. April 2009 11:00
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Die Handelsüberwachung hat offensichtlich Hinweise dafür, dass gegen Ende des vergangenen Jahres in ca. 374 Fällen in großem Umfang manipuliert wurde. Es handelt sich um Preisfeststellungen der Börsenmakler zu Jahresultimo. Damit sollte offenbar der Wertberichtigungsbedarf auf Anleihen vermindert werden. Wobei es sich in den 374 Fällen um die herausragenden handelt. Insgesamt soll es in über 1.000 (in Worten: tausend) Fällen nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. Es kam jeweils zu Preisabweichungen von über 50 %, was ungewöhnlich hoch ist. Es liegt nahe anzunehmen, dass die Kurse zum Jahresende, die als Marktpreise in die Bilanzen der Banken eingehen, bewusst nach oben gezogen wurden, damit die unter Druck stehenden Bankbilanzen entlastet werden.
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Aber mir fehlen da die Worte. Das ist kein Kavaliersdelikt sondern ein strafrechtliches Vergehen, wenn sich dieser Anfangsverdacht bestätigt. Und zeigt, in welchem Zustand sich die Banken offensichtlich befinden. Und zu was für Mitteln diese Nieten in Nadelstreifen greifen, wenn ihnen das Wasser bis zum Hals steht.
Jetzt wird es Zeit, dass nicht nur die Baffin tätig wird, sondern auch die Generalbundesanwältin. Denn dass ist nicht mehr die Maßnahme einzelner. Und auch die Politik muss ihre Zurückhaltung endlich aufgeben. Sonst gerät sie in den Verdacht, dass die dies zumindest billigend duldet. Ich erwarte nun auch Rücktritte der Verantwortlichen und einen Untersuchungsausschuss.
Eines zeigt diese Sache ganz deutlich. Wie ich gestern bereits angedeutet habe, können Sie die Sonntagsreden von den Ackermännern eigentlich ungelesen durch den Reißwolf lassen. Die Wirklichkeit ist eine andere. Eine traurige. Aber wie konnte man auch annehmen, dass diejenigen, die dieses ganze Desaster angerichtet haben, von Saulussen zu Paulussen werden?
Wie ich bereits seit langem fordere, brauchen wir in den Vorständen und Aufsichtsräten der Banken ein Tabula Rasa. Wenn das nicht kommt, werden auf die Banken hier in Deutschland und anderswo schwere Zeiten zu kommen. Denn wenn die so weiter machen, dann sind die sozialen Spannungen von denen Herr Ackermann warnt, nur das erste Windchen, vor dem großen Sturm. Und dann können sich die Herren Banker in Frankfurt warm anziehen.
Versagen, hohe Bonuszahlungen und Manipulationen bzw. nennen wir es ruhig beim Namen, Betrug. Und wir geben unser hart verdientes Geld in diese windigen Buden. Was müssen wir uns eigentlich noch gefallen lassen? Es wird Zeit, dass wir die eine oder andere Bank Pleite gehen lassen. Die haben es nicht anders verdient.
Ich hoffe, sie verstehen jetzt, warum ich - nach wie vor – vor Investitionen in Banken warne. Wer zu solchen Mitteln greifen muss, verdient nicht, dass er einen Cent von uns Value Investoren erhält.
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