Alle Einträge dieses Autors nach
» Datum    » letztem Posting    » # Postings    » Abrufen    sortieren
3443
views

Was sind Derivate?

Facebook

18. März 2009 16:44

aus dem BE
Das Derivat ist lateinischer Herkunft (v. derivare = ableiten) und deutet darauf hin, dass der Preis (Kurs) dieser Instrumente von einem ihnen zugrunde liegenden Marktgegenstand (dem Basiswert) abhängt.

„Derivate sind daher Verträge, die das Recht garantieren, zu einem fixen Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Die Preisbildung basiert auf einer marktabhängigen Bezugsgrösse (Basiswert oder Underlying). Basiswerte können Wertpapiere (z.B. Aktien, Anleihen), marktbezogene Referenzgrössen (Zinssätze, Indices) oder andere Handelsgegenstände (Rohstoffe, Devisen) sein. Derivate können auch Basiswert von anderen Derivaten (2. Grades) sein.“ (Beschreibung laut Wikipedia)

Die einzelnen Gruppen


Im Prinzip sind Derivate Verträge zwischen zwei Parteien. Die wichtigsten Unterschiede zwischen den einzelnen Derivategruppen sind folgende:

Fixierte Verträge: Hier verpflichten sich beide Parteien in der Zukunft ein bestimmtes Gut zu liefern oder zu beziehen. Man nennt diese Geschäfte Forwards oder wenn es ein standardisiertes Produkt ist, das an Terminbörsen gehandelt wird, nennt man es Future.

Swaps: Hier handelt es sich um den Austausch von Zahlungsströmen. Dabei wird zwischen Zins- und Währungsswaps unterschieden. Auch dieses Geschäft ist verpflichtend.

Optionen: Hier erwirbt der Käufer einer Option nur das Recht etwas zu kaufen (Call-Option) oder zu verkaufen (Put- Option). Jedoch muss ihm dieses Recht jemand gewähren und dieser im Fachjargon „Schreiber“ genannt, verpflichtet sich, dieses Recht zu erfüllen.

OTC-Derivat: Darunter wird ein nicht standardisiertes Derivat verstanden; z. B. ein Stahlerzeuger sichert sich seine zukünftige Eisenerzlieferung direkt von einer grossen Eisenerzmine. Dieser OTC Derivatemarkt ist in den letzten 10 Jahren regelrecht explodiert und stellt jetzt den Grossteil des gesamten derivativen Marktes dar.

Riesensummen


Die Bank für Internationalen Zahlungsverkehr spricht in ihrer letzten OTC-Derivate Statistik zum Halbjahr 2008 von einem Volumenanstieg von 21 % gegenüber dem Jahresende 2007. Unglaubliche 863.000 Mrd. US$ werden mit OTC-Derivaten spekuliert. Das ist gut das 15fache der gesamten Weltwirtschaft. Neben dem enormen Volumen an OTC-Derivaten gibt es auch noch rund 84.000 Mrd. US$ in standardisierten Derivaten, die an Terminbörsen wie der EUREX oder CBOT gehandelt werden.

Enormes Systemrisiko


In diesem Volumen des gesamten Derivatemarktes besteht ein enormes Systemrisiko für die gesamte Weltwirtschaft. Im Prinzip ist zwar der derivative Markt ein „Nullsummenspiel“, denn was ein Marktteilnehmer verliert, das gewinnt ein anderer. Aber durch das enorme Volumen und damit einhergehende Verlustrisiko, können ganze Banken und Industrieunternehmen innerhalb kürzester Zeit in ihrer Existenz bedroht werden.



Platzen der derivativen Blase


Eine noch viel grössere Gefahr stellen aber die bereits bei Abschluss angefallenen Gebühren, Provisionen und Gewinnbeteiligungen dar. Man braucht nur an die Fülle von strukturierten Produkten wie Garantiezertifikate denken, die kreiert wurden und mit saftigen Gewinnmargen ausgestattet sind und waren.

Diese Gewinnbeteiligungen werden in der Regel ebenso wie die Provisionen und die Gebühren beim Handel bereits vorab ausbezahlt und sind damit schon dem ganzen System entzogen worden. Wenn wir nun annehmen, dass sich diese Kosten auf 1 bis 3 % des derivativen Volumens belaufen, dann fehlen beim Auflösen aller Positionen zwischen 9.000 und 27.000 Mrd. US$ - das entspricht ungefähr 50 % der Weltwirtschaftsleistung. Ob dieser Summe müssen die Notenbanken/ Regierungen alles versuchen, um ein Platzen der derivativen Blase zu verhindern, denn das würde eine Belastung für das ganze Finanzsystem bedeuten und dem 5 bis 10fachen der gesamten Subprime Kredite entsprechen.

Das neue Finanzwelt-Vokabular - ab sofort jeden Mittwoch im BE.





Tags



 

 

English News

bwin.party received licence to operate online sports betting in Schleswig-Hol...
Immofinanz launched its first internal development project in Germany
UBS raised Flughafen Wien price target
Berenberg Bank raised Telekom price target
Berenberg Bank confirmed Raiffeisen Bank at Buy

>> more: english.boerse-express.com

Disclaimer: Der Börse Express kann für die Richtigkeit der Inhalte keine Haftung übernehmen. Die gemachten Angaben dienen einzig zu Informationszwecken und keinesfalls als Aufforderung zum Kauf/Verkauf von Aktien. Zudem muss konkret darauf hingewiesen werden, dass es sich bei den Beiträgen um die Privatmeinung des jeweiligen Autors handelt. Diese muss nicht mit der Börse Express-Meinung übereinstimmen, kann dieser sogar entgegengerichtet sein.

Copyright-Hinweis: Das vollständige oder teilweise Übernehmen von Beiträgen auf www.be24.at ist nur mit ausdrücklicher schriftlicher Zustimmung seitens www.boerse-express.com möglich, lediglich die Linksetzung mit Quellenangabe ist authorisiert, aus den Texten darf nichts kopiert werden. Die Rechte liegen bei www.boerse-express.com bzw. bei den Autoren.

Unsere AGB finden Sie hier.

Sie wollen ebenfalls BElogger werden?
Mail to: office@boerse-express.at
© Styria Börse Express GmbH Impressum

powered by
catalyst catalyst



Weitere Online-Angebote der Styria Media Group AG:
Börse Express | foonds.com | Die Presse | ichkoche.at | Kleine Zeitung | typischich.at | willhaben | WirtschaftsBlatt
Schliessen
Als Email versenden