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Davos im Zeichen von WEF und WEWUF!

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03. Februar 2009 01:34

WEF ist vielen von Ihnen sicherlich ein Begriff mittlerweile. Das jährlich stattfindende World Economic Forum (Weltwirtschaftsforum) in Davos. Aber was ist eigentlich WEWUF? Diese 5 Buchstaben sind aus meiner Sicht eine Abkürzung, welche sich leider auch etablieren dürfte. WEWUF steht nämlich für die Weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise.

Davos 2009 – die Schöpferische Zerstörung der Finanzwelt

Beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos werden vor allem flexible und pragmatische Lösungen gefragt sein. Der bedeutende Ökonom Joseph A. Schumpeter definierte die Flexibilität als eine der wichtigsten Kennzeichen des Kapitalismus.

Die “schöpferische Zerstörung”

Dabei prägte Schumpeter bereits zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts den – aus meiner Sicht auch nun wieder gefragten – Begriff der „schöpferischen Zerstörung“. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es eine physische Zerstörung von großen Teilen Europas und gerade natürlich Deutschlands. Diese Zerstörung war jedoch auch Grundlage und Ausgangsbasis für den Wiederaufbau, den Aufschwung und das berühmte Deutsche Wirtschaftswunder.

Die Zerstörungen des 2. Weltkrieges haben Politik, Unternehmen und auch die Bevölkerung zu einem Zusammenhalt, Umdenken, Neuanfang und vor allem Patriotismus gezwungen. In erster Linie um zu überleben und wieder aufzustehen aus den Trümmern der Zerstörung und Vernichtung.

Im Jahre 2009 ist auch ein „the year after“ wie 1946

Die Bomben waren diesmal aber nicht aus Metall und Dynamit, sondern aus Gier, Inkompetenz, mangelndem Risikomanagement und fehlender Regulierung und Kontrolle. Bankbilanzen lösen sich mittlerweile in Ihre Atome auf. Die Massenvernichtungswaffe der Internationalen Finanzindustrie war dabei nicht die Atombombe sondern eine explodierende Bombe von spezifisch verbrieften Derivaten.

Diese Bombe ist nun geplatzt und wie bei einer Wasserstoffbombe sterben nicht alle sofort bei der Explosion. Nein die Langzeitfolgen werden uns noch lange beschäftigen und diese gilt es weiter zu minimieren und vor allem zu kontrollieren. Nun gilt es eine „Nachkriegsordnung“ vor allem für unsere kollabierten Finanz- und Wirtschaftssysteme zu finden. Hier sind vor allem die Eliten - welche auch in Davos zusammentreffen - gefragt.

Gerade diese Manager und Lenker stehen nun vor den Trümmern ihrer eigenen Vergangenheit. Aber dennoch, viele „Belastete“ werden auch bei einem Neuanfang wichtige Rollen innehaben. Ich möchte hierzu auch einmal meinen Beitrag “Asoziale liegen nicht auf Bänken, sondern in den Banken!” nochmals in Erinnerung rufen.

Politik und Unternehmenslenker werden also aufgrund dieser globalen, schöpferischen Zerstörung dazu gezwungen werden, ihre Richtlinien- und Geschäftsmodelle zu hinterfragen, neu auszurichten und sich dadurch den veränderten Rahmenbedingungen der globalen Finanz- und Wirtschaftswelt anzupassen.

Die Mosaiksteine von gestern sind die Dominosteine von morgen

Nicht nur die Bankmanager sollten allerdings nun - wie leider oftmals zu beobachten - an den Pranger gestellt werden. Gerade auch Politiker gaben den Forderungen der Bankenlobby nach und erließen entsprechende Gesetze, wie beispielsweise in Deutschland das Gesetz zur „Modernisierung des Finanzmarktes“. Das Wort Modernisierung steht nun allerdings für diese gezwungene Erneuerung durch Zerstörung. Dieses Gesetz war auch eines dieser Mosaiksteinchen, welches zur Zerstörung beigetragen hat. Diese vielen Mosaiksteinchen an Fehlsteuerung holen uns nun ein, mit Effekten, welche als Dominoeffekte bezeichnet werden. Kranke Unternehmen werden oder müssen beispielsweise gerettet werden, um negative Folgeeffekte - wie diese nach der Lehman Pleite zu beobachten waren - zu verhindern. Das reicht allerdings natürlich bei weitem nicht aus und nicht alle können gerettet werden. Nun müssen Gesetze geschaffen werden für einen Neuanfang und Wiederaufbau der Bankenlandschaft. Eine Art Grundgesetz für Banken. Dieses ungeschriebene Gesetz gibt es übrigens bereits und nennt sich „Goldene Bankregel“. Jedoch haben fast alle Banken dieses eigentlich grundlegende „Gesetz“ nicht mehr beachtet.

Aus meiner Sicht ist es gerade in diesem Jahr Hauptaufgabe des World Economic Forums nicht allein den Focus auf die weltweite Finanz- und Bankenkrise zu richten.

Der aktuelle Global Risks Report

Hier bin ich allerdings nur sehr bedingt zuversichtlich, wenn ich mir den „Global Risks Report“ des Weltwirtschaftsforum für 2009 und die folgenden Jahre zu Gemüte führe. Der Report entsteht jährlich aus einer qualitativen Analyse der globalen Risiken in Verbindung mit Workshops und dem Input von Wirtschaftsführern und Experten auf der ganzen Welt. Die vier akuten Risiken, welche aus der der weltweiten Finanzkrise laut dem aktuellen Report resultieren sind hier zum einen die weltweiten Staatshaushalte welche zunehmend ins Minus geraten, der bevorstehende wirtschaftliche Abschwung in China, weiter sinkende Anlagewerte und die These, dass Deflationsrisiken zunehmend Inflationsrisiken verdrängen.

Das Hauptrisiko liegt für mich jedoch ganz klar in der Gefahr einer Hyperinflation mit einhergehender Währungsreform, gerade aufgrund der galoppierenden Staatsverschuldungen. Das bedeutet für Bürger einen massiven Kaufkraftverlust ihres Geldes, beziehungsweise ihrer Geldwerte. Deflationsrisiken sehe ich dagegen nur kurz- bis mittelfristig. Eine moderate und temporäre Deflation wäre für mich auch das weit kleinere Übel als Hyperinflation und Geldentwertung.

Sachwerte statt Geldwerte

Positiv fällt mir allerdings im aktuellen Report auf, dass dieser mahnt, bei der Bekämpfung der akuten Rezessionsrisiken die langfristigen Bedrohungen der Weltwirtschaft nicht zu vernachlässigen. Die wahrscheinlich größten Risiken lägen in der Vernachlässigung von Infrastrukturinvestitionen, der Abnahme von natürlichen Ressourcen, einschließlich Wasser und Energie, und den Gefahren des Klimawandels. Dem stimme ich uneingeschränkt zu. Die Strategie von Investoren muss aufgrund dieser Rahmenbedingungen aus meiner Sicht lauten: Sachwerte statt Geldwerte!

Herzlichst

Ihr

Markus Miller
Gründer und Herausgeber GEOPOLITICAL.BIZ

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