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15. Dezember 2008 14:41
Die Analysten des Smallcap-Investors haben folgenden interessanten Bericht veröffentlicht:
Diese Woche wurden von der Bank für internationalen Zahlungsausgleich die neuesten Daten (1. Halbjahr 2008) zum derivativen Markt veröffentlicht. Ich muss ehrlich sagen ich war überrascht, leider nicht positiv. Denn ich dachte, dass durch die Finanzkrise das Volumen diesmal leicht zurückgehen würde. Aber leider ist das Volumen abermals deutlich angestiegen. Hier die nackten Zahlen:
863.000 Mrd. US$ weltweites „außerbörsliches“ derivatives Volumen + 21 %
683.000 Mrd. US$ alleine in den G10 Ländern + Schweiz + 14,7 %
57.300 Mrd. US$ alleine in CDS (Credit-Default-Swap) in den G10 Ländern + Schweiz -1 %
Nur der CDS-Markt, der das größte Risiko darstellt ist, um 1 % gefallen. In der Pressemeldung der BIZ wurde dieser Rückgang mit „ einer deutlich höheren Zahl multilateraler Kündigungen von CDS-Kontrakten zugeschreiben, in Folge der Finanzmarktturbulenzen“ kommentiert. Ich gehe auch davon aus, dass das CDS-Volumen im 2. Halbjahr deutlich zurückgehen wird, da die Risikoaufschläge so dramatisch gestiegen sind, dass sich die meisten diese „Kreditausfallsversicherung“ nicht mehr leisten können. Damit verschärft sich aber die Kreditklemme weiter.
Für mich ist der Anstieg dieses Volumens aber trotzdem erschreckend. Denn zu diesen 863.000 Mrd. US$ von OTC-Derivate kommen noch rund 80.000 bis 100.000 Mrd. US$ an derivativen Produkten, die an geregelten Börsen gehandelt werden. Damit nähern wir uns schon dramatisch der 1.000.000 Mrd. US$ Grenze.
Das Risiko, dass es also zu einem kleinen Systemumfall kommt, steigt abermals dramatisch an. Bedenken Sie, wenn sich nur 1 bis 2 % dieser Investoren übernommen oder verspekuliert haben und das ist eine sehr geringe Annahme, dann sprechen wir immerhin von einer Summe von 9.000 bis 18.000 Mrd. US$. Ich weiß, man kann sich diese Summe nicht vorstellen, aber es ist deutlich mehr, als die Staaten und unser Geldsystem verkraften können.
Daher wird sich das deflationäre Umfeld in dem wir uns jetzt befinden, bald in ein stark inflationäres Umfeld drehen. Achtung – im Frühjahr müssen sie daher große Umschichtungen vornehmen!
Weitere Dinge die ich gerade beobachte:
VW- Aktie: Bald werden wir unsere Shortspekulation starten – die 30 Tage Volatilität fällt bereits stark und damit sollten auch die Preise für die Put-Optionen fallen.
Immobilienaktien: Gerade in Österreich und Deutschland standen die Immobilienaktien unter massivem Druck. Manche Unternehmen werden jetzt auf Konkursniveau bewertet. Ich sehe mir an, bei welchen Aktien man auf das Überleben spekulieren kann.
Kurs auf
Ihr
Joachim Brunner
Achtung: Joachim Brunner ist Berater des First Junior Zertifikates (WKN LS1JEX) und des Fonds PI global one (WKN 0A0636). Es ist daher möglich, dass sich die in diesem Artikel beschriebenen Aktien im Fond/Depot bzw. dem dazugehörigen Index befinden.
Bitte beachten Sie immer die Risikohinweise auf unserer Webseite www.smallcap-investor.de.
Diese Ausgabe wurde am 10.12.2008 an die Smallcap-Investor Premiumabonnenten versendet.
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