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20. November 2008 12:22
heute ist in riesigen Anzeigen der Opel Deutschland GmbH unter der Überschrift „Opel sichert die Zukunft“ zu lesen, dass Opel „finanziell solide aufgestellt und als Marke und Unternehmen nicht gefährdet sei.“ Es wird erläutert, dass eine Staatsbürgschaft „einen Schutzschirm bilden und den Zugang zum Kreditmarkt eröffnen würde.“ Opel werde dadurch „nicht subventioniert“ und „es flößen auch keine Steuergelder“ wird in einer Unterüberschrift getönt.
Der Gipfel ist die Feststellung, dass darauf verwiesen wird, dass man in Sachen Zuverlässigkeit, Langzeitqualität und Kundenzufriedenheit der beste deutsche Automobilhersteller sei.
Angesichts dieser Anzeige fragt man sich, wieso Opel denn dann von uns Staatsbürgern überhaupt eine Garantie braucht. Wenn man so gut aufgestellt ist, wie die Anzeige suggeriert, dann könnte sich das Unternehmen auch in diesen schwierigen Zeiten ohne Probleme über den Markt finanzieren. Offensichtlich klappt dies aber nicht. Also, wieder einmal alles Lüge.
Nun gibt es in Deutschland einen cleveren Unternehmer, der genug Geld in der Kasse hat und die Adam Opel GmbH übernehmen möchte. Sein Name ist Frank Asbeck, genannt Sonnenkönig. Sein Beruf: Vorstandsvorsitzender der Solarworld AG in Bonn. Die Solarworld AG hat er von Null zum führenden deutschen Solartechnikunternehmen aufgebaut. Er beschäftigt weltweit 2.250 Unternehmen und macht ca. 700 Mio. Euro Umsatz.
Dieser Sonnenkönig hat nun General Motors folgenden Vorschlag gemacht. Er übernimmt die Adam Opel GmbH und entwickelt diese zu einem Spezialisten für emissionsarme Fahrzeuge. Dafür wäre er bereit ca. 1 Mrd. Euro in die Hand zu nehmen. 250 Mio. Euro würde Asbeck cash auf den Tisch legen und 750 Mio. Euro will er über eine mit einer Staatsbürgschaft abgesicherte Kreditlinie bereitstellen. Kernvoraussetzung für die Abgabe des Angebotes zur Übernahme ist laut einer Pressmitteilung die komplette Trennung von Opel aus dem GM-Konzern und eine Kompensationszahlung von 40.000 Euro pro deutschem Arbeitsplatz, was insgesamt 1 Mrd. Euro wäre. Schon einmal wurde ein ähnliches Modell bei der Übernahme der Solarsparte der Shell AG angewandt.
Asbeck möchte mit diesem Deal eine neue Fahrzeuggeneration mit energieeffizienten und emissionsarmen Antrieben produzieen. Da das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim bereits an Lösungen für zukunftsfähige Elektrofahrzeuge wie dem „Volt“ arbeitet, wäre dies der nächste Schritt. Mit dem Umbau der Produktpalette würde der traditionsreiche deutsche Autobauer künftig insbesondere Elektro- und Hybridfahrzeuge und Typen neuester Technologie wie extended-range Elektrofahrzeuge anbieten, die Elektro- und Verbrennungsmotor hocheffizient kombinieren.
In der Fachwelt scheiden sich derzeit die Geister. Die einen halten das Vorgehen von Asbeck für einen reinen Marketinggag. Andere sind von der Ernsthaftigkeit des Unterfangens überzeugt. Viele jedoch, wissen nicht so recht, wie sie mit dieser Offerte umgehen soll. Die Bundesregierung und die betroffenen Landesregierungen werden wohl mit ihrer Vergabe einer Staatsbürgschaft in Höhe von 1,8 Mrd. Euro an die Adam Opel GmbH das Vorhaben von Asbeck zu Grabe tragen.
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