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04. August 2006 23:04
Im Land des Vizeweltmeisters wird wieder gekickt...
Die französische Liga startet an diesem Wochenende. Man muss kein großer Prophet sein, um den Topfavoriten auf den Titel zu nennen. Einmal mehr ist es Olympique Lyon! Fünfmal en suite ist man jetzt Meister geworden und es wäre keine große Überraschung, wenn man heuer das halbe Dutzend voll machen würde. Die wichtigsten Stützen konnten gehalten werden, mit Squillaci (Monaco), Toulalan (Nantes) und Kallström (Rennes) hat man sich
obendrein noch toll verstärkt.
Wer sind nun die Herausforderer von Lyon? Die gibt es eigentlich nicht, die Mannschaft ist in Frankreich das Maß aller Dinge. Vielleicht kann Bordeaux mit Heimkehrer Johan Micoud von Werder Bremen die Lyonnais aber etwas ärgern? Micoud führte Bordeaux 1999 zum letzten Titel, gelingt das Kunststück noch einmal? Viel wird von ihm abhängen. Bleibt er frei von Verletzungspech, dann könnte Bordeaux doch die eine oder andere Überraschung gelingen.
Lille hat komischer nie irgendjemand auf der Rechnung. Schon im letzten Jahr prophezeiten so genannte "Experten" den Absturz ins Niemandsland der Tabelle. Doch das Team rund um Trainer Claude Puel strafte alle Lügen und konnte seinen Spitzenplatz von vor zwei Jahren
verteidigen. Dazu kommt, dass man sogar Manchester United aus der Champions League gekickt hat. In Lille zählt das Kollektiv. Das Team ist eingespielt, jeder kennt die Laufwege des anderen. Und das könnte zum großen Plus im Kampf um den zweiten Tabellenplatz sein. Trifft auch der Nigerianer Peter Odemwingie wie in der Vorsaison (14 Tore), kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen.
Weitere Aspiranten auf einen Champions-League-Platz sind Lens und Marseille. Lens ist vor allem defensiv sehr stark, für die Abwehr verpflichtete man dennoch Gregory Vignal von Liverpool. Wenn Daniel Cousin vorne wieder so trifft wie in der Vorsaison, ist man ein ernstzunehmender Kandidat auf einen Spitzenplatz. Genauso wie Marseille. Dort ist
Geld im Überfluss vorhanden, Ruhe hat man aber nicht. Neu verpflichtet wurde Djibril Cisse, Fabian Barthez ist zurückgetreten und der neue Mittelfeldstar Franck Ribey hat
Abwanderungsgelüste. Wenn die Mannschaft über eine Saison lang konstant auftritt und wenn man den neuen Trainer Albert Emon in Ruhe arbeiten lässt, dann könnte man Lyon vielleicht
Paroli bieten. Das Potential dazu hätte man, man muß es nur abrufen.
Rennes, im Vorjahr lange Zeit auf Champions League-Kurs, wird es heuer schwer haben. Mehr als ein Platz im Mittelfeld wird nach den Abgängen von Kallström (Lyon), Gourcuff
(Milan) und Alex Frei (Dortmund) nicht möglich sein. Utaka allein im Sturm wird wohl zuwenig sein. Und auch Auxerre wird vorne wohl eher nicht mitspielen können. Santini ist im letzten Jahr beim Versuch Trainerlegende Guy Roux vergessen zu machen gescheitert. Nun startet Jean Fernandez einen neuen Versuch.
Lange Rede, kurzer Sinn - Lyon wird wohl wieder Meister werden, Bordeaux und Lille
sind Anwärter auf die weiteren Champions League-Plätze, auf keinen Fall sollte man aber auf Lens und Marseille vergessen. Rennes und Auxerre werden heuer im Kampf um internationale
Tickets kaum mitspielen können, Monaco und Paris St. Germain sind viel zu wankelmütig. Mit Pauleta haben die Hauptstädter zwar den Torschützenkönig in ihren Reihen, doch dieser ist allzu oft auf sich alleine gestellt. Aber vielleicht hat er ja jetzt mit Pierre-Alain Frau (kam von Lyon) den idealen Sturmpartner gefunden.
Um die Spiele in der französischen Liga live verfolgen zu können, schaut man am beisten auf http://www.wettbasis.com
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