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28. Februar 2007 11:58
Der Ausgangspunkt für den starken Preisverfall weltweit waren die Börsen in Shanghai und Shenzen. Diese Märkte waren aber extrem übergekauft, nachdem sie in den letzten 12 Monaten einen Anstieg um mehr als 130% erzielt haben. Ebenso konnten diese Börsen als nicht gerade billig angesehen werden. Es ist allerdings schwer vorstellbar, dass China bereits als Leitbörse zu gelten hat und in der Lage ist die restlichen entwickelten Börsen derart in die Tiefe zu ziehen. Der Hauptgrund muss also woanders liegen: Wir haben bereits Anfang des Monats in unserer Asset Allokation darauf hingewiesen, dass die Börsen zwar attraktiv bewertet kurzfristig aber übergekauft sind und mit einer Konsolidierungsphase gerechnet werden muss. Wir haben daraufhin den Investitionsgrad reduziert und defensivere Märkte in der Regionalen Asset Allokation stärker berücksichtigt.
Eine Korrektur braucht zumeist einen oder mehrere Auslöser: Investoren haben zuletzt gleich eine Handvoll davon vorgefunden.
Spekulationen darüber, ob Shang Fulin (Vorsitzender der Chinesischen SEC) zurücktreten werde und damit die Chinesische Kapitalmarktreform zu einem Stillstand kommen könnte.
Spekulationen über massive Zinserhöhungen in China und damit eine deutliche Verlangsamung der globalen Wirtschaft.
Eine Einführung einer Kapitalertragssteuer auf Gewinne für Chinesische Investoren Meldungen aus den USA, die auf eine Verlangsamung der Wirtschaft deuten.
Eine Aussage des ehemaligen FED Vorsitzenden Greenspan, dass die USA in einer Rezession schlittern könnte.
Ad China: Es kommen bereits beruhigende Aussagen aus dem Reich der Mitte, dass die Kapitalmarktreform nicht zum Stocken gebrachte werden soll. Die Einführung einer Steuer wurde dementiert. Die Börsen in China sollen schrittweise für ausländische Investoren geöffnet werden.
Ad USA: Wir haben in den letzten Monaten immer wieder darauf hingewiesen, dass sich das Wachstum verlangsamen wird. Wir gehen zum aktuellen Zeitpunkt aber nicht von einer Rezession aus.
Was bedeutet der Rückgang für die Zukunft?
Das Verhältnis Anleihenrenditen zu Gewinnrenditen hat sich deutlich verbessert. Damit sind Aktien wieder sehr attraktiv bewertet – auch wenn die Gewinne nicht um 8-10% in 2007 steigen – wie von Analysten erwartet.
Aus diesem Grund würden wir für langfristig orientiere Anleger den Investitionsgrad tendenziell eher erhöhen als reduzieren!
Für Absolute Return orientierte Anleger bzw. Anleger mit einem kurzfristigen Horizont würden wir die Quote noch nicht voll ausschöpfen, sondern auf eine Wiederaufnahme des positiven Trends warten.
Wir bleiben langfristig positiv gestimmt für Aktien. Wir erwarten für die nächsten 12 Monate einen Ertrag von um die 8%.
Kurzfristig können wir weitere Turbulenzen nicht ausschließen. Manche Märkte (v.a. Emerging Markets) erscheinen aus technischer Sicht angeschlagen. Einige Investoren könnten gezwungen sein weiter zu verkaufen. Das Potential nach unten sehe ich aber nur mehr begrenzt (möglicherweise 2-4%).
Harald Egger, CIO Aktien
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