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Windows 98 Reloaded, Teil 3

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29. November 2006 01:53



Die Reise zu Bill


„Ich hasse Opfer, die ihren Henker lieben.“
– Jean Paul Satre

Kommenden Freitag wird Windows Vista für Businessanwender in Wien vorgestellt. Es ist, einmal mehr, das beste Windows aller Zeiten. Das war Windows 98 auch schon – was Grund genug für einen Rückblick zur Präsentation im Juni 1998 in San Francisco ist. Der hier publizierte Text „windows98reloaded: Die Reise zu Bill“ erschien ursprünglich im Webmagazin evolver (http://www.evolver.at/), ist dort aber nicht mehr online. Er erscheint hier nochmals in vier Teilen. Alle im Text gemachten Aussagen beziehen sich auf den Wissensstand des Jahres 1998.

Windows 98: * 4. 10. 1998 (Windows 98SE: 4. 10. 1999); † 11. 7. 2006
Mehr Info: http://de.wikipedia.org/wiki/Windo...


Die Reise zu Bill, Teil 3

X minus 0:00h. Nichts passiert. Die Microsoft-Leute riegeln den Eingangsbereich des Pavillons ab und wirken ein wenig ratlos. Unpünktlichkeit? Eine fehlende Seite im Drehbuch der perfekten Ereignisse? Der Papst hätte das nie verziehen. Noch mehr Menschen.
Mit etwa fünfzehn Minuten Verspätung beginnt endlich die Aushändigung der Namensschilder. Sie sind farblich codiert und bestimmen den Bereich, in dem man sich aufhalten darf.
Drei Seiten der Festivalhalle sind mit Bänken bestückt, auf denen weiße Sitzkissen mit Route98-Aufdruck liegen. Windows zum Draufsetzen. Das ist eine interessante Idee.
Laute Rockmusik, farbige Lichtblitze von der Decke. Borne to be wild & Konsorten. Statt Start me up von den Stones Highway-Romantik. Der Computer als Instrument der persönlichen Freiheit – mit der es dann aber doch nicht so weit her ist, denn Fragen dürfen auch beim Geburtsakt nicht gestellt werden. Windows ’98 Marketing Director Yusef Mehdi bringt das Baby zur Welt. Das drohende Verkaufsverbot in 20 amerikanischen Bundesstaaten, das Microsoft vor wenigen Tagen durch eine einstweilige Verfügung gerade noch hatte stoppen können, kommt nicht zur Sprache. Stattdessen schwelgt sich Mehdi durch die neuen Features des Betriebssystems. Als der Demo-Computer beim Anschluß eines USB-Scanners nicht abstürzt wie vor einigen Wochen, grinst er zufrieden: Microsoft hat es wieder mal geschafft. Dann kommt Bill Gates, der reichste aller Männer, auf die Bühne. Er trägt immer noch die Sachen von seinem CompUSA-Besuch am Vormittag. Wie hat er es fertiggebracht jemals einen klassischen IT-Manager zu beeindrucken? Ist er Freimaurer? IT-Manager sind Menschen, die nichts dafür übrig haben, wenn man einen neuen Computer nach einer populären Fernsehserie nennt – wie Ed Roberts, der den Namen seines 1974 fertiggestellten Altair der Star Trek-Episode „Amok-Time“ entlieh; es war das ursprüngliche Ziel der Enterprise, bevor Mr. Spock die Pheromone durchgingen und er dringend nach Vulcan heimkehren mußte, um dort heftig Pon Farr zu machen. Stellen Sie sich vor, jemand bei Siemens-Nixdorf käme auf den Gedanken, einen Firewall-Rechner nach einer Fernsehfigur zu benennen: ein Batman-Mainframe mit einer Columbo-Firewall, und mittendrin ein Malcolm-Router.
Bills Rede ist perfekt recherchiert und vorbereitet – aber nicht genial. Wo ist diese intellektuelle Überlegenheit, mit der die Programmierer am Microsoft-Campus in Douglas Couplands Roman „Microserfs“ ehrfürchtig vom Boß sprechen?
Fünfunddreißig Minuten zieht Bill (keine allzu neuen) Vergleiche zwischen der Autoindustrie und der PC-Branche: „Das Auto hat dem Menschen Mobilität und Freiheit gegeben. Der PC wird ähnliches bewirken, jedoch in viel größerem Ausmaß und in viel kürzerer Zeit.“
Auto und Computer. Wäre es nicht fantastisch, wenn man sich am Samstag Abend besoffen an den Computer setzt und dann tödlich mit dem Fehler -11 kollidiert, wie im wirklichen Leben?
Mit einem Vergleich zwischen der Computer- und Automobilbranche ist Gates schon einmal auf die Schnauze gefallen: „Hätte sich die Autoindustrie ähnlich temporeich entwickelt wie der PC, dann würde ein Wagen heute nur knapp 25 Dollar kosten und mit einem Liter Benzin tausend Kilometer weit fahren.“ Die Antwort von General Motors ließ nicht lange auf sich warten: „Ja, aber die Airbags würden zweimal Are You Sure? Fragen bevor sie aufgehen.“

X plus 0:55h. Er redet jetzt schon zwanzig Minuten. Mein Gott, ich hätte nicht gedacht, daß er so langweilig ist. Wenn Reichtum sexy macht, muß Bill auf dem Weg von CompUSA zum Fort Mason Center überraschend verarmt sein. Kaum zu glauben, daß dieser Mann zu den Gründern einer Industrie gehört, die neben dem Waffen- und Drogenhandel eine der einträglichsten der Welt ist. Ich weiß nicht, wen oder was ich mir eigentlich erwartet habe; vermutlich eine Erscheinung, die alle Klischees gleichzeitg wahr werden läßt.

X plus 1:30h. Die Vorstellung ist vorbei. Bill hat seine Rede beendet und sich ans Buffett im anderen Teil der Halle begeben. Im nachgebauten Highway-Dekor bedient er sich zwischen Auto-Klassikern aus den 60er- und 70er-Jahren an Hot Dogs, Chili und Ice-Sandwiches. Kameras und Gläubige kleben an ihm und registrieren jede Bewegung. Eine einmalige Gelegenheit persönlich mit dem Schöpfer des MS-DOS Universums zu sprechen, von dem Wirtschaftszeitungen behaupten, daß praktisch jeder beim Geldverdienen von ihm lernen kann (angesichts der Klagen durch das DOJ ein etwas wundersames Vorbild).
Für wen ist diese Show, Bill? Wen willst Du damit überzeugen, auf Deine Seite bringen? Du hast keine Konkurrenz. Die Personal Computer der Welt haben keine Alternative. Wenn sie nicht jetzt auf Windows 98 umgerüstet werden, dann in ein paar Monaten. Alte Betriebssysteme verlieren schnell an Reizen.
Müßte Dir Windows ’95 im Nachhinein nicht unendlich peinlich sein; ausgeliefert mit mehr als 3000 zugegebenen Läusen und vom Plug & Play so weit entfernt, daß Macintosh-Anwender Krämpfe bekommen. Warum steht niemand auf und stellt Dir diese Frage?
Wir gehen beide. Gates zur Limousine; ich auf die Suche nach einem Taxi; mit einer bleibenden Erinnerung unter dem Arm: eine hinter Glas gerahmte, auf 1000 Stück limitierte Windows ’98 Launch Event, San Francisco-CD-ROM; Nummer 983, unsigniert.

26. Juni ’98.
Mein Taxifahrer ist 1982 aus Bulgarien geflüchtet. Das erzählt er mir ungefragt auf dem Weg zum Flughafen. Sein Englisch klingt, als wäre er erst seit gestern hier. San Francisco ist gefährlich, sagt er. Erst letzte Nacht habe es nur drei Blocks vom Hotel entfernt eine Schießerei in einem japanischen Restaurant gegeben. Da habe ich gerade einen Artikel fertiggeschrieben und auf dem Pay-TV-Kanal die unnötige Neuverfilmung von „Lost in Space“ (mit William Hurt und Gary Oldman) gesehen.
Nach dem Einchecken nach Atlanta rauche ich vor dem Terminal eine Zigarette, dann fahre ich ins Obergeschoß zur Delta Business Lounge, in der es keine Raucherzone gibt. Ich trinke ein paar Tassen Kaffee, etwas Orangensaft und blättere mich durch USAtoday und den San Francisco Chronicle. Die Berichte über den Windows-Launch sind klein und zynisch; sie gefallen mir. Windows 98 ist ein notwendiges Upgrade, das es bis zum (kleinen) Medienereignis gebracht hat. Andere Firmen bringen ständig verbesserte Versionen ihrer Systemsoftware auf den Markt, ohne deshalb die ganze Welt taubzureden.
Über den Rocky Mountains (oder dem, was ich anhand der Karte für die Rockies halte) verschafft mit der US-Journalist Dave Barry eine interessante Erkenntnis: Manchmal, wenn am PC rein gar nichts läuft, wetzt Bill Gates zum Gemüsehändler und schiebt sich eine Zucchini in die Hose. Nebenbei erfahre ich in Barry’s Buch „Von Enter bis Quit: Ein Computerfeind packt aus.“ auch noch, wie man die hübschen ™®©-Symbole hinter WINDOWS™®© bekommt und daß man Las Vegas während der Consumer Electronic Show niemals ohne eigenes Taxi betreten darf. Außerdem wurde die EDV-Industrie nur erfunden, um uns das Geld aus der Tasche zu ziehen, und Bill Gates™ ist in Wahrheit Elvis.
Das überrascht mich nicht sehr. Ich bin ja auch felstenfest davon überzeugt, daß es Captain Kirk und das Raumschiff Enterprise wirklich gibt. Beamen wäre jetzt nett.
Ich schlafe bis Atlanta durch, steige in eine andere Maschine um und sehe im Inflight-Video noch eine Episode von „Home Improvement“, bevor ich in Wien wieder aufwache.
©

27. Juni ’98.
Der Computer als Kraft der Kräfte. Möge die Macht mit Dir sein. Bill Gates will den vernetzten Menschen, der nicht mehr aus dem Haus geht und daher nicht mehr vor die Entscheidung gestellt wird, was er anziehen soll.
Microsoft wäre nicht ohne Apple an die Macht gekommen; und Apple wiederum hätte es ohne das legendäre Palo Alto Research Center von Xerox nicht gegeben. Praktisch alles, was zur Basisfunktionalität eines Personal Computers gehört, von der Maus bis zur objektorientierten Programmiersprache, wurde am PARC entwickelt. Damals standen Möglichkeiten offen, die es heute nicht mehr gibt.
Auch Walkman und Videorekorder haben die Welt verändert; vielleicht sogar schneller, als der Computer es konnte. Auch Nintendo und Sega; mit elektronischem Spielzeug, das im Vergleich mit einer Workstation ganz unten auf der Silizium-Evolutionsleiter steht – und auch sie waren schneller als Apple, IBM und Compaq zusammen. Es ist gibt unzählige sinnlose Studien darüber, welche technische Entwicklung die Welt am meisten verändert hat (ist Coca Cola Technik?); aber ich denke es ist besser einen Schritt zurückzutreten und das ganze Bild zu betrachten. Die Welt im Computer ist ein sicheres, kalkulierbares Universum; im Gegensatz zur realen Welt, die nicht durch den Computer beherrscht werden kann. Bisher ist es auch Bill Gates nicht gelungen, eine Dürrekatastrophe in Äthiopien oder einen Hurricane in Florida einfach wegzurechnen.
Ich glaube nicht, daß Microsoft jemals ernste Konkurrenz bekommen wird (außer von den Naturgewalten). Apple ist im Business-Bereich praktisch nicht präsent. Das Solaris-Betriebssystem von Sun eignet sich nicht für Personal Computer. OS/2 von IBM wird praktisch nur mehr firmenintern verwendet. LINUX, ein unter Wizzards sehr beliebter UNIX-Dialekt ist für PC-Anwender unverständlich. Und für das Be-OS gibt es so gut wie keine Software.
Nein, ich glaube wirklich nicht, daß Microsoft jemals Konkurrenz bekommen wird. Ich frage mich nur, ob Microsoft jemals echte Konkurrenz hatte.

28. Juni ’98.
Ich habe ein neues Spielzeug entdeckt: die Bill Gates Wealth Clock (http://www.webho.com/WealthCloc... Die Web-Page errechnet anhand von Börsendaten den aktuellen Reichtum von Bill Gates.
Im Augenblick ist Bill gerade 58,969.9 Milliarden Dollar reich. Bei einer US-Bevölkerung von 270.008.210 entspricht das 218,4 Dollar pro Einwohner.

29. Juni ’98.
Vormittag. Der Paketdienst bringt zwei Pakete von Microsoft: einmal das „Plus98“-Pack zum Auffrisieren von Windows; und den „Sidewinder 3D Pro Joystick for Macintosh“ (habe ich schon erwähnt, daß Microsoft die tollste Softwarefirma der Welt ist?). Ich kann mich aber trotzdem nicht dazu überwinden, das Windows-Notebook einzuschalten und Win98 zu installieren. Ich gebe zu, ich habe Angst daß hinterher etwas nicht funktioniert und ich stundenlang damit beschäftigt bin, die Kiste wieder zum Laufen zu bekommen. Im vergangenen Jahr habe ich etwa zehn Mal Windows 95 installiert, immer am gleichen Computer und immer nahe dran, Stimmen in alten Beatles-Songs zu hören. Windows lebt und ist schadenfroh: es läßt einen bis ganz nah an die Lösung eines Problems herankommen; und dann ändert es die Spielregeln.
Das Apple-System ist hingegen auf eine sanfte Art endgültig: wenn ein Fehler auftritt, dann ist das eben so. Monatelang murrte das Apple-Universum über den „Fehler –11“ (Komplettcrash, die Visitenkarte von System 7.5), aber es lebte damit. Windows hinterläßt den Eindruck, daß man jeden Fehler selbst verschuldet hat und ihn auch selbst in den Untiefen der Systemdateien, die von mongolischen Viehzüchtern beschriftet wurden, beseitigen muß. Es ist ein mit Ritualen überladenes, erzkatholisches Betriebssystem, und es erzeugt Schuld.
Also gut, fühle ich mich eben ein bißchen schuldig, weil ich mich zu wenig eingehend mit dem schlagenden Herz der Microsoft-Generation beschäftige.
Nachmittag. Auf der Suche nach Eßbarem entdecke ich ein Yoghurt Schokoladen-Dessert, das im geschlossenen Becher verschimmelt ist. Drei Tage vor der Aufbrauchszeit. Das grünblaue Gewächs (mit weiß-gelben Rändern) hat bereits die ganze braune Schokolade überwuchert und glotzt mich freundlich an. Trotzdem, ich traue ihm nicht. Wahrscheinlich wartet es nur darauf, daß ich ihm den Rücken zudrehe. Man darf Schimmelpilze nicht unterschätzen. Ich mache ein Foto mit der Digitalkamera für meine Sammlung exotischer Lebensformen und vernichte das Biest.
Abend. Die ORF-Wetternachrichten werden immer besser: „Die große Schwüle hat heute schon eine kleine Kaltfront gebrochen.“
Das muß die helle Freude für jede Spracherkennung sein.

30. Juni ’98
Buchhandlung Westbahnhof. Keine deutsche Computerzeitschrift ohne Windows 98-Schwerpunkt. Wann Sie updaten sollten, warum Sie updaten sollten, mit wem Sie updaten sollten und was Ihr Therapeut dazu sagen sollte. Windows 98 für Dummies. Das Benutzerhandbuch der deutschen Version ist knapp 150 Seiten dick – in den Regalen steht ein Vielfaches davon (Stoppt das Waldsterben – macht bessere Software!). Es sieht so aus, als hätte die ganze Branche plötzlich keine anderen Sorgen mehr; kein Jahr-2000-Problem, keine Euro-Umstellung. Die Tageszeitungen haben den Hype ignoriert; die Fachmedien zelebrieren ihn.
Später. Wo ist das Geld hergekommen, als es noch keine Bankomaten gab? Ich kann mich nicht daran erinnern, mir Freitag für Freitag am Bankschalter Geld für’s Wochenende besorgt zu haben. Ich kann mich hingegen ganz deutlich daran erinnern, wann ich zuletzt die schwere Triumph Matura Standard benutzt habe (vor 15 Jahren) und wann die Adler Junior-E (vor zwei Tagen für ein Kuvert), und wann ich zuletzt ein Manuskript auf Papier getippt habe (vor neun Jahren, eine Geschichte über das Datenbankprogramm „dBase für Macintosh“, das es heute – wie die Zeitschrift, in der es erschien – nicht mehr gibt).
Ich erinnere mich nicht daran, wann ich zum ersten Mal einen Computer benützt habe. Es war wohl kein besonders einschneidendes Erlebnis.
Abend. In seinem Buch „Unternehmen Zufall“ beschreibt Robert X. Cringely, Klatschkolumnist beim PC-Fachblatt Info-World, die Begründer der Mikrocomputer-Industrie: es waren „junge Typen, die sich verbündeten um sich Macht zu verschaffen.“ Die High-tech Yuppies der Siebziger Jahre waren weder Revoluzzer noch Blumenkinder; sie waren einfach mit sich und der Welt zufrieden. Nur eines wollten sie nicht: unter elterlicher Anleitung erwachsen werden. Glücklicherweise gehörten sie fast ausschließlich der bürgerlichen Mittelklasse an und hatten genug Geld, um sich ihre eigene Techie-Kultur zu leisten. Als Steve Wozniak den ersten Apple Computer baute, so Cringely, wollte er „eigentlich nur seinen Freunden vom Silicon Valley Homebrew Computer Club imponieren."
Ich weiß nicht warum, aber ich glaube das aufs Wort. Irgendwie ist es ja heute auch nicht anders, es gibt bloß mehr Blue Chips.

1. Juli ’98.
Tag 1. So wie es aussieht, hat mich Bill Gates kaltschneuzig angelogen. Mit einer Engelsmine, um die ihn wahrscheinlich jeder Kinderschänder beneidet. Billy stand da oben auf seinem Podest im Fort Mason Center, angestrahlt von ein paar Dutzend Scheinwerfern und Microsoft-Jüngern; und erzählte mit dem Lächeln eines Engels von der einfachen Installation von Windows 98.
Lieber Bill, hast Du das selber schon einmal ausprobiert?
Gut, mit dem Installationsprogramm habt Ihr Euch richtig Mühe gegeben. Das füllt jetzt den ganzen Bildschirm aus und nicht nur ein kleines Fenster in der Mitte. Dadurch kommen die Werbefotos von den vielen fröhlichen Menschen, die mich darin bestätigen daß es richtig war, Windows 98 zu kaufen und nicht etwa…– ja, was eigentlich? – viel besser zur Geltung. Diese Leute arbeiten offenbar schon seit Jahrzehnten mit Windows 98, denn soviel Gutes, wie sie mir darüber berichten, kann man sich in den drei Jahren seit Windows 95 gar nicht einfallen lassen. Schöne Menschen, allesamt Baywatch-Statisten, die Dank Windows 98 endlich jede Menge Spaß haben; Nichtraucher, Antialkoholiker, ein paar Scientologen vielleicht, aber keine Drogensüchtige.
Nach einer halben Stunde stürzt das Installationsprogramm ab: „Windows-Schutzfehler. Starten Sie neu!“ Ah, verstehe: Auto kaputt. Holen Mechaniker! Bill, mein Freund, hast Du mir nicht in San Francisco erzählt, es gäbe jetzt verständliche Fehlermeldungen?

2. Juli 98.
Tag 2. Lieber Bill, es ist mir gestern tatsächlich gelungen, Windows 98 ohne größere Probleme zu installieren. Das Setup-Programm ist zwar zweimal abgestürzt, hat es nach knapp vierzig Minuten aber dann doch geschafft. Heute Nachmittag habe ich versucht, meine Festplatte in das FAT32-Dateisystem umzuwandeln. Das hat leider überhaupt nicht geklappt. Das Umwandlungsprogramm behauptet stur, ich hätte zu wenig Hauptspeicher und solle ein paar Treiber aus CONFIG.SYS und AUTOEXEC.BAT löschen. LIEBLINGSBILL, DA STEHT LEIDER NICHTS MEHR DRIN, WAS ICH NOCH WEGLÖSCHEN KÖNNTE!
Du kannst Dir wahrscheinlich vorstellen, wie sauer ich bin und zwar auf Dich persönlich. Ich würde es begrüßen, wenn Du Dich in Bewegung setzen und unser kleines Problem vor Ort lösen könntest, bevor es ein großes wird. Danke.
Abend.
Lieber Herr Clinton, könnten Sie nicht einmal ein ernstes Wort mit Mr. Gates reden, sozusagen von einem Bill zum anderen? Und, nebenbei, könnten Sie mir nicht auch verraten, ob ein Zusammenhang zwischen der Einstellung der NeXT-Produktion vor fünf Jahren und der Ausstattung des CIA mit NeXT-Computern besteht?


... to be continued (am Donnerstag, den 30. 11. 2006) ...






Windows 98, very limited edition.
Windows 98, very limited edition.

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Bill Gates signiert Windows 98. Ist durch die Unterschrift ein Rechtsgeschäft entstanden?
Bill Gates signiert Windows 98. Ist durch die Unterschrift ein Rechtsgeschäft entstanden?

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Upgrade ahead. Bloss nicht gegen die Einbahn fahren und schon gar nicht in sie hinein.
Upgrade ahead. Bloss nicht gegen die Einbahn fahren und schon gar nicht in sie hinein.

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