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Heiße Luft statt Taten

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10. Juli 2008 09:46

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Sehr geehrter Anleger,

soeben ist das Gipfeltreffen der sogenannten G8 zu Ende gegangen. Wie Sie wissen gehören dieser Gruppe neben Deutschland, die USA, Japan, Großbritannien, Kanada, Frankreich, Italien und Russland an. Sie vereinigen ca. zwei Drittel des Welthandels und des Weltbruttonationaleinkommens auf sich. Allerdings leben in den Ländern der G8 nur ca. 14 % der Weltbevölkerung. Gegründet wurde das Spektakulum 1975 auf Initiative des damaligen deutschen Bundeskanzlers Helmut Schmidt und französischen Präsidenten Valéry Giscard d’Estaing). Das erste Treffen der damaligen G6 fand auf dem im Schloss Rambouillet statt.

An den Ergebnissen gemessen, hat das Treffen wenig gebracht. Das zeigt die windelweiche Aussage des japanischen Ministerpräsidenten Fukuda, dass die 22 Teilnehmerländer angesichts des Kimawandels, der steigenden Ölpreise und der steigenden Nahrungsmittelpreise „zu einem gemeinsamen Krisenbewusstsein gefunden hätten“. Auch hat man sich zum Ziel gesetzt die Treibhausgase bis 2050 um -50 % zu reduzieren, wobei das nur „im Rahmen der Möglichkeiten“ und „ohne Bedingungen“ geschehen soll.

Dass es auch große Meinungsverschiedenheiten gab, zeigt die Tatsache, dass die als Gäste geladenen Chinesen sich Emissionsgrenzen gegenüber verweigerten und nur Maßnahmen zur Energieeffizienz in Erwägung zogen. Und auch der Konflikt mit den Schwellenländern, die auf eine Öffnung der Agrarmärkte drängten, schwelt weiter. Die diskutierte Erweiterung der G8-Teilnehmer führte ebenfalls zu keinem Ergebnis. Die westlichen Demokratien wollen unter sich bleiben. „Es gibt immer noch einige Dinge, die die G8 am besten allein bespricht“, war unsere Bundeskanzlerin Merkel zu vernehmen.

Mit den Worten „Wir sind ein wirkliches Stück vorangekommen“ lobte Frau Merkel artig und wie erwartet die Ergebnisse des Gipfels. Gleichzeitig gab sie zu, dass die Klimaschutzziele nicht erreicht würden, wenn China und Indien nicht dazu beitrügen.

Wenn Sie mich fragen, wurde auf diesem Gipfel der schönen Bilder nichts erreicht. Aber auch gar nichts. Weder wurde das heiße Eisen der abgeschotteten und hoch-subventionierten europäischen Agrarmärkte, unter denen die ärmsten Länder dieser Welt leiden, angepackt. Noch wurden zur Energiethematik mit den viel zu hohen Rohölpreisen, die uns allen nun wirklich unter den Nägeln brennt, irgendwelche Initiativen sichtbar. Was die Kreditkrise betrifft, war ebenfalls tote Hose zu vermelden.

D.h., dass zu den die Menschheit derzeit wirklich drängenden Fragen, nicht nur keine Antworten gegeben wurden, sondern was viel schlimmer ist, nicht einmal die richtigen Fragen gestellt wurden. Stattdessen die alte Klimaleier. Ich weiß ja nicht wie es Ihnen geht, aber ich persönlich kann die schon langsam nicht mehr hören. Wir verhalten uns derzeit, wie jemand, der einen Wasserrohrbruch in der Wohnung hat und sich statt den zu stoppen, darum Gedanken macht, wie der geplante Wintergarten aussehen soll.

Aber das ist in unser medial geprägten Welt nun einmal so. Ankündigungspolitik statt konkrete Maßnahmen. Bilder statt Taten. Und Themenauswahl nach politischer Verkäuflichkeit beim Volk. Wer kann schon was dagegen haben, wenn man den süßen Seehundbabies die Eisberge erhalten will?

Und wie erfolgreich man mit Nichtstun sein kann, zeigt die jüngste Forsa-Umfrage zur Beliebtheit unsere Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel. Über 62 % der Deutschen würden es begrüßen, wenn sie auch nach der Bundestagswahl 2009 im Amt bliebe. 69 % beurteilten ihre Arbeit sogar als gut, wohingegen es die von ihr geführte Bundesregierung nur auf 36 % schaffte. 49 % meinen sogar, dass sie sich positiv verändert habe. Mit dem Auftreten im Ausland sind sogar 85 % zufrieden. Das sagten sogar 72 % der Linken.

Schon hatte ich die Befürchtung, dass wir uns Prozentzahlen totalitärer Staaten näherten. Doch dann kamen Ergebnisse zu den Knackpunkten ihrer Politik, also dem Notwendigen. In den neuen Bundesländern sehen nur 39 % eine positive Entwicklung. Und das schockierende Ergebnis: nur 34 % glauben, dass Angela Merkel die Probleme in Deutschland lösen kann.

Offensichtlich hat sie wie kaum jemand zuvor das Motto „Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass“ zum erfolgreichen Politprinzip erhoben. Die Probleme unseres Landes harren zwischenzeitlich weiter einer Lösung. Sei es die dahinsiechende Wirtschaft in den neuen Bundesländern, das Gesundheitssystem, die Rentenversicherung und die steigenden Preise, die uns zusammen mit der enormen Abgaben- und Steuerbelastung die Luft zum Atmen nehmen. Zum Dank erhalten wir endlich wieder das Gefühl, dass die Welt an unserem Wesen als einzigartige Klimaretter genesen darf. Toll!

Wobei mir persönlich die Lösung unserer konkreten Probleme lieber wäre. Und Taten statt Worte. Die Mehrheit in diesem Land scheint das aber offensichtlich anders zu sehen.

Schlaf weiter deutscher Michel!

Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen.

Ihr Norbert Lohrke







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