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02. Dez 0 00:00
Wenn man jüngste Meldungen aus dem Sportbereich liest, dass der saudische Investor Al Jaber nun in die Nachwuchsmannschaft bei Austria Wien investiert, dann könnte man fast glauben, dass sich der Scheich bei seinem ursprünglich angedachten Investment in die Austrian Airlines im Namen geirrt haben könnte. Denn die Differenz zwischen „Austrian“ und „Austria“ ist einfach nur ein „n“.
Die Differenzen zwischen dem Scheich und der Fluglinie sind mittlerweile größere, geht es bereits um gerichtliche Schritte, mit der die AUA Schadenersatz für das geplatzte Investment verlangt. Im April hatte sich Al Jaber für 20 Prozent der AUA-Aktien vertraglich zu einer Investition von 150 Mio. Euro über eine Kapitalerhöhung verpflichtet. Weil er sich über die tatsächliche wirtschaftliche Situation der Fluglinie in die Irre geführt fühlte, zog er kurz vor der Hauptversammlung die Investition zurück. Der Investor hat dazu bereits Gegenklagen angekündigt.
Am Weg zum Penny-Stock
Ende April hatte die AUA dann einen Q1-Verlust von über 60 Mio. Euro bekannt gegeben. Der für 2008 prognostizierte Jahresverlust von 90 Mio. Euro – AUA Chef Ötsch musste vor kurzem eine Gewinnwarnung geben, nachdem er das Unternehmen als saniert bezeichnet hatte – wird wohl schon nach dem 2. Quartal erreicht werden. Der Sinkflug geht also munter weiter.
Investmenthäuser wie UBS oder Goldman Sachs haben den Titel auf „Sell“ gestellt. Das zeigte sich vergangene Woche auch beim Aktienkurs. Mit nunmehr 2,69 Euro wurde nach massivem Kursrutsch ein absoluter Tiefstwert erreicht. Aber es könnte noch tiefer gehen. Erstmals hört man auch hinter vorgehaltener Hand vom drohenden „Penny-Stock“ Schicksal. Unzureichendes Treibstoff-Hedging und ein stark steigender Ölpreis werden hier ein Wörtchen mitreden.
Kapitalerhöhung unmöglich – Privatisierungsauftrag fraglich
Damit wird aber auch Gerüchten um eine Kapitalerhöhung eine Absage erteilt. Laut Aktiengesetz ist eine Kapitalerhöhung nur dann möglich, wenn der Kurs über dem Nominale liegt. Das AUA-Nominale liegt bei 3 Euro.
Jedenfalls hat die ÖIAG die US-Investmentbank Merrill Lynch mit der Käufersuche beauftragt. Dazu notwendig wird der Privatisierungsauftrag der Regierung, die selber in argen Turbulenzen steckt, damit die ÖIAG ihr Aktienpaket von 42,7 Prozent abgeben kann.
Ötsch könnte gehen
Also wahrlich keine guten Voraussetzungen für die rot-weiß-rote Fluglinie. Allerdings so ernst war die Lage bislang noch nie. Dass das Fiasko ohne Konsequenzen für den Vorstand so weiter gehen wird, glaubt mittlerweile niemand mehr. Hinter den Kulissen wird heftig an einem Ausstiegsszenario für Vorstand Alfred Ötsch gebastelt. Er könnte zu Siemens zurückkehren, aber auch eine Position im Verbund soll ein Thema sein.



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