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Kreditwährung US-Dollar

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23. Mai 2008 06:42

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Die Fed hat vom 18.09.2007 bis 30.04.2008 die Leitzinsen von 5,25 auf 2,00 Prozent gesenkt und am 11. März im Rahmen einer 28-Tage-TSLF (Term Securities Lending Facility) von 200 Milliarden US-Dollar das Bankensystem massiv mit Liquidität versorgt. Mittlerweile liegt die Zinsdifferenz zwischen 3-Monats-EURIBOR und 3-Monats-Dollar-Libor bei 2,18 Prozent. Dieser steht eine 12-Monats-Volatilität von EUR/USD in der Größenordnung von 6,78 Prozent gegenüber. Der Anstieg des Euro gegenüber dem US-Dollar lag in den vergangenen 52 Wochen bei 15,94 Prozent. Setzt man diese Performance in Relation zur Volatilität erhält man im Falle eines vorherrschenden charttechnisch klar erkennbaren Aufwärtstrends (derzeit der Fall) einen aussagekräftigen positiven Trendstärke-Indikator von 2,35, während das Verhältnis zwischen Zinsvorteil gegenüber dem Euro und der Volatilität bei 0,32 liegt, weshalb der US-Dollar eine spekulativ interessante Kreditwährung darstellt.

Asset-Deflation spricht für niedrige Dollarzinsen

Vor allem eine aus einer historischen Beobachtung vergangener Immobilienkrisen hohe Wahrscheinlichkeit anhaltend rückläufiger Immobilienpreise in den USA und ein zunehmendes Übergreifen der Krise auf andere Branchen wie beispielsweise Automobil und Tourismus sprechen für eine Fortsetzung der Niedrigzinspolitik. Die bereits jetzt in Gang gesetzte Wertvernichtung wirkt trotz hoher Consumer Inflation deflationär (Asset-Deflation). Negative reale Leitzinsen sind die Folge. Im Februar entwickelten sich die am S&P/Case-Shiller Metro Area Home Price Index, der die Preisentwicklung von Eigenheimen in 20 US-Metropolen darstellt, gemessenen Immobilienpreise um 12,7 Prozent rückläufig. Bedenkt man, dass im Jahr 2006 das US-Immobilienvermögen bei 202 Prozent des BIPs bzw. ca. 26 Billionen US-Dollar lag, dann beträgt der jüngste Wertverlust bereits 3,3 Billionen US-Dollar. Somit ist es nicht verwunderlich, dass laut einer Analyse von BCA-Research, bereits 15 Prozent der US-Eigenheimbesitzer mit einer Hypothek ein negatives Eigenkapital aufweisen, während im ersten Quartal 2008 die Anzahl der Aufforderung zur Zwangsversteigerungen von Eigenheimen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 132 Prozent auf 649.917 US-Haushalte anstieg. Angesichts dieser Entwicklungen rechnet der IWF infolge der Immobilenkrise mit weltweiten Verlusten im Ausmaß von 945 Milliarden US-Dollar.

Eine historische Betrachtung der US-Sparkassenkrise (1986-91) und der Immobilienkrisen in Japan (1991-02), Norwegen (1987-93), Schweden (1991) und Finnland (1991-94) zeigt, dass die Krise noch lange nicht ausgestanden ist, denn im Schnitt sind die Eigenheim-Preise der betreffenden Märkte in diesen Krisenperioden um 45,5 Prozent gefallen, während die Bankverluste bzw. Rekapitalisierungskosten bei 3 (US-Sparkassenkrise) bis 24 Prozent (Japan) des BIPs lagen. Es vergingen in allen Krisen 8 bis 9 Jahre bis die Wirtschaft wieder Vollbeschäftigungsniveau erreichte.

Fazit: So wie die Japanische Notenbank Mitte der 90er-Jahre zu einer Nullzinspolitik überging, könnte die Fed zur Stabilisierung des Immobilienmarktes ebenfalls für längere Zeit negative reale (absolute Leitzinsen abzüglich Inflationsrate) Leitzinsen beibehalten und den Dollar zu einer Währung machen, die – wie einst der Yen – in der Eurozone zum Wohlstand tausender Häuselbauer beiträgt. Langfristig sind unter einer Fortsetzung aktueller Trends nämlich Umrechnungskurse EUR/USD von 1,80 bis 2,00 durchaus denkbar. Allerdings könnte der Ausgang der US-Wahlen hier einen Strich durch die Rechnung machen, weshalb derzeit nur ein spekulativer Teil in Dollar finanziert werden sollte. Unter Tradingaspekten hingegen kann auf einen weiter fallenden Dollar gesetzt werden.

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  • 2008-06-08 20:22:32
    scherf.com

    Es gibt keine Krise in den USA - Der Euro könnte jeden Moment einen massiven Absturz erleben.

    Die USA hst nach wie vor eine der stärksten Wirtschaftsmaschinen der Welt. Es gibt auch keine Krise in den USA. Der billige Dollar sorgt sogar für laufend steigende Gewinne der U.S. Konzerne, ... von McDonalds bis Microsoft, Cisco, Dell, usw.

    Nachdem Eigenheimpreise sich in den USA mehr als verdreifacht haben, war eine kleine Korrektur nur ganz normal. Doch der Tiefpunkt der U.S. Immobilienmärkte wurde bereits vor mehreren Wochen bzw. im März 2008 erreicht, und seitdem sind bereits wieder leichte Preisanstiege in diversen Regionen zu verzeichnen.

    Für Europa besteht die Gefahr, dass der Euro jeden Moment einen massiven Abschlag erleiden könnte, da der Wert des Euro bei weitem überpreist ist, d.h. ein Euro ist eigentlich wesentlich weniger Wert als ein US-Dollar. Da alles immer in Zyklen geht, besteht eben die Gefahr für Europäer, dass der Euro jederzeit abgewertet werden kann, zumal auch die meisten europäischen Wirtschaften einer massiven Wirtschaftskrise ins Auge blicken und gigantische Arbeitslosigkeit den europäischen Ländern bevorsteht.

    Man sollte sich nicht von Miesmachern und Weltuntergangs"propheten" wie Kordovsky beeinflussen lassen, da jene Typen oft keine Ahnung vom Gesamtgefüge der Wirtschaft haben, insbesondere nicht von der U.S. Wirtschaft, sondern oft sind solche Leute von den liberalen europäischen Medien die weder Durchblick noch Weitblick haben, beeinflusst und deshalb ist deren Objektivität nicht gegeben.

    antworten

  • 2008-06-11 21:31:03
    Kordovsky

    Bitte klare Fakten

    Ich freue mich über jede ergänzende Sichtweise. Doch wäre ich Ihnen für einen Verweis auf jene Statistiken dankbar, auf die Sie sich mit Ihren Aussagen beziehen.

    antworten

  • 2008-06-11 22:36:22
    scherf.com

    Quartalsberichte der U.S. Firmen sind konkrete Fakten, indem auf den billigen Dollar verwiesen wird

    Die konkreten Fakten, dass der billige Dollar via Exchange Rate durch die teuren Auslandswährend den U.S. Firmen zu zusätzlichen Gewinnen verhilft ist deutlich in den jeweiligen Quartalsberichten der U.S. Firmen die international tätig sind angeführt, und man verweist darauf laufend, sei es Dell, Microsoft, Cisco, usw.

    Bei den Eigenheimpreisen kann man mit etwas Geschick nicht nur die üblichen generallen Statistiken heranziehen, sondern man kann z.B. in den einst heissen Immobilienmärkten wie z.B. Las Vegas, West Palm Beach, Naples, San Diego, etc. ganz einfach auf die jeweiligen offiziellen County Websites gehen und man kann, - wie auch jeder Realtor -, einfach die Records durchschauen, und so sehen, dass eben Eigenheime z.B. von 1998 - 2002 um einen gewissen Preis verkauft wurden, und dann die weiteren Verkäufe je Property bis dato, ... und man wird eben sehen, dass es eben oft bzw. fast immer Preisanstiege von ca. 200% in den Top Regionen bei den Einfamilienhäusern gab. Weiteren Research kann man via Internet machen bei den Homebuilders und man sieht dann z.B. die Werbungen für die Hauspreise in einem Development von damals und dann z.B. zur Spitze im Jahr 2006 und dann die korrigierten Preise von z.B. diesem Frühjahr oder auch heute. Wir beobachten natürlich diverse regionale Märkte intensiv und verfolgen das Preisgeschehen. Ein weiterer Massstab sind die Quadratmeter Preise in den diversen Städte für z.B. Neubauten Einfamilienhäusern und je nach Kategorie (Starter oder Move-Up oder Luxury, etc.), wobei z.B. in Las Vegas die Preise pro sq.ft. in den Jahren 1998 - 2001 noch bei durchschnittlich ca. US$ 80,- bis US$ 100,- lagen und dann zur Spitze im Jahr 2006 bei ca. US$ 250,- pro sq.ft. für das durchschnittle Haus verrechnet wurden, ... was einer Steigerung von etwas mehr als 200% reflektiert. Und dann nimmt man den heutigen Preis her der bei ca. US$ 140,- bis US$ 165,- pro sq.ft im betreffenden Las Vegas Beispiel liegt, und man kann sich die Korrektur ausrechnen, sowie die noch immer höhere Wertsteigerung gegenüber den Preisen vor der Korrektur in den Jahren z.B. 1998-2001. Man braucht also kein Brain Surgeon sein, aber unser Research ist wesentlich genauer als nur die generellen Daten die hier und dort ausgespuckt werden, ... insbesondere beim Immobilienmarkt, da es hier immer auf die Region ankommt und dann auch noch auf den Builder und die diversen Developments, etc.

    antworten

  • 2008-06-11 23:03:34
    Kordovsky

    Feinere Messinstrumente auf regionaler Ebene

    Die Entwicklung der Immobilienmärkte ist immer von regionalen Besonderheiten abhängig. Somit ist ein individuelles Research vor Ort für direkte Immobilieninvestments unerlässlich. Um jedoch einen generellen Trend zu erkennen, erfordert dies eine Aggregation der regionalen Preisentwicklungen. Der S&P/Case-Shiller Index ist durchaus ein guter Anhaltspunkt und allgemeiner Trendmesser. Allerdings werden die Daten relativ spät veröffentlicht. Das ist der Schwachpunkt. Im Falle einer Markträumung kann dies fatale Folgen haben, denn wer zu spät kommt, den bestraft der Immobilienmarkt. Wer direkt in Immobilien investieren will, kommt somit an einer genaueren Analyse vor Ort nicht vorbei. Betreibt man jedoch volkswirtschaftliche Analysen auf Basis anerkannter Meßgrössen, dann erfüllt der S&P/Case-Shiller Index durchaus seinen Zweck.

    antworten


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