Alle Einträge dieses Autors nach
» Datum
» letztem Posting
» # Postings
» Abrufen
sortieren
513
views
views
23. Mai 2008 06:42
|
|
Asset-Deflation spricht für niedrige Dollarzinsen
Vor allem eine aus einer historischen Beobachtung vergangener Immobilienkrisen hohe Wahrscheinlichkeit anhaltend rückläufiger Immobilienpreise in den USA und ein zunehmendes Übergreifen der Krise auf andere Branchen wie beispielsweise Automobil und Tourismus sprechen für eine Fortsetzung der Niedrigzinspolitik. Die bereits jetzt in Gang gesetzte Wertvernichtung wirkt trotz hoher Consumer Inflation deflationär (Asset-Deflation). Negative reale Leitzinsen sind die Folge. Im Februar entwickelten sich die am S&P/Case-Shiller Metro Area Home Price Index, der die Preisentwicklung von Eigenheimen in 20 US-Metropolen darstellt, gemessenen Immobilienpreise um 12,7 Prozent rückläufig. Bedenkt man, dass im Jahr 2006 das US-Immobilienvermögen bei 202 Prozent des BIPs bzw. ca. 26 Billionen US-Dollar lag, dann beträgt der jüngste Wertverlust bereits 3,3 Billionen US-Dollar. Somit ist es nicht verwunderlich, dass laut einer Analyse von BCA-Research, bereits 15 Prozent der US-Eigenheimbesitzer mit einer Hypothek ein negatives Eigenkapital aufweisen, während im ersten Quartal 2008 die Anzahl der Aufforderung zur Zwangsversteigerungen von Eigenheimen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 132 Prozent auf 649.917 US-Haushalte anstieg. Angesichts dieser Entwicklungen rechnet der IWF infolge der Immobilenkrise mit weltweiten Verlusten im Ausmaß von 945 Milliarden US-Dollar.
Eine historische Betrachtung der US-Sparkassenkrise (1986-91) und der Immobilienkrisen in Japan (1991-02), Norwegen (1987-93), Schweden (1991) und Finnland (1991-94) zeigt, dass die Krise noch lange nicht ausgestanden ist, denn im Schnitt sind die Eigenheim-Preise der betreffenden Märkte in diesen Krisenperioden um 45,5 Prozent gefallen, während die Bankverluste bzw. Rekapitalisierungskosten bei 3 (US-Sparkassenkrise) bis 24 Prozent (Japan) des BIPs lagen. Es vergingen in allen Krisen 8 bis 9 Jahre bis die Wirtschaft wieder Vollbeschäftigungsniveau erreichte.
Fazit: So wie die Japanische Notenbank Mitte der 90er-Jahre zu einer Nullzinspolitik überging, könnte die Fed zur Stabilisierung des Immobilienmarktes ebenfalls für längere Zeit negative reale (absolute Leitzinsen abzüglich Inflationsrate) Leitzinsen beibehalten und den Dollar zu einer Währung machen, die – wie einst der Yen – in der Eurozone zum Wohlstand tausender Häuselbauer beiträgt. Langfristig sind unter einer Fortsetzung aktueller Trends nämlich Umrechnungskurse EUR/USD von 1,80 bis 2,00 durchaus denkbar. Allerdings könnte der Ausgang der US-Wahlen hier einen Strich durch die Rechnung machen, weshalb derzeit nur ein spekulativer Teil in Dollar finanziert werden sollte. Unter Tradingaspekten hingegen kann auf einen weiter fallenden Dollar gesetzt werden.
http://www.kordovsky.com
Tags
- | Börse
- | Anleihen
- | Finanzierung/VC/PE
- | US
- | Trading Feed






»
catalyst
Diese Funktion steht nur eingeloggten Benutzern zur Verfuegung.
Einen neuen Account erstellen.
Ich habe mein Passwort vergessen!