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Warum gute Trader nur auf den Kurs schauen

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14. April 2008 07:23

Man kann Geld darauf wetten; ein Anfaenger-Trader wird immer fragen welche Indikatoren die besten sind und welche Zeitebenen man am besten beobachten sollte. Das sind die zwei Lieblingsfragen.

Profi-Trader wie Birger Schaefermeier, Michael Voigt und auch eigentlich immer fast alle Teilnehmer auf einem Live Trading Event bei der TradersWorld geben sinngemaess immer diesselbe Antwort:

Eigentlich verfolge ich keinen speziellen Indikator. Ab und zu blende ich mir mal diesen oder jenen Indikator ein, doch im allgemeinen beobachte ich nur den Kurs, mehr schaue ich mir nicht an. Der Candlestick-Chart reicht mir vollkommen aus.

Der Fragesteller ist etwas verdattert. Wie kann dieser Herr, der behauptet Trader zu sein, nicht mit mathematischen Modellen arbeiten, und vielleicht auch noch obendrein nicht staendig zwischen 4 oder 5 Zeitebenen hin- und herschalten….? Muss man das nicht machen, um gut zu traden?

Nein! Warum ist mit dem BILD UNTEN schnell erklaert:
(Quelle: Afraid to Trade.com)

Ein Candlestick ist ja nichts weiter, als eine Zusammenfassung des Kursgeschehens. Wenn ich auf dem Tageschart einen Doji sehe, dann gibt es zwar mehrere Moeglichkeiten wie der Intraday-Kurs verlaufen haette koennen (siehe Abbildung oben), aber das Endresultat ist das Gleiche. Der Markt konnte sich nicht fuer einen klaren Trend entscheiden. Je nachdem wo dieser Doji auftritt (in der Naehe von Widerstaenden und Unterstuetzungen, nach einem starken Sell-Off, inmitten einer langen Seitwaertsphase) aendert sich fuer den Trader dessen Aussage und Signifikanz.

Der Trader sieht sich also einen Candlestick-Chart an, und sieht somit, wenn man so will, automatisch in die kleinere Zeitebene hinunter, da er weiss was ein Doji repraesentiert und welche psychologische Aussagekraft fuer das Marktgeschehen dahintersteht.

Gleiches gilt fuer Indikatoren. Wer die Logik eines MACD-Indikators verstanden hat, der kann sich einen Chart ansehen und weiss intuitiv wie ein MACD-Diagramm am unteren Ende aussehen wuerde, da der Trader anhand des Kursverlaufs einschaetzen kann, an welchen Punkten die Durchschnitte nach oben oder unten laufen, und welche Kursbewegungen einen Schnittpunkt ausgeloest haben koennten.

Natuerlich kann kein Trader der Welt einen Chart ansehen und exakt aus dem Kopf heraus zu jedem beliebigen Indikator dessen etwaigen Kursverlauf einzeichnen. Sicherlich nicht. Aber der Trader versteht die Logik hinter den wichtigen Indikatoren und kennt deren Verhalten, damit deren Staerken und Schwaechen, fuer all die unterschiedlichen Chart-Setups und Trendkonstellationen die so moeglich sind.

Auch aus den Candlesticks kann der Trader nicht zu 100% herauslesen wie der Kursverlauf in einer geringeren Zeitebene ausgesehen haben muss, aber er versteht die Logik hinter der Formation und kann sich ein Bild ueber den Kursverlauf und dessen Konsequenzen auf dem uebergeordneten Chartbild machen.

Vielleicht ist das auch der Grund warum viele Supertrader nur einen Laptop haben, und kein 16-fach Multimonitor-System? (Naechster Anfaengerfehler: 100.000 Indikatoren und Charts gleichzeitig verfolgen, in dem Glauben “mehr” zusehen - ohne dabei zu verstehen was sie da eigentlich tun.)

Wie man sowas lernt? Indem man Charts analysiert. Tausende. Einen nach dem anderen. Und immer wieder. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Auch nicht vom Trading-Himmel.




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