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So war die IOGE-Matinée (2) mit Buchinger & Haselsteiner

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29. Jänner 2008 00:22

Am Sonntag, 27. Jänner 2008, hat es in Strömen geschüttet, es war saukalt und stürmisch. Trotzdem haben mehr als 200 Menschen den Weg zur Matinée vom „Institut für eine offene Gesellschaft“ gefunden, die um 11 Uhr im Gebäude der Postsparkasse am Coch-Platz statt gefunden hat. Unvorstellbar, aber wahr, der Saal war gerammelt voll. Sie mussten sogar noch Extra-Sessel bringen, da offenbar auch manche gekommen sind, die gar nicht angemeldet waren.

 

Den Beginn hat Herr Buchinger gemacht. Es gäbe eine Gerechtigkeitslücke bei Managergehältern. Die Gewinne aus Zinsen und Besitz seien in den letzten Jahren viel stärker gestiegen als die Löhne, im Gegenzug seien aber die Lohnsteuern viel stärker gestiegen als die Steuern auf Gewinne aus Zinsen und Besitz. An Kennziffern festgemacht habe Österreich aber, verglichen mit anderen Ländern, ein hohes Niveau an sozialer Gerechtigkeit.

 

Herr Haselsteiner meinte, soziale Gerechtigkeit sei statistisch nicht erfassbar, sie sei vor allem die Empfindung einer Mehrheit in der Gesellschaft, dass Einkommen fair und nach objektiven und verständlichen Kriterien vergeben werden. 1945 sei – nur gemessen an vergleichenden Kennziffern – die soziale Gerechtigkeit perfekt gewesen, da alle nichts gehabt hätten.

 

Anmerkung: Bei den angesprochenen Kennziffern ging es um die Relationen zwischen den hohen und niedrigen Einkommen in einem Land.

 

Wenn ein Vorstandsvorsitzender das 3.000-fache des Durchschnitts eines Unternehmens beziehe, das sei zuviel. Er selbst verdiene etwas mehr als 2 Millionen Euro.

 

Er als Privilegierter sei mehr auf den sozialen Frieden angewiesen als ein Nichtprivilegierter. Er habe bei sozialen Unruhen schließlich mehr zu verlieren als die anderen.

 

Anmerkung: Soweit absolut verständlich, denn wenn die Mitarbeiter genug zum Leben haben, gehen sie lieber zu einem Fußballspiel als Revolutionen anzuzetteln. Und wer genug zum Leben hat und nicht von extremem Ehrgeiz oder gar von extremer Gier befallen ist, der neidet auch dem anderen nichts, egal ob der nun das Dreifache oder das Dreitausendfache verdient. Man kann glücklich sein, wenn man genug zum Leben hat. Aber nicht, wenn man zu wenig zum Leben hat.

 

Soziale Gerechtigkeit sei auch, unabhängig von den Relationen zwischen den Einkommen möglichst vielen Menschen zu Lebensqualität zu verhelfen.

 

Ab 1.1.2009 solle ein Mindesteinkommen von 1.000 Euro brutto und eine „bedarfsorientierte Mindestsicherung“ von 747 Euro brutto kommen, jeweils 14 x pro Jahr. Damit sei man auf dem richtigen Weg.

 

Aber die Stock Options der Manager seien nach einem Jahr Spekulationsfrist steuerfrei gestellt, wogegen von den Sparbüchern der Pensionisten 25% Kest einbehalten würde.

 

Ein höherer Spitzensteuersatz für höhere Einkommen sei wünschenswert, damit sich auch die Spitzenverdiener entsprechend am Aufbau von Infrastruktur und Sozialen Leistungen beteiligen.

 

Damit beende ich vorerst die heutige Nachtausgabe meines Belogs und verweise auf den Beitrag http://www.boerse-express.com/pages/6377..., wo Herr Haselsteiner noch einmal zu Wort kommt.

 

Fortsetzung folgt.

 

 

  

  





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"Otto Normalinvestor" ist das Pseudonym eines BE-Lesers (Name der Redaktion bekannt)

 

 

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