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W&W: Bwin Co-CEO Teufelberger im Interview!

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22. September 2006 02:22



Bwin mit großen Problemen und einer positiven PK


Liebe Leser,

Aufgrund der Aktualität ziehe ich folgendes Bwin-Interview vor. Meine USA-Roadshow-News zu „Andritz, Head, Jim Rogers, Wall Street“ werde ich in den nächsten Tagen loggen.

Seit dem Interview ist zwar einiges passiert, denke aber dass es dennoch interessant ist.

Bwin mit großen Problemen

Aus dem aktuellen Magazin „WERT & WACHSTUM(W&W) – Das Magazin zum Vermögensaufbau-Fonds HAIG“, es ist eine Beilage vom grossen deutschen Börsenmagzin DER AKTIONÄR:

Die Situation bei Bwin(früher BetandWin) hat sich in den vergangenen Wochen weiter zugespitzt. Nach den Problemen in den USA und der Gewinnwarnung für das Q2(wir berichteten in der letzten Ausgabe von W&W) musste Bwin in Deutschland einen herben Dämpfer einstecken. Das Land Sachsen hat dem Wettanbieter, der mit einer Gewerbeerlaubnis aus DDR-Zeiten sein Geschäft in Deutschland betreibt, die Lizenz entzogen. Die Begründung von Sachsens Innenministerium klingt abenteuerlich „In Sachsen dürfe allein der Freistaat selbst Sportwetten veranstalten“.

Nach dem Lizenzentzug sprachen wir mit Bwin-CEO Norbert Teufelberger:

Herr Teufelberger, Bwin könnte in ganz Deutschland die Wettlizenz entzogen werden. Wie reagieren Sie?

Alles ist möglich mit Staatswillkür und Staatsgewalt. Doch unsere Rechtsanwälte sind gewappnet. Wir sind zuversichtlich, dass wir vor Gericht in Deutschland und vor dem europäischen Gerichtshof gewinnen werden.

Was macht Sie so sicher, dass die deutschen Behörden widerrechtlich handeln?

Gegner von privaten Sportwettanbietern führen derzeit vor allem das Verhindern der Spielsucht an. Doch diesem Argument zufolge dürfte es auch kein Lotto mehr geben. Es wird hier versucht Stimmung zu machen und Urteile werden wissentlich missinterpretiert. Ich Frage Sie, wo liegen die Argumente, dass der Staat ein besserer Glücksspielanbieter ist? Einige Politiker versuchen mit den letzten Kräften am Monopol festzuhalten. Aber Monopole haben ein Ablaufdatum, egal in welcher Industrie.

Wie schwer träfe Bwin der Entzug dieser deutschen Lizenz?

Die derzeitige Panik an der Börse ist ein fürchterliches Missverhältnis. Wir haben in der Schublade diverse Alternativpläne liegen, weil wir mit dieser Willkür rechnen mussten. Ohne DDR-Lizenz werden wir dann eben aus England, Gibraltar oder einem anderen europäischen Land per Internet Sportwetten anbieten. Damit sind wir rechtlich mit unseren privaten Wettbewerbern wie etwa Sportingbet gleichgesetzt. Wir haben aber den Vorteil, bereits eine tolle Marke aufgebaut zu haben. Geschäftlich hätte der Wegfall keinen großen Einfluss.

Schadet die Lizenz-Diskussion dem aktuellen operativen Geschäft?

Nein, wir stellen derzeit keinerlei Verunsicherung bei unseren deutschen Kunden fest.

In einigen deutschen Bundesländern darf Bwin bereits nicht mehr werben. Wie schwer würde Bwin ein budesweites Werbeverbot treffen?

Zunächst einmal gilt, dass Deutschland ein großer Markt für uns ist, aber nicht der größte. Zudem haben wir sehr treue Kunden. Als Beispiel sei die Türkei genannt. Seit einigen Monaten ist die Bewerbung privater Anbieter nicht mehr möglich – und unser Geschäft wächst trotzdem.

In welchen Ländern sehen Sie das größte Wachstumspotenzial?

In Europa sind wir in den meisten Märkten bereits präsent. Wir bemühen uns daher gerade um eine Lizenz in Mexiko. Aus unserem Büro in Shanghai gehen wir auch den asiatischen Markt an.

Nach der Auswertung unseres Gesprächs mit Norbert Teufelberger haben wir uns entschlossen, die Hälfte unserer Position zu verkaufen. Die andere Hälfte wollen wir zunächst noch behalten und abwarten, was noch alles geschieht. Es könnte durchaus sein, dass Bwin bald keine wetten mehr anbieten darf. Pläne, das Wettgeschäft für Deutsche von einem anderen Land aus(beispielsweise Gibraltar) zu kontrollieren, könnten es ebenfalls schwer haben. Dennoch glauben wir, dass Bwin einen Weg finden wird.
Das Unternehmen dürfte mittlerweile einen sehr hohen Bekanntheitsgrad besitzen, der nicht von heute auf morgen schwindet. Angesichts des zunehmenden politischen Drucks ist Bwin sogar bereit, eine Wettsteuer in Deutschland zu zahlen, wenn im Gegenzug das staatliche Wettmonopol aufgehoben wird. Das Thema wird uns wohl noch die nächsten Monate beschäftigen. Unsere Bwin-Position hat durch den Teilverkauf jetzt eine Größe erreicht, mit der wir uns das Geschehen etwas entspannter anschauen können.

Fazit: Auf der heutigen Pressekonferenz(PK) nahmen die beiden Co-CEOS Manfred Bodner und Norbert Teufelberger, der Aufsichtsratschef Dr. Hannes Androsch und Bwin-Anwalt Dr. Talos zur aktuellen Lage Stellung. Auf die Frage welche Auswirkungen die Geschehnisse in Frankreich auf das Geschäft haben, antwortete Co-CEO Bodner: “Am Wochenende war unser Frankreich-Geschäft 3mal so stark.“ Aufgrund der ernormen medialen Präsenz in den letzten Wochen steigt der Bekanntheitsgrad rasant weiter und die Aussage von Co-CEO Teufelberger „Wir werden nun früher als geplant den Fokus auf Gewinnerhöhung setzen“, stimmt uns zuversichtlich.

Am 18.10.06 wird sich die EU erneut mit diesem komplexen Thema auseinander setzen und alles andere als eine Maßnahme pro Liberalisierung und damit pro Bwin & Co., wäre eine 180 Grad Wende und daher nicht zu erwarten. Die Aktie bleibt zwar hochspekulativ, wir denken jedoch dass auf dem aktuellen Niveau die Chancen überwiegen. Zumal wie es Kollege Christian Drastil treffend anführte, die Bewertung bereits relativ günstig ist und auch eine Übernahme nicht ausgeschlossen werden kann.

Wie gesagt werde ich meine USA-Roadshow-News demnächst loggen.

Schöne Grüsse

Erhard M. Salchenegger
Komitee zum Schutz der Aktionäre
Baumkircherstraße 1
A-8020 Graz
office@salchenegger.at
http://www.salchenegger.at





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